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Ende einer über 70-jährigen Präsenz

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Im Kapuzinerkloster Brig-Glis werden im kommenden Jahr Menschen mit einer psychischen Behinderung eine Beschäftigung oder ein Obdach finden. Am Montag wurde zwischen der gemeinnützigen Stiftung Emera und der Schweizerischen Kapuzinerprovinz ein Kaufvertrag unterzeichnet. Die Kapuziner verlassen das Kloster im Verlauf des Monats Januar.

Das Kloster, zu dem neun Kapuziner gehören, werde noch bis Ende Dezember im gewohnten Rahmen geführt, hiess es in einer Medienmitteilung. Ab 1. Januar 2018 stellt das Kloster sämtliche Aussentätigkeiten ein.

«Damit geht eine mehr als 70-jährige Geschichte der Kapuzinerpräsenz im Oberwallis zu Ende», heisst es in der Mitteilung weiter. Das Kloster in Brig wurde 1944 erbaut. Grund für die Schliessung des Klosters sei die generelle Überalterung des Ordens in der Schweiz sowie das Fehlen von jüngeren Brüdern. Der Orden informierte bereits im Mai über diesen Entscheid.

Der Kanton investiert

Die Stiftung Emera, die die Klosterliegenschaft kauft, erbringt seit 1938 Leistungen für Menschen mit einer Behinderung. 2018 kann die Stiftung ihre Dienstleistungen für Menschen mit einer psychischen Behinderung erweitern, teilte sie in einem eigenen Communiqué mit. Durch den Erwerb des Kapuzinerklosters entstünden im Oberwallis neue Beschäftigungsplätze sowie eine neue Wohngruppe. Zudem werde eine bestehende Struktur von acht Betten ins Kloster verlegt. Rund 30 behinderte Menschen werden von dem Projekt profitieren.

Die Walliser Regierung hat den Kauf genehmigt. Laut der Stiftung hat der Staatsrat auch die Mittel für den Kauf der Liegenschaft und die notwendigen baulichen Anpassungen bewilligt. «Die öffentliche Hand plant, in den kommenden Jahren insgesamt 3,8  Millionen Franken in dieses Projekt zu investieren», heisst es seitens des Kantons Wallis. Die Umbauarbeiten, die durch die Stiftung Emera ausgeführt werden, sollen bis im Herbst 2018 abgeschlossen sein.

«Ein echter Trost»

Man sei «glücklich», mit dem Projekt der Stiftung Emera eine «gute Nachfolgelösung» für das Kloster gefunden zu haben, heisst es in der Mitteilung der Kapuziner weiter. «So schmerzlich für uns Kapuziner der Abschied von Brig-Glis auch ist, das Wissen darum, dass Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, diese Räume bewohnen und beleben werden, ist ein echter Trost.»

Für die Kapuziner ist die Stiftung Emera keine Unbekannte. Diese sei bereits seit 30 Jahren mit dem «Home la Tour» im Kapuzinerkloster Sitten eingemietet. Dort bietet die Stiftung behinderten Menschen eine Wohnmöglichkeit.

Die Suche nach einer kirchlichen Nutzung der Liegenschaft war zuvor gescheitert, wie aus der Mitteilung der Kapuziner hervorgeht.

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