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Endlich auf der Gewinnerseite

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Benjamin Neukom, Sie haben von den Lakers, einem notorischen Verliererteam, zu einer Mannschaft gewechselt, die momentan an der Tabellenspitze steht. Das muss für Sie ein völlig neues Gefühl sein?

Ich habe immer Freude am Eishockeyspielen. Das war in Rapperswil auch der Fall. Aber es ist halt schon etwas ganz anderes, ob du erfolgreich bist oder ständig als Verlierer vom Eis gehst. Bei den Lakers habe ich von Anfang an nichts anderes gekannt. Trotzdem war es scheisse.

 

 Der Abstieg in die NLB Ende letzter Saison war dann der absolute Tiefpunkt …

Das war unglaublich hart. Ich musste mich im Januar an der Schulter operieren lassen und konnte fortan nur noch zuschauen. Es war Mist, nicht helfen zu können. Der Abstieg war einfach nur traurig. Dass es am Ende so rausgekommen ist, hätte nicht sein müssen.

 

 Es war bestimmt ein sehr bitterer Abschied von Ihrem Stammclub.

Ich bin fünf Minuten von der Eishalle entfernt aufgewachsen und fing mit vier Jahren in der Hockeyschule an. Früher ging ich als Zuschauer an die Spiele. Für mich hat es nie was anderes als Eishockey gegeben. In meinem zweitletzten Juniorenjahr hätte ich schon mit der ersten Mannschaft trainieren können, mein Lehrmeister stellte mich aber vor die Wahl: Lehrabschlussprüfung oder Eishockey. Weil ich die Maurerlehre gut abschliessen wollte, war der Fall klar für mich. Gleich nach der Lehre erhielt ich dann aber eine neue Chance, als Christian Weber der Trainer der Lakers war. Er hat gleich auf mich gesetzt und wenig später konnte ich meinen ersten Profi-Vertrag unterzeichnen.

 

 Bereits bevor die Relegation der Lakers festgestanden hatte, unterschrieben Sie bei Gottéron. Wie kam es dazu?

Ich hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, aus Rapperswil wegzugehen, etwas Neues zu entdecken. Dann hat mich Gerd (Zenhäusern) angerufen, und wir haben ein gutes Gespräch geführt. Gottéron ist ein Kultverein. Ich erachtete ein Wechsel nach Freiburg als beste Lösung. Ich dachte, dass ich gut in dieses Team passen würde. Es hätten sich bestimmt auch andere Möglichkeiten ergeben, wenn ich nicht so früh bei Gottéron unterschrieben hätte. Jetzt bin ich aber sehr froh, hier zu sein.

 

 Sie spielen in einer Linie mit den Routiniers Benjamin Plüss und Ryan Gardner. Welches ist Ihre Rolle?

Priorität hat für unsere Linie sicherlich eine gute Defensive, dazu gehört es, Pucks auszugraben und ein Forechecking zu betreiben. Tun wir das, können wir auch Chancen kreieren. Beni ist ein super Skorer und Ryan ein starker Vorbereiter. Ich denke, wir drei ergänzen uns ziemlich gut, und bisher funktioniert es ja ausgezeichnet.

 

 Sie scheuen den Körperkontakt nicht. War das physische Spiel seit jeher Ihre Stärke?

Ja, das war schon immer so und seit ich in der NLA bin noch ein wenig mehr. Mir gefällt das Spiel auf den Körper unglaublich. Ich fahre gerne in Leute rein und tue ihnen dabei weh. Manchmal musst du halt auch einstecken.

 

 Zuletzt fielen Sie tatsächlich verletzungshalber einige Wochen aus. Wenige Tage, nachdem Sie noch mit Krücken zu sehen waren, standen Sie bereits wieder auf dem Eis …

Ich hatte mir das Innenband am Knie angerissen und durfte das Bein zunächst überhaupt nicht belasten. Ich konnte viel im Kraftraum trainieren und ab der dritten Woche ging alles sehr schnell. Es war nicht geplant, dass ich so früh wieder spielen würde. Umso besser.

 

 Am Dienstag erzielten Sie beim 5:3-Sieg in Genf Ihr zweites Saisontor. Nebst dem physischen Spiel können Sie durchaus auch produktiv sein.

Sicher, ich verstecke mich nicht. Ich kann nicht nur in den Gegner hineinfahren, sondern habe auch andere Qualitäten.

 

 Dass Sie durchaus skoren können, beweisen Sie immer wieder im Sommer als Mitglied der Schweizer Inlinehockey-Nationalmannschaft. Wie kam es zu dieser Vorliebe für das Inlinehockey?

Zunächst habe ich nur zum Plausch Inlinehockey gespielt. Schliesslich hat es sich einfach so ergeben, dass ich bis in die Nati kam. Ich nahm bis jetzt an einer Junioren- und drei Senioren-Weltmeisterschaften teil sowie 2013 an den World Games in Kolumbien. Die sind wie die Olympischen Spiele für nichtolympische Sportarten wie Sumo oder Flossenschwimmen. Bei der Eröffnungsfeier waren 60 000 Zuschauer im Stadion, das war eindrücklich. Ich wäre am liebsten das ganze Jahr auf dem Eis. Um im Sommer etwas für die Ausdauer zu tun, ist das Inlinehockey eine gute Alternative. Eine WM beispielsweise weist ein sehr hohes Niveau auf, und ich muss mich ähnlich anstrengen wie in einem NLA-Spiel im Eishockey. Dass ich im Inlinehockey des Öfteren skore, liegt auch daran, dass andere Regeln gelten. Zum Beispiel gibt es kein Offside und man spielt vier gegen vier. Ich finde Inlinehockey toll.

 

 Zurück zur Aktualität. Gottéron liegt an der Spitze. Welche Rolle spielt dabei der Kopf?

Wenn es läuft, dann hast du automatisch mehr Selbstvertrauen und machst vielleicht Dinge auf dem Eis, die du als Letzter nicht machen würdest. Sicher ist auch das Glück auf deiner Seite. Dann fallen die Pucks rein und du gewinnst, obwohl du nicht so gut gespielt hast. Das sind sicher Gründe, weshalb wir so weit vorne stehen. Hinzu kommt die tolle Stimmung im Team. Das habe ich so bisher noch nicht gekannt. Die Ambiance und der Zusammenhalt sind schlicht sensationell.

 

 Wie weit kann dieses Gottéron kommen?

Ich kann nicht voraussagen, was in 30 Spielen sein wird. Aber wenn wir im gleichen Stil weiterfahren und die Vorgaben des Trainers befolgen, dann kommt bestimmt etwas Gutes heraus. Wir können jeden Gegner schlagen.

 

 Auch die ZSC Lions am Freitag im Spitzenkampf?

Die Zürcher haben sieben Spiele in Serie gewonnen. Ein achtes wird es sicher nicht. Wir wollen unsere Siegesserie zu Hause fortsetzen.

Der heutige Gegner

Die Fakten zum ZSC

• Die ZSC Lions haben ihre letzten sieben Spiele allesamt gewonnen–dies ohne den verletzten Stammgoalie Lukas Flüeler.

• Das 18-jährige amerikanische «Wunderkind» Auston Matthews ist mit 10 Treffern in 12 Spielen der beste Torschütze der Liga.

• Skorer Roman Wick hat in acht Saisonspielen noch keinen einzigen Punkt erzielt.

• Mit im Schnitt 6,7 Strafminuten pro Spiel sind die Zürcher das fairste Team der NLA.fs

Vorschau: Eine Serie wird im Spitzenkampf Gottéron – ZSC Lions heute zu Ende gehen

Heute Abend (19.45 Uhr) kommt es im St. Leonhard zum Spitzenspiel Erster gegen Zweiter: Gottéron empfängt die ZSC Lions. «Es ist keine Überraschung, dass die Zürcher so weit vorne klassiert sind», sagt Freiburgs Trainer Gerd Zenhäusern. «Der ZSC ist mit seinem Talent und seiner Schnelligkeit für mich die beste Mannschaft der Liga.» Das Team von Trainer Marc Crawford, das zuletzt sieben Partien in Serie gewonnen hat, spiele einen ähnlichen Stil wie der HCD, hält Zenhäusern fest. «Nur stehen die Zürcher noch kompakter.» Um auch im neunten Heimspiel der Saison die Ungeschlagenheit wahren zu können, müsse sein Team in allen Bereichen über die 60 Minuten sehr, sehr gut spielen.

Dass der 18-jährige Auston Matthews, der bei seinem Debüt im ZSC-Dress beim ersten Aufeinandertreffen mit Gottéron (Penaltysieg der Freiburger) gleich getroffen hatte, sofort derart einschlagen würde, hat auch den Gottéron-Trainer überrascht. «Ich dachte, dass er entscheidend sein wird, aber nicht so schnell.» Trotzdem werde man heute nicht besonders auf den Amerikaner schauen, zumal die Gefahr bei den Gästen von vielen Seiten her lauere.

Auf der Verletztenliste Got-térons stehen zwei Verteidiger. Marc Abplanalp (Knöchel) fällt noch rund zwei Wochen aus. Wann Jérémie Kamerzin, der sich am Dienstag in Genf eine Gehirnerschütterung zugezogen hat, wieder einsatzbereit sein wird, ist noch offen. Kamerzin wird vorderhand von Elite-Junior Andrea Glauser vertreten, derweil Stürmer Pierrick Pivron bei Partnerteam Martigny sein Comeback nach einer Schulterverletzung geben wird. Wieder dabei wird Chris Rivera sein, der aufgrund einer Klausel im Vertrag am Dienstag gegen seinen Ex-Verein nicht spielen durfte. fs

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