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«Endlich ein Fixpunkt!»

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Julien Sprunger erlebte im Testspiel gegen Ambri letzten Freitag einen Schockmoment. Nach einem Zweikampf schied er mit einer Knieverletzung aus. Nach den medizinischen Tests hat der 34-Jährige aber mittlerweile Entwarnung erhalten. «Es ist nichts Schlimmes. Zu 99,9 Prozent bin ich beim Saisonstart dabei.» Gestern schonte sich der Captain aber noch. Während seine Teamkollegen auf dem Eis trainierten, sprach der Stürmer im Presseraum mit den FN über die bevorstehende Saison.

Julien Sprunger, in acht Tagen beginnt eine Saison, die wegen der Corona-Pandemie auf wackligem Fundament steht. Mit welchen Gefühlen blicken Sie ihr entgegen?

Einerseits freue ich mich sehr, dass es endlich losgeht. Der Saisonstart konkretisiert sich. Nach der Absage der Playoffs im Frühling und der langen Sommerpause, während der alles immer unklar war, ist es für alle eine Erleichterung: endlich ein Fixpunkt! Andrerseits geht die Ungewissheit mit Blick auf die nächsten Wochen und Monate weiter. Wie wird sich die Situation entwickeln? Müssen wir die Saison irgendwann unterbrechen? Oder gar abbrechen?

Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass die Meisterschaft von Anfang bis Ende normal durchgespielt werden kann?

Ich hoffe sehr, dass das perfekte Szenario eintrifft. Dass wir 52 Qualifikationsspiele und die Playoffs absolvieren können, dass sich die Situation beruhigt und irgendwann die Stadien nicht mehr bloss zu zwei Dritteln, sondern ganz gefüllt werden können. Aber eben: Die Situation ist seit Monaten derart surreal, dass definitiv niemand, weiss was uns noch erwartet. Ich versuche deshalb gar nicht erst, drei Monate nach vorne zu schauen. Fangen wir jetzt erst einmal an …

Wo sehen Sie die grössten Gefahren für einen geregelten Meisterschaftsbetrieb?

Darin, dass Zuschauer wieder verboten werden. Mit Geisterspielen können die Clubs nicht überleben. Dürften keine Zuschauer mehr rein, würde die Saison wohl abgebrochen. Es ist nicht wie in anderen Ligen, sei es im Eishockey oder im Fussball, wo viele Clubs vor allem von den hohen TV-Geldern leben. Das Schweizer Eishockey lebt in erster Linie von den Zuschauern. Monatelang ohne Publikum zu spielen, wäre unmöglich.

Eine Gefahr sind auch Corona-Fälle bei Spielern, vor allem wenn plötzlich ganze Teams in Quarantäne müssen.

Das ist so, wir werden sehen, wie das abläuft. Vor Saisonbeginn werden wir nun erst einmal alle getestet werden. Und natürlich wird sich während der Saison jeder Spieler, der auch nur die geringsten Symptome hat, sofort testen lassen, schliesslich sind wir als Mannschaft oft zusammen und nah beieinander. Es wird sich weisen, was passiert, wenn es positive Fälle gibt. Muss das ganze Team dann zwei Wochen in Quarantäne? Dann müsste man womöglich gleich fünf oder sechs Spiele verschieben. Die nächsten Monate bringen so viele Ungewissheiten mit sich, dass Anpassungsfähigkeit für das Schweizer Eishockey eine der wichtigsten Eigenschaften sein wird.

Im Gegensatz etwa zur NHL leben die Spieler in der Schweiz nicht abgeschottet in einer Blase. Gibt es vonseiten der Liga oder des Clubs Direktiven oder Verbote, die das Privatleben der Spieler betreffen?

Nein, Verbote gibt es nicht. Privatleben bleibt Privatleben. Aber wir alle sind uns der Verantwortung und der Risiken bewusst. Wir wissen, dass es für uns gefährlich sein kann, in eine Bar zu gehen. Wie auch im Stadion, wo wir in den Gängen Maske tragen und uns regelmässig die Hände desinfizieren, versuchen wir uns im Privatleben maximal zu schützen. Gleichzeitig gibt es keine hundertprozentige Sicherheit. Wenn man Kinder hat, die zur Schule gehen, eine Frau, die arbeitet, Eltern, die ein Geburtstagsfest organisieren: Wir können und werden nicht aufhören zu leben und soziale Kontakte zu haben. Aber natürlich werden wir stets Vorsicht walten lassen.

Die finanzielle Lage ist für Gottéron wie auch für die anderen Clubs angespannt. Werden die Spieler auf einen Teil ihres Lohns verzichten?

Ja, wir wissen, dass der Club enorme Mittel in das Stadion gesteckt hat, dass er noch vor der Corona-Pandemie im Hinblick auf den Einzug in das neue Stadion das Budget erhöht hat und damit die Verluste noch grösser zu werden drohen, als es beim vorherigen Budget der Fall gewesen wäre. Deshalb ist es ganz normal, dass nun auch wir Spieler zur Kasse gebeten werden und eine Geste gegenüber dem Club machen. Wir haben begonnen zu diskutieren – die Sache wird sehr schnell, noch vor Saisonstart, geregelt sein, denn wir sind einstimmig bereit, auf einen Teil unseres Lohns zu verzichten. Der Gehaltsverzicht betrifft übrigens nicht nur die Spieler, sondern sämtliche Arbeitnehmer des Clubs, vom Trainer bis zum Mitarbeiter der Administration.

Um wie viel Prozent werden die Löhne gekürzt?

Über die Zahlen will ich zumindest zum jetzigen Zeitpunkt in den Medien nicht reden. Aber die Spieler und die Clubverantwortlichen hatten von Beginn weg ziemlich genau dieselben Vorstellungen.

Kommen wir zum Sportlichen: Wie beurteilen Sie die Mannschaft, die Gottéron in dieser Saison beisammen hat?

Wir haben sicher an individueller Klasse dazugewonnen. Ich denke da an einen Chris DiDomenico. Er ist ein sehr guter Spieler mit starkem Charakter, der im Positiven wie im Negativen zu allem fähig ist und uns für die gegnerische Verteidigung viel unberechenbarer macht. Übrigens ist er auch in der Kabine bereits sehr beliebt. Er ist einer dieser Spieler, die von elf Mannschaften gehasst, vom eigenen Team aber geliebt werden. Wenn du gegen ihn spielst, denkst du dir: Was ist denn das für ein Typ? Aber wenn er in deiner Kabine hockt, sieht es ganz anders aus. Er ist ein amüsanter, toller Typ. Gleichzeitig sorgt ein fünfter Ausländer automatisch für einen Konkurrenzkampf unter den Import-Spielern, was helfen kann, die einzelnen Spieler zu pushen.

Wenn immer ein Ausländer auf die Tribüne muss, kann das aber auch für Misstöne sorgen …

Das hängt davon ab, wie die Trainer das managen. Natürlich kommen da ein paar grosse Egos zusammen, mit einem Brodin, der in seiner Karriere immer alle Spiele bestritt und nie überzählig war, genau wie Stalberg, Desharnais oder Gunderson. Und dann kommt noch DiDomenico hinzu, der sicher unbedingt zeigen will, was er draufhat. Doch ich mache mir keine grossen Sorgen. Unsere Trainer Christian Dubé und Pavel Rosa kennen alle fünf Spieler gut und diskutieren regelmässig mit ihnen. Wenn die Kommunikation stimmt und die Leistung statt der Name darüber entscheidet, wer überzählig ist, dann wird der Entscheid jeweils ohne Murren akzeptiert werden.

Und was bringen die Schweizer Neuzugänge ins Team?

Yannick Herren ist eine offensive Allzweckwaffe. Er schiesst gut, passt gut und ist auch noch ein guter Läufer. Benoît Jecker, Dave Sutter oder Jordann Bougro verkörpern ihrerseits die neue Generation, die physisch gut ist und ein Team weiterbringt. Hinzu kommen noch sehr junge Spieler wie David Aebischer und Gaétan Jobin. Insgesamt hat sich dadurch in meinen Augen ein sehr interessanter Mix ergeben. Wir sind im Vergleich zur letzten Saison als Mannschaft kompletter geworden.

Wo liegen die grössten Gefahren für die Mannschaft?

In Freiburg ist traditionell eine der grössten Herausforderungen, eine gewisse Konstanz an den Tag zu legen. Gottéron hatte in den letzten Jahren stets viele Hochs und Tiefs. Stabilität ist einer der wichtigsten Schlüssel zum Erfolg in dieser Saison.

Was sind die anderen?

Der Start wird sehr wichtig sein, um sofort Ruhe und Selbstvertrauen ins Team zu bringen. Und natürlich dürfen wir Torhüter Reto Berra nicht vergessen. Er hat letzte Saison einige Spiele fast im Alleingang für uns gewonnen und uns in die Playoffs geführt. Er ist der wichtigste Pfeiler in dieser Mannschaft, viel hängt deshalb auch von seinen Leistungen ab.

Auf der Trainerposition stehen Christian Dubé und Pavel Rosa neu allein an der Bande. Letztes Jahr wurden sie noch vom erfahrenen Sean Simpson unterstützt, dem allgemein ein grosser Einfluss nachgesagt wurde. Ist es ein Risiko, mit zwei doch recht unerfahrenen Trainern in die Saison zu starten?

Ich denke, sie werden einen guten Job machen. Sie haben letzte Saison bereits viel gelernt. Sie haben vielleicht nicht so viel Erfahrung wie andere Trainer in der Liga, aber sie kompensieren das mit anderen Stärken, Dubé etwa mit seiner unbändigen Energie oder damit, dass er als Baumeister dieser Mannschaft eine klare Vorstellung davon hat, welcher Spieler welche Rolle zu erfüllen hat. Aber klar: Hätten Dubé und Rosa gerne noch einen zweiten Assistenten gehabt, der ihnen hilft? Ziemlich sicher ja. Aber die Situation ist nun einmal, wie sie ist. Und ich finde es richtig, dass man das bei Gottéron akzeptiert und sich anpasst. Das ist nicht bei allen Teams der Fall.

Inwiefern?

Ohne Corona-Pandemie hätte Freiburg wohl einen weiteren erfahrenen Stürmer unter Vertrag genommen und einen zweiten Trainerassistenten. Aus finanziellen Gründen hat der Club darauf verzichtet. Seit Beginn der Pandemie und der damit verbundenen Sorgen hat Gottéron ausschliesslich jungen, kostengünstigen Spielern Verträge gegeben. Bei anderen Clubs ist man nicht so konsequent. Zürich hat im Juli Sven Andrighetto verpflichtet – mit einem millionenschweren Fünfjahresvertrag. NHL-Spieler Philipp Kurashev beginnt die Saison beim HC Lugano, um ein zweites Beispiel zu nennen. Solche Transfers sind nicht unproblematisch, wenn man gleichzeitig darauf hofft und darum bittet, dass der Staat den Clubs unter die Arme greife. Da droht ein gewisser Glaubwürdigkeitsverlust. Clubs, die zuletzt noch spektakuläre Transfers getätigt haben, kommen wohl auch in einen argumentativen Notstand, wenn sie von ihren Spielern Gehaltsverzichte fordern.

Trotz Transferstopp in den letzten Monaten lässt sich auch das Team von Gottéron durchaus sehen. Wo würden Sie es im Liga-Ranking ansiedeln?

Die Favoriten sind für mich Zürich, Zug und Genf. Aber wir wissen, dass wir mit diesen Mannschaften mithalten können, wenn es gut läuft. Unser Ziel muss ein Platz in der ersten Hälfte der Tabelle sein, die Top 6 – und damit die direkte Qualifikation für die Playoffs.

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