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«Energiepreis ist viel zu tief, um wirklich zum Sparen anzuregen»

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Autor: Irmgard Lehmann

Energiesparen heisst die Devise des Staatsrates. Bis ins Jahr 2030 soll rund 20 Prozent Energie eingespart werden (FN vom Dienstag). Eine Utopie oder Realität? Die FN haben bei Stefan Nowak, Physiker und Geschäftsinhaber von «NET Nowak Energy & Technology» nachgefragt.

Heute werden im Kanton Freiburg pro Kopf 5500 Watt Energie verbraucht – bis in 20 Jahren sollen es nur noch 4000 sein. Ist das ein reales oder vielmehr ein ideales Ziel?

Beides: Es ist vor allem ein notwendiges Ziel. Die Internationale Energieagentur IEA spricht von der Notwendigkeit einer raschen Energierevolution. Es kann real erreicht werden, wenn der entsprechende Wille und die Mittel dazu vorhanden sind. Mit Lippenbekenntnissen allein wird es aber nicht dazu kommen.

Die Einsparungen sollen vorab mit Gebäudesanierungen erreicht werden.

Einigermassen kosteneffizient lässt sich hier viel erreichen. Mittelfristig reicht dies aber nicht aus.

Schwieriger wird es, wenn das persönliche Verhalten betroffen ist: Warum soll ich jetzt die Wäsche wieder aufhängen, wo der Trockner doch so praktisch ist, oder auf den ÖV umsteigen, wo das eigene Auto doch so viel Freiheit bietet?

Nur einige Fenster zu ersetzen nützt wohl kaum etwas?

Nein. Es geht insbesondere darum, den alternden Gebäudepark zu sanieren, z. B. die undichte Gebäudehülle, die zu geringe Isolation, die veraltete Heizung oder die energieintensiven Apparate.

Es gibt nicht die eine Wunderlösung. Eine umfassende Abklärung durch einen Fachmann kann Klarheit verschaffen und Prioritäten setzen. Das Prinzip «Zuerst Verbrauch senken» stimmt sowohl für den Energieverbrauch wie für das Portemonnaie.

Welche Anreize muss der Staat schaffen, damit Eigentümer auch tatsächlich gewillt sind zu sanieren?

Es gibt immer mehr Eigentümer, die für diese Fragen sensibilisiert sind. Gleichzeitig bestehen aber erhebliche Informationsdefizite, auch bei Fachleuten. Wem soll man bei so vielen Meinungen nun trauen, dem bekannten Handwerker oder den Anpreisungen des Verkäufers auf der Freiburger Messe?

Wichtig ist deshalb eine systematische Aufklärungsarbeit und entsprechende Dienst- leistungen, die von Eigentümern in Anspruch genommen werden können.

Bezüglich Energieinvestitionen muss der Staat (inkl. Gemeinden) mit dem guten Beispiel vorangehen. Wo dies nicht reicht, sind steuerliche Anreize und gezielte Subventionen ein probates Mittel.

7300 Gigawattstunden verbraucht der Kanton gegenwärtig. Davon stammen nur 15 Prozent aus erneuerbaren Energien. Eigentlich bitter wenig?

Sicher, aber das lässt sich nicht von heute auf morgen ändern. Schliesslich ist es das Resultat einer seit 60 Jahren anhaltenden Entwicklung. Es ist zu begrüssen, dass die Notwendigkeit zum Handeln nun weitgehend erkannt wurde und nicht mehr eine Frage von Idealismus und Glauben darstellt.

Bei Neubauten soll der Minergie-P-Standard zum Zuge kommen, so möchte es der Staatsrat. Ist der Eigentümer auch gewillt, mehr zu zahlen?

Wenn aufgezeigt wird, dass solche Investitionen sich langfristig rechnen und die Banken dies honorieren, sehe ich da nicht so ein Problem.

Man stellt auch fest, dass Fotovoltaik bzw. Sonnenenergie den Durchbruch noch nicht geschafft hat. Warum?

Einerseits, weil dies eine langatmige und kontinuierliche Entwicklung ist, und andererseits, weil man sich bisher dafür nicht genügend interessiert und der Staat nicht entsprechend investiert hat.

Derweil diese Diskussion anhält, bewegt sich der globale Markt gegenwärtig sehr stark, sodass sich die Verhältnisse bald zum Besseren ändern werden. Die nächsten zehn Jahre werden hier Erstaunliches zutage bringen.

Wo orten Sie ganz allgemein Einsparungsmöglichkeiten ?

Tatsache ist, dass der Energie-preis viel zu tief ist, um wirklich zu Einsparungen anzuregen. Nach hundert Jahren Wirtschaftswunder und Fortschrittsglauben, unterbrochen von einigen grossen Krisen, ist dies nicht weiter erstaunlich.

So prägt denn häufig Unwissen, zuweilen auch Gleichgültigkeit das Verhalten. Hier sind wohl Gebote und Vorschriften am besten geeignet, um die notwendigen Einsparungen zu erzielen.

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