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«Enttäuscht, aber nicht frustriert»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Christian Marbach, bei den Spielerinnen flossen am Donnerstag nach dem Spiel in Neuenburg die Tränen. Wie ist Ihre Gemütslage am Tag danach?

Ich bin enttäuscht, aber nicht frustriert. Natürlich hätten wir gerne gewonnen und den Final erreicht. Aber wir müssen uns keine Vorwürfe machen, weil es nicht geklappt hat. Das ganze Umfeld – Trainer, Spielerinnen und Staff – haben hart dafür gearbeitet und alles gemacht, was möglich war. Im Sport gibt es jedoch immer wieder Dinge, die man nicht beeinflussen kann.

Sie denken dabei an den verletzungsbedingten Ausfall von Topskorerin Danielle Harbin …

Wir hatten die ganze Saison über mit Verletzungen zu kämpfen, unter anderem von Brianna Beamish und Kerley Becker. Auf diese Ausfälle konnten wir in der Qualifikation reagieren, auf jenen von Danielle Harbin in den Playoffs aber nicht. Der Verlust unserer Topskorerin hat das Team destabilisiert. Wir haben in Neuen­burg alle drei Sätze mit 21:25 verloren, in jedem Satz haben uns in den entscheidenden Situationen drei, vier Punkte gefehlt. Punkte, die wir mit Danielle höchstwahrscheinlich gemacht hätten. Neuenburg war im entscheidenden Moment einfach besser als wir. Das müssen wir akzeptieren.

Als Ersatz für Danielle Harbin haben Sie kurzfristig Cassidy Pickrell engagiert. Wie waren Sie mit ihrer Leistung zufrieden?

Uns war immer bewusst, dass Cassidy kein Eins-zu-eins-Ersatz für Danielle sein würde. Wir mussten nach dem Ausfall von Danielle aber reagieren. Hätten wir nichts unternommen, hätte man uns vorgeworfen, dass wir uns aufgeben. Anstatt im Ausland eine Verstärkung zu holen, hätten wir natürlich auch auf unsere eigenen Spielerinnen setzen können. Aber realistisch gesehen mussten wir eine auswärtige Verstärkung holen, wenn wir in den Final kommen wollten. Dass es auch mit Cassidy schwierig werden würde, war uns durchaus bewusst. Wir wollten aber die gute Arbeit, die während der ganzen Saison gemacht worden war, nicht einfach aufs Spiel setzen.

Nach dem Qualifikationssieg waren die Erwartungen an das Düdinger Team gross. Zu gross?

Die Erwartungen sind überall gestiegen, in den Medien, im Verein, bei den Fans, den Sponsoren und unbewusst auch in den Köpfen der Spielerinnen. Der Club hat nie vom Team gefordert, dass es den Titel gewinnen muss. Die Spielerinnen wollten es von sich aus, was ja durchaus positiv ist. Mit ihrem Anspruch, Meister zu werden, haben sich die Spielerinnen allerdings auch unter Druck gesetzt. Und damit konnten nicht alle gleich gut umgehen.

Dann war der erste Qualifikationsrang rückblickend betrachtet eher ein Fluch als ein Segen?

Das ist schwer zu sagen. Unser Ziel war es, nach der Regular Season unter den ersten vier zu sein, am Ende ist es Platz eins geworden. Aber die Platzierung konnten wir nicht steuern. Absichtlich zu verlieren, nur um nicht Qualifikationssieger zu werden, das wäre Blödsinn gewesen. Wir wussten, dass, wenn wir es unter die ersten vier schafften, in den Playoffs alles möglich sein würde. Alles, das schliesst aber auch Schlechtes ein.

Ein Happy End hat es für Düdingen nicht gegeben. Was sind die Gründe dafür?

Das Happy End mag fehlen, aber insgesamt haben wir eine gute Saison gespielt. Wir haben immer gesagt, dass die vier Teams Aesch-Pfeffingen, Kanti Schaffhausen, Neuenburg und Düdingen sehr ausgeglichen sind und dass in den Playoffs die Tagesform eine entscheidende Rolle spielen werde. Unsere Tagesform war im ersten Spiel der Halbfinalserie nicht gut, das Team war gehemmt und konnte nicht seine normale Leistung abrufen, natürlich auch bedingt durch den Ausfall unserer Topskorerin. Aber es haben noch viele andere Gründe eine Rolle gespielt.

Zum Beispiel?

Uns ist es zum Beispiel nicht gelungen, im Service so Druck aufzubauen, wie wir uns das vorgenommen hatten. Das hat nichts mit einer schlechten Vorbereitung zu tun oder mit fehlendem Willen. Warum das und einige andere Dinge nicht geklappt haben, gilt es in den kommenden Tagen zu analysieren und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Kann man davon ausgehen, dass es im Team Änderungen geben wird?

Ja. Einige Spielerinnen im jetzigen Team sind über 30  Jahre alt. Nicht alle wollen oder können nochmals so viel Zeit fürs Volleyball investieren. Wir haben schon einige Gespräche mit Spielerinnen geführt und werden dies auch in den nächsten Tagen noch tun. Sobald wir mit allen gesprochen haben, werden wir kommunizieren, wer bleibt und wer uns verlässt.

Noch ist die Saison für Düdingen nicht vorbei. Ab dem 13. April folgen noch die Platzierungsspiele um Rang drei. Welche Bedeutung haben sie für den Verein?

Das Halbfinal-Out wird uns noch eine Zeit lang beschäftigen und traurig machen. Das ist in Ordnung so. In ein paar Tagen werden wir aber wieder aufstehen und für den Rest der Saison nochmals unser Bestes geben. Das sind wir unseren Fans schuldig. Ich habe nach der Niederlage gegen NUC von vielen Leuten aufmunternde Nachrichten erhalten, manche haben sich bedankt für unsere engagierten und couragierten Auftritte während der ganzen Saison. Es ist schön zu sehen, dass die Leute mit uns hoffen und leiden. Mit dem Gewinn der Bronzemedaille wollen wir uns bei allen für ihre Unterstützung bedanken.

Rang 3 würde ebenfalls zur Teilnahme am CEV Cup in der nächsten Saison berechtigen.

So wie es momentan aussieht, qualifizieren sich die ersten drei Teams für den CEV Cup, zwei weitere dürfen im Challenge Cup mittun. In welchem Wettbewerb wir nächste Saison antreten können, ist nicht so entscheidend. Wichtig ist, dass wir überhaupt im Europacup dabei sind. Das kann uns zum Glück keiner mehr nehmen – auch Neuenburg nicht.

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