Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Entwicklungshilfe vermindert die Armut

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der frühere US-Präsident Harry S. Truman gilt als einer der Begründer der Entwicklungshilfe: «Mehr als die Hälfte der Menschen auf der Welt leben unter Bedingungen, die dem Elend nahekommen. Ihre Ernährung ist unzureichend. Sie sind Opfer von Krankheiten. Ihr Wirtschaftsleben ist notdürftig und stagniert. Ihre Armut ist ein Handicap und eine Bedrohung sowohl für sie als auch für wohlhabendere Gebiete. Zum ersten Mal in der Geschichte besitzt die Menschheit das Wissen und die Fähigkeit, das Leiden dieser Menschen zu lindern.» Truman deutete an, wozu Entwicklungshilfe fähig wäre: die Welt von Armut und Krankheit zu befreien. Zu seiner Zeit ging man davon aus, dass zirka die Hälfte der Menschheit arm sei. Dies korrespondiert mit den Resultaten von Max Roser (siehe Kasten). Er zeigt, dass seit den 80er-Jahren der Prozentsatz der Armen schneller als je zuvor fiel. Den Worten Trumans sind Taten gefolgt. Aber konnte die Entwicklungshilfe einen wesentlichen Beitrag an diese Taten leisten?

Armut nimmt ab

Fokussiert man auf die Daten der klassischen Entwicklungsländer, dann ist nach wie vor eine prozentuale Abnahme von Armut erkennbar. Hinsichtlich der absoluten Zahlen sieht das Bild bis 2010 je nach Weltregion differenzierter aus. Eine klare Abnahme der Armut zeigt sich seit den 1990ern in Lateinamerika, Ostasien und im Pazifikraum und seit 2003 ebenfalls in Südasien. In Europa und Zentralasien sah man sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit einer vorübergehenden Zunahme armutsbetroffener Personen konfrontiert, welche aber nach 2002 wieder aufgefangen wurde. Einzig das subsaharische Afrika verzeichnet bis 2010 eine absolute Zunahme von armutsbetroffenen Personen. Danach aber nimmt in jeder Weltregion inklusive Afrika die Armut ab.

Lebensunterhalt unterstützen

Zwischen 2007 und 2014 hat ein internationales Forschungsteam eine Studie in sechs Ländern durchgeführt. Dabei wurden zufällig ausgewählte stark armutsbetroffene Begünstigte eines Entwicklungsprogramms mit einer ebenfalls sehr armen Kontrollgruppe ohne Entwicklungshilfe verglichen. Die Begünstigten profitierten ein Jahr lang von einem sogenannten «livelihood support». Dieser besteht aus der Schenkung eines Produktionsmittels (z. B. Schafe, Rinder, Ziegen usw.) sowie der entsprechenden Ausbildung, um es optimal zu nutzen. Über ein Jahr hinweg wird die Familie zusätzlich mittels Sozialhilfe unterstützt sowie mit einem wöchentlichen Coaching besser auf die Widrigkeiten des Lebens vorbereitet. Nach einem Jahr hört die Unterstützung gänzlich auf.

Wirksame Entwicklungshilfe

Drei Jahre nach Ende des Programms hatte sich in allen Ländern der Jahreskonsum der Familien um einige Hundert US-Dollar erhöht. Berechnet man nun den Wert des Programms, also den lebenslang erhöhten Jahreskonsum minus die Investition des Programms, so ergibt sich in allen Ländern eine vierstellige positive Bilanz. Damit wäre die Frage nach der Wirkung von Entwicklungshilfe zur Armutsbekämpfung – insbesondere bei sehr armen Personen – in diesem Falle positiv zu beantworten. Das heisst nicht, dass jede Hilfe und jedes Programm eine Wirkung entfaltet. Einige Programme sind zu kurz, zu oberflächlich, arbeiten mit den falschen Leuten, und ihre Erfolge verpuffen in kurzer Zeit. Aber eine längerfristige, intensive Hilfe zur Selbsthilfe zeitigt erfahrungsgemäss und wissenschaftlich bewiesen nachhaltige Wirkungen. So hilft man armutsbetroffenen Personen, sich aus der Armutsfalle zu befreien. Die Frage stellt sich nun, ob es diese Armutsreduktion noch günstiger gibt.

Antwort: Migration

Ja, lautet hier die Antwort: nämlich mittels Migration. Vergleicht man die Wirkung des angesprochenen Entwicklungsprogramms mit der Wirkung von Migration, so verblassen die Zahlen. Ein weiteres Forschungsteam hat aufgrund von Studien und Befragungen einen jährlichen Lohngewinn für Migranten aus sechs Ländern errechnet, falls diese in die USA migrieren, und sie der lebenslangen Wirkung des Entwicklungsprogramms gegenübergestellt. In allen Fällen übertrifft dieser Lohngewinn den Gesamtwert der Entwicklungshilfe um ein Mehrfaches. Will also die Politik über Entwicklungshilfe die Migration steuern, so müsste sie eigentlich diesen erwarteten statistischen Lohngewinn von Migranten mittels noch wirksamerer Entwicklungshilfe übertreffen.

Finanziell unterstützen

Ein in diesem Bereich vielversprechender Ansatz, den zum Beispiel auch die Caritas verfolgt, ist es, armutsbetroffenen Personen über einen mittleren Zeitraum in kurzen Abständen Geldbeträge auszubezahlen, die sie frei für ihre persönliche Entwicklung einsetzen können. In einigen Fällen werden sie zusätzlich sporadisch beraten. Damit verringern sich die Kosten der Hilfe, aber der Effekt bleibt in den meisten Fällen hoch. Hilfsprogramme müssen jedoch, damit sie gegenüber der Wirkung (und den Risiken) von Migration bestehen können, längerfristig und mit einem höheren Mitteleinsatz durchgeführt werden. Ansonsten bleibt Migration der effektivste (wenn auch der risikoreichste) Weg, um sich aus der Armut zu befreien.

«Our World In Data»

Datensammlung zu den grössten Weltproblemen

Max Roser studierte Geowissenschaft, Ökonomie und Philosophie. Er arbeitet als Ökonom an der Universität von Oxford. Bekannt wurde Roser als Medienkritiker und durch seine Website «Our World in Data», auf welcher er regelmässig Visualisierungen zu verschiedensten Aspekten der Lebensbedingungen auf der Erde veröffentlicht. Das Spektrum reicht dabei von Gesundheit, Nahrungsmittelversorgung, Lohnverteilung und Gewalt bis hin zu Kriegen und Umweltveränderungen. Die Da­ten der Website sind frei zugänglich und werden weltweit von den Medien genutzt.

tr

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Mehr zum Thema