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Er baute Hanf an und verkaufte Heroin

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Das Strafgericht des Sensebezirks in Tafers hat sich gestern mit einem Fall von Drogenverkauf, Hanfanbau und widerrechtlichem Beherbergen eines Ausländers mit Einreiseverbot beschäftigt. Der Angeklagte aus Serbien, der in der Schweiz wohnhaft ist, musste sich wegen Verbrechen und Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Widerhandlungen gegen das Bundesgesetz über Ausländer verantworten. Laut Anklageschrift hat der Beschuldigte insgesamt ein Kilogramm Heroin und eineinhalb Kilogramm Streckmittel verkauft. Zudem soll er mit zwei Personen eine Indoor-Hanfanlage betrieben haben, bei deren Aufbau er seinen Bruder beschäftigte, der aber unter Einreiseverbot stand.

Bei der Befragung durch Gerichtspräsident Reinold Raemy gestand der Angeklagte alle Taten. Einzig bei der verkauften Menge an Heroin war er mit den Angaben von einem Kilogramm, die ihm die Anklage vorwarf, nicht einverstanden. «Ich habe insgesamt 500 Gramm Heroin verkauft.» Nach fünf Verkäufen habe er damit aufgehört, weil er bemerkt habe, dass er damit nichts verdiene. Das Geld aus einem Verkauf fehle ihm bis heute. Seine Familie werde nun von einem Drogendealer bedroht, weil er der Staatsanwaltschaft seinen Namen genannt habe.

761 Hanfpflanzen

Ab 2016 baute der Angeklagte mit zwei Personen eine Indoor-Hanfanlage mit 761 Hanfpflanzen. Der THC-Gehalt der Pflanzen lag zwischen 13 und 16 Prozent – erlaubt ist lediglich ein Gehalt von weniger als ein Prozent.

Der Beschuldigte ­bestätigte, dass er sich überlegt habe, weitere Anlagen einzurichten. «Ich merkte aber, dass es eine Fantasie ist.» Insgesamt 24 000 Franken soll er mit einem seiner Partner in die Anlage investiert haben. Verdient hat er damit nichts: Die Polizei hat die Anlage vor der ersten Ernte beschlagnahmt.

Diskussion um Landesverweis

Man könne dem Angeklagten anrechnen, dass er ­alle ihm vorgeworfenen Taten zugebe, sagte Staatsanwalt Markus Julmy in seinem Plädoyer. «Er trägt aber eine hohe kriminelle Energie in sich, ist ziemlich gerissen und hat keine Skrupel.» In Bezug auf die Hanfanlage sei klar ersichtlich, dass der Angeklagte die treibende Kraft gewesen sei. So habe er etwa einer Person gekündigt und zugleich seinen Bruder beschäftigt, der eigentlich nicht hätte in die Schweiz einreisen dürfen.

Bei den Heroinverkäufen handle es sich zudem nicht um ein paar Gramm, sondern um jeweils 100 Gramm, so Julmy. Dabei sei der Angeklagte immer vorsichtig gewesen, in dem er eine Extra-Handynummer für zwei Lieferungen verwendet habe. Mit all den kriminellen Tätigkeiten habe er seine Frau und seine beiden Kinder in Gefahr gebracht. Julmy plädierte auf schuldig in allen Anklagepunkten. Er beantragte eine Freiheitsstrafe von 48 Monaten, abzüglich der Untersuchungshaft von 149 Tagen. Weiter forderte er die Prüfung einer fakultativen Landesverweisung von 15 Jahren.

«Reine Spekulation»

Dem Angeklagten vorzuwerfen, er sei gerissen und skrupellos, sei «reine Spekulation», sagte der amtliche Strafverteidiger Ingo Schafer. Sein Mandant habe mit dem Verkauf von Heroin aufgehört, als er keinen finanziellen Nutzen darin sah, und nicht erst, als die Polizei ihn stoppte. Er sei stets erwerbstätig gewesen und arbeite heute sogar nachts, um tagsüber für seinen 15-jährigen Sohn da zu sein, der an Epilepsie leide.

Bei der Menge des verkauften, reinen Heroins gehe er von 175 Gramm aus, sagte der Anwalt: Der durchschnittliche Reinheitswert liege bei 35 Prozent, sein Klient habe 500 Gramm verkauft. Das Verschulden beim Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz wiege zwar schwer, es sei aber der erste Verstoss seines Klienten. Ein Landesverweis sei in diesem Fall nicht angebracht. Der Vorwurf, er habe einen Ausländer widerrechtlich beherbergt, solle mit einer Busse von 500 Franken bestraft werden. «Es handelt sich nicht um eine fremde Person, sondern um seinen Bruder. Daher ist es kein schwerer Fall.» Er beantragte eine Freiheitsstrafe von 32 Monaten, bedingt auf zehn Monate, mit einer Probezeit von vier Jahren.

Das Urteil des Strafgerichts Sense steht noch aus.

«Er trägt eine hohe kriminelle Energie in sich, ist ziemlich gerissen und hat keine Skrupel.»

Markus Julmy

Staatsanwalt

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