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Er erfand den Holzdruck neu

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Beim klassischen Holzdruck entfernt der Künstler aus einem Holzbrett die nicht druckenden Teile, um dann die erhabenen Teile einzufärben und abzudrucken: So lernen es die Besucherinnen und Besucher des Gutenberg-Museums Freiburg beim Rundgang durch die Dauerausstellung. Dass es auch anders geht, zeigt das Museum jetzt in einer Sonderausstellung mit Werken des Berner Künstlers Franz Eggenschwiler (1930–2000). Der gelernte Glasmaler wandte sich im Laufe seiner Karriere der Skulptur und schliesslich der Druckgrafik zu – und erfand dabei den Holzdruck neu. «Franz Eggenschwiler entwickelte den traditionellen Holzdruck weiter und wurde zu einem der wichtigsten Holzdrucker der Schweiz», sagt Stefan Ledergerber, Direktor des Gutenberg-Museums.

Telefonskizzen als Basis

Anstatt das Motiv aus der Holzplatte zu hobeln, sägte Eggenschwiler seine Formen aus der Holzplatte aus, setzte sie wie ein Puzzle zusammen, färbte sie ein und druckte sie miteinander oder nacheinander auf weissen oder schwarzen Grund. Wichtig war dabei nicht zuletzt die Maserung des Holzes, die der Künstler gezielt auswählte und die auf den fertigen Werken deutlich sichtbar ist. Die Motive entstanden übrigens oft beim Telefonieren: Fast beiläufig zeichnete und skizzierte Eggenschwiler während des Telefonierens. Diese Skizzen – einige Beispiele sind im Museum ausgestellt – dienten ihm als Grundlage für seine Werke.

Bei seinen Drucken war Eggenschwiler mehr Ideengeber als Produzent, wie Stefan Ledergerber ausführt: «Er entwickelte die Idee, überliess die Säge- und Druckarbeiten aber anderen, die nach seinen Anweisungen vorgingen.» Dennoch war Eggenschwiler Künstler durch und durch. Das zeigt auch die Ausstellung in Freiburg, die neben den Druckgrafiken auch Glasgemälde, Aquarelle und Skulpturen präsentiert, entstanden zwischen den Sechziger- und den Neunzigerjahren. So hängen etwa drei Glasscheiben in den Fenstern mit Blick auf die Poya-Brücke und lassen diese in Blau und Rot erscheinen. Verteilt im Raum finden sich mehrere Skulpturen, viele davon aus Alteisen und anderen Fundgegenständen. Solche Assemblagen und Objekte schuf Eggenschwiler ab der Mitte der Sechzigerjahre; das Ausgangsmaterial dafür fand er auf Schrottplätzen und in Kiesgruben.

Hier habe der Künstler, der aus einem streng katholischen Elternhaus stammte, «eine wertungsfreie Welt ohne moralische Vorbelastung und voller kreativer Freiräume entdeckt», so Stefan Ledergerber. Aus Alltagsdingen Kunst zu machen und Gefundenes mit selbst Geschaffenem zu kombinieren, das habe ihn begeistert. Eggenschwiler selbst sagte dazu einmal: «Man muss um die Ecken herumdenken. Die Erfolgreichen denken geradlinig, ein­gleisig. Und gerade ihre Erfolge sind es, die uns schliesslich in die Sackgasse führen.»

Gutenberg-Museum, Liebfrauenplatz 16, Freiburg. Bis zum 5. Mai. Mi., Fr. und Sa. 11 bis 18 Uhr, Do. 11 bis 20 Uhr, So. 10 bis 17 Uhr.

Zur Person

Vom Glasmaler zum Druckgrafiker

Franz Eggenschwiler wurde 1930 in Solothurn geboren. Nach der Grundschule machte er eine Lehre als Glasmaler und traf an der Kunstgewerbeschule in Bern unter anderen auf Rudolf Mumprecht und Bernhard Luginbühl. Von 1951 bis 1968 arbeitete er als Glasmaler in Bern; später schuf er Bilder, Skulpturen und Grafiken. Ab 1973 lebte und arbeitete er zusammen mit seiner Frau Rosemarie in einem Atelierhaus in Eriswil im Emmental. Das Haus brannte 1993 nieder; viele Werke gingen dabei verloren. 1997 gründete der Künstler die Franz-und-Rosemarie-Eggenschwiler-Wiggli-Stiftung, um das Atelier wiederaufzubauen. Die Eröffnung des neuen Atelierhauses, das bis heute von der Stiftung geführt wird, erlebte er allerdings nicht mehr: Er starb im Jahr 2000 an einer Hirnblutung.

cs

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