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Er schlittelt so schnell, wie er den Fussball schlägt

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Cédric Tamani ist bei 2.-Ligist Überstorf schneller Stürmer, aber im Skeleton beherrscht er noch viel mehr Tempo

Als man anfangs Winter beim FCÜberstorf via FN vernahm, dass Cédric Tamani auf eigene Kosten in Calgary Skeleton trainiere, brach eine kleine Panik aus. Man fürchtete, den athletischen Stürmer zu verlieren. Cédric Tamani besänftigte die Gemüter. Er trainiere aus Spass. Und das mit den eigenen Kosten bedeute nicht, dass der Fussball dem Mehraufwand zum Opfer fallen würde. Cédric Tamani bleibt dem FC Überstorf erhalten.

Skeleton ist ja nicht gerade eine Sportart, die im Raum Freiburg von Massen betrieben wird. Um es genau zu sagen: Cédric Tamani ist der einzige Freiburger, der Skeleton fährt. Deshalb ist auch die Frage erlaubt, was Skeleton überhaupt ist: «Es ist ein Schlitten, der eine Stahlkonstrukion als Skelett hat», erläutert Cédric Tamani. Skeleton ist Englisch und heisst auf Deutsch Gerippe.
Seine ehemalige Freundin Maya Bieri, selber Spitzenfahrerin, hatte Cédric Tamani vor gut drei Jahren durch eine Supporterfahrt nach Innsbruck zum Skeleton gebracht: «Auf einer solchen Fahrt auf der Bobbahn von Innsbruck kann man beim ersten Mal von oben bis unten fahren, ohne viel zu riskieren. Ich dachte zuerst: Das ist nichts für mich, weil es um Zehntel und Hundertstel geht. Aber je schneller man wird, desto mehr will man.» Mittlerweile hat Cédric Tamani die dritte Saison hinter sich. Vor drei Jahren hatte er sich auf Anhieb für den Weltcup qualifiziert: «Da lief es soso, lala.» Diesen Winter klassierte er sich an den Weltcups von Calgary und Nagano auf den 29. und 30. Rang, beide Male unter 40 Fahrern: «Ziel für die Anfänger ist es, sich im ersten Lauf unter den ersten 25 zu klassieren, um im zweiten Lauf starten zu können.» An den diesjährigen Schweizer Meisterschaften fuhr er auf den 7. Rang.

Starker Nacken, schwacher Kopfball

Nicht nur der Temporausch, aber auch der ist es, welcher ihn fasziniert. «Man gewöhnt sich ans Tempo, geniesst den Druck in den Kurven, da muss man das fünffache Körpergewicht aushalten.» Im Unterschied zum Rodeln fährt man im Skeleton nicht auf dem Rücken, sondern auf dem Bauch. Der Kopf flitzt ganz nah über die Eisoberfläche: «Es gibt Kurven, in denen man den Kopf bzw. den Helm auf dem Eis gleiten lassen muss, so hoch ist der Druck», sagt Cédric Tamani. Logisch, dass dabei die Nackenmuskulatur speziell trainiert werden muss. «Anfangs Saison ist es besser, wenn man den Kopf in bestimmten Kurven ablegt. Ende Jahr hält man dann praktisch jede Bahn aus.»

Leider sei es nicht so, dass seine starke Nackenmuskulatur sich auch im starken Kopfballspiel ausdrücke. Trotz seiner Grösse sei er ein schlechter Kopfballspieler: «Ich habe mit sechs Jahren mit dem Fussball begonnen. Bis vergangene Saison habe ich in Schmitten gespielt. Als ich auf diese Saison hin zu Überstorf wechselte, erzielte ich im ersten Trainingsmatch ein Kopfballtor. Man freute sich im Club zu früh…»

120 km/h

Im Skeleton werden Tempi von 120 bis 150 km/h erreicht. Es ist das Tempo, das ein Fussballer wie Cédric Tamani auch fast dem Ball aufdrücken kann.

Nimmt man das Tempo, wenn die Augen so nah am Boden sind, überhaupt noch wahr? «Es ist wie ein Flash, man ist so konzentriert auf die Ideallinie, dass man das Tempo nicht wahrnimmt. Normalerweise muss man schauen. Ich habe gemerkt, dass ich selber in den Kurven schneller bin, wenn ich den Kopf unten halte, nicht schaue und dem Gefühl folge.»
Rein optisch betrachtet, ist Skeleton attraktiver als Rodeln, schon nur weil der Sportler beim Start spurtet, die Hände am Schlitten. Dann folgt der Sprung auf den Schlitten; die Beine sind noch hoch in der Luft, und der Oberkörper liegt bereits auf dem Schlitten. Cédric Tamani, mit 190 cm Grösse von unübersehbarer Athletik, ist just wegen seiner Grösse beim Start etwas benachteiligt: «Aber beim Skeleton ist es nicht so, dass man einen Rückstand von 25 Hundertstel nicht mehr aufholen kann.» Die Steuerkünste des Fahrers sind entscheidend. Gesteuert wird mit Gewichtsverlagerungen durch Kopf, Schultern und Beine. Und dann kommt die Wissenschaft mit den Kurven dazu…
1928 und 1948 war Skeleton im Olympiaprogramm. Vergangenen Oktober ist Skeleton neu wieder zur Olympiadisziplin erklärt worden. Mit Salt Lake City 2002 rechnet Cédric Tamani nicht: «Die Konkurrenz ist durch die alten, erfahrenen Cracks, die lange auf diese Chance gewartet haben, so hoch, dass es für mich kaum möglich ist. Aber ich denke an 2006. Bis dahin werde ich viel mehr Erfahrung haben. Denn genau um das geht es nämlich in dieser Sportart auch.»

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