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Er verschickte obszöne Bilder und SMS

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Mehr als einmal wurde Gerichtspräsident Benoît Chassot gestern im Saal 4 des Bezirksgerichts Saane laut. «Antworten Sie auf meine Frage», herrschte er den Angeklagten an. «Ich will keine Ausreden mehr hören.»

Vorgeworfen werden dem Beschuldigten sexuelle Handlungen mit Kindern, Pornografie, harte Pornografie, Nötigung, Beschimpfung und Missbrauch einer Fernmeldeanlage. Im Herbst 2011 hatte der heute 33-Jährige in einem Chatforum ein Mädchen kontaktiert. Bei einem Treffen kam es zu einvernehmlichem Sex mit der 14-Jährigen. Dies, obwohl der Mann über ihr Alter sowie über ihre schwierige Familiensituation und ihre Platzierung in einem Institut Bescheid wusste. Von Mai bis November 2012 nahm er mit über 30 weiteren Mädchen zwischen 12 und 15 Jahren Kontakt auf. Manchen schickte er teils obszöne Nachrichten sowie Bilder von seinem und anderen erigierten Penissen. Eines der Mädchen überredete er zu einem Treffen; da sie in Begleitung von Freunden kam, geschah jedoch nichts. Ebenfalls fand die Polizei auf seinem Computer sechs kinderpornografische Videos und eines, das Sex mit Tieren zeigt. Bereits 2007 und 2010 war der Mann wegen ähnlicher Delikte verurteilt worden.

Taten lange abgestritten

«Ich war schwach, ich hätte auf den sexuellen Kontakt verzichten sollen», sagte der Mann, der seit 2011 verheiratet ist, seine Frau aber nur oberflächlich über seine Taten informiert hatte. Mit dieser Antwort gab sich Chassot nicht zufrieden. Denn offenbar hatte sich der Mann erst wenige Wochen vor dem Prozess zum sexuellen Kontakt bekannt, davor hatte er diesen stets abgestritten. «Sie haben alle belogen und das Mädchen als Lügnerin hingestellt», so Chassot.

Von November 2012 bis Januar 2013 war der Beschuldigte in Untersuchungshaft, zudem ist er in Therapie. Gemäss dem Psychiater–und anders, als die Aussagen des Beschuldigten vermuten liessen–mache er aber nicht grosse Fortschritte. Zudem sei er sich seiner Taten nicht wirklich bewusst. «Ich hoffe, die Therapie wird mir helfen, zu verstehen, warum ich dies getan habe», so der Beschuldigte.

Arbeit gibt Stabilität

 Der Mann habe sich im Internet als jünger ausgegeben und ohne Skrupel die Naivität der jungen Frauen ausgenutzt, sagte Staatsanwältin Yvonne Gendre. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten, zwölf davon unbedingt, sowie eine Busse von 1000 Franken. Der Mann habe manchen Mädchen gedroht, ihre Eltern zu benachrichtigen, sie mit unzähligen SMS bedrängt und sie auch nachts nicht in Ruhe gelassen. Ebenfalls hätten ihn die zwei bedingten Verurteilungen nicht davon abgehalten, erneut zu beginnen.

Bei der Festlegung des Urteils sei zu beachten, dass sein Klient sehr unreif sei und eine Persönlichkeitsstörung aufweise, was seine Schuldfähigkeit leicht vermindere, sagte Verteidiger Philippe Leuba. Die Tage im Gefängnis seien für ihn sehr einschneidend gewesen und hätten eine–zwar langsame, aber positive–Entwicklung hervorgerufen. Auch habe der Mann nun eine Arbeit gefunden, die ihm Stabilität gebe. «Muss er ins Gefängnis, verliert er wohl seinen Job.» Dies erhöhe das Rückfallrisiko. Deshalb forderte Leuba eine bedingte Haftstrafe von zwei Jahren.

Das Urteil gibt Gerichtspräsident Benoît Chassot heute bekannt.

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