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Erfolg für die ärztliche Grundversorgung

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Der Hausärztemangel in der Schweiz lässt den Gesundheitssektor und die Kantone nicht kalt. Vor über 20  Jahren hat das schweizerische Kollegium für Hausarztmedizin einen Versuch gestartet, Assistenzärzte und -ärztinnen im Rahmen ihrer Ausbildung Praktika bei Allgemeinmedizinern absolvieren zu lassen. 2008 wurde der Versuch als Programm etabliert, und 2010 führte auch der Kanton Freiburg das Projekt der Praxis­assistenz ein.

Nun hat die Direktion für Gesundheit und Soziales eine erste Bilanz gezogen, die positiv ausfällt. Seit 2010 haben 25 Assistenzärzte an diesem Programm im Kanton teilgenommen, und 17 von ihnen haben sich inzwischen in verschiedenen Regionen des Kantons niedergelassen. An einer Medienkonferenz wurden diese Zahlen gestern vorgestellt.

Kanton bezahlt das meiste

Das Programm basiert auf einer Zusammenarbeit zwischen dem Staat und der Ärzteschaft. So bezahlt der Kanton 80  Prozent der Kosten für eine Stelle und die ärztlichen Grundversorger 20  Prozent. Dazu finanzieren diese auch 10  Stellenprozente für einen kantonalen Koordinator des Programms.

Wie Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre (SP) ankündigte, wird das Programm nun gar noch ausgebaut. Zu Beginn umfasste es pro Jahr zwei sechsmonatige Praktika, derzeit sind es acht. 2019 sollen es zehn Stellen mit fünf Vollzeitäquivalenten und 2021 gar zwölf Stellen mit sechs Vollzeitäquivalenten sein. Laut Demierre steht ein entsprechender Antrag für das Budget 2019 zur Diskussion.

Gemäss Demierre ist der Mangel an Haus- und Kinderärzten im Kanton nach wie vor akut. Die letzte Erhebung liege zwar acht Jahre zurück, aber die Zunahme der Fälle bei der Notaufnahme des Freiburger Spitals HFR oder auch die Zahl der über 55-jährigen Allgemeinmediziner seien klare Anzeichen dafür.

Nebst der Praxisassistenz ist auch der sich im Aufbau befindende Master-Studiengang in Humanmedizin dazu vorgesehen, den Hausarztmangel zu lindern. «Die beiden Angebote ergänzen sich», so Anne-Claude Demierre.

35 Praxen zugelassen

Kantonaler Koordinator für das Praxisassistenz-Programm ist Bruce Brinkley. Er hatte vorher schon bei einem solchen Projekt in Genf mitgemacht. Wie er sagte, sind im Kanton Freiburg derzeit 31 Praxen für Allgemeinmedizin und vier Praxen für Pädiatrie für die Ausbildung von Assistenzärzten zugelassen. Dazu müssen gewisse Anforderungen erfüllt sein: Die Praxis muss etwa über ein eigenes Untersuchungszimmer, eine Röntgenanlage und ein Labor verfügen.

Wie Brinkley an der Medienkonferenz sagte, sei es seine Herausforderung, die Anzahl Kandidaten zu rekrutieren, die auch dem Budget des Programms entspreche. «Bisher haben wir noch keinen Interessenten abgewiesen», sagte er. Das Programm mache er bei Workshops und an Kongressen bekannt, und es spreche sich unter den Assistenzärzten herum. Wie er sagte, kommen rund die Hälfte der Praxisassistenten vom HFR.

Wer sich dann tatsächlich als Allgemeinmediziner niederlasse, tue dies in der Regel in einer Gemeinschaftspraxis, ergänzte Anne-Claude Demierre.

Erfahrung mit diesem Konzept hat die Ärztin Jeannette Hermes-Marchand in einer Doppelpraxis in Düdingen gesammelt. Wie sie sagte, sei dies eine durchwegs positive Erfahrung. Junge Ärzte oder Ärztinnen würden einen frischen Wind in eine Praxis bringen. Dazu finde ein reger Austausch statt. «Die Spitalinfrastruktur ist da weit weg. Ein Arzt in Ausbildung lernt, selber Entscheide zu treffen.»

Damien Barbey ist Kinderarzt und bietet ebenfalls Praxisstellen an. Er stellt Assistenten an, um die grosse Nachfrage der Eltern zu bewältigen. Die Arbeit mit jungen Kollegen empfindet er als stimulierend. Barbey konnte zudem seine frühere Ausbildungstätigkeit beim Spital in der eigenen Praxis wieder aufnehmen.

Zahlen und Fakten

Nach zwei bis drei Jahren in die Praxis

Zwischen 2010 und 2017 haben 25 Ärztinnen und Ärzte das kantonale Programm der Praxisassistenz genutzt. Von diesen haben sich bis heute 17 in einer Praxis niedergelassen, vier sind Oberärzte am HFR, eine Person setzte die Karriere im Spital fort, und von drei gibt es keine Information. Wer heute in einer Praxis arbeitet, tat diesen Schritt meist zwei bis drei Jahre nach dem Praktikum. Während zu Beginn pro Jahr noch zwei Praktika angeboten wurden, sind es derzeit acht und bald wohl schon zwölf. Die Ausweitung erfolgt auch mit dem Interkantonalen Spital der Broye und dem Kanton Waadt. Eine Stelle kostet inklusive Sozialleistungen rund 65 000 Franken; davon finanziert der Kanton 80  Prozent, die Grundversorger 20  Prozent.

uh

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