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Erfolgreiches Integrationsmodell

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Autor: Lukas Schwab

«Was ist das, Frau Fasel», fragt der 13-jährige Miguel (*) seine Lehrerin und streckt ein Bild in die Höhe. «Eine Karotte», antwortet Luis, sein Klassenkamerad. Die beiden besuchen die Klasse für fremdsprachige Schüler der Orientierungsschulen Gurmels, Kerzers und Murten. Sie sind im Sommer aus ihrer Heimat Portugal in den Seebezirk gezogen. Der dritte neue Schüler in der Klasse ist der 16-jährige Stephan aus Tschechien. Während Luis und Miguel versuchen, deutsche Wörter einem Bild zuzuordnen, übt Stephan mit einem Lernprogramm am Computer. Der Unterricht ist lebhaft. «Bei uns ist es nicht so still wie in anderen Klassen, schliesslich sollen die Schüler die Sprache lernen», erklärt Jutta Fasel, welche die fremdsprachigen Schüler mit Ida Bellmann und Janine Steiner in Murten unterrichtet.

Deutsch, Mathematik und die Schweiz

«Die drei neuen Schüler konnten zu Schulbeginn kein Wort Deutsch», so Jutta Fasel. Jetzt, nach einem Monat, können sie sich bereits ein wenig verständigen. Nebst der Sprache werden im Unterricht auch häufig fehlende Grundkenntnisse der Mathematik vermittelt. «Wir versuchen den Schülern aber auch die Kultur der Schweiz näherzubringen», so Jutta Fasel.

Unterricht in zwei Klassen

Neue Schüler ohne Deutschkenntnisse besuchen jeweils am Vormittag die Klasse für fremdsprachige Schüler. Am Nachmittag nehmen sie am Unterricht ihrer Stammklasse teil. «Dadurch lernen sie schneller Deutsch, sind aber gleichzeitig in eine normale Klasse integriert», erklärt Thérèse Schwaller, Koordinatorin des Projekts. Je besser die Schüler die Sprache beherrschen, desto stärker verschiebt sich der Unterricht von der Fremdsprachenklasse in die reguläre Klasse. «So viel Separation wie nötig, so viel Integration wie möglich», erklärt die Koordinatorin das Konzept.

Keine Mehrkosten

Vor der Einführung des Kooperationsprojektes konnten die einzelnen Orientierungsschulen im Seebezirk jeweils nur vier bis sechs Lektionen Deutsch für Fremdsprachige anbieten. «Durch das gemeinsame Angebot sind es nun 20 Lektionen pro Woche, ohne dass Mehrkosten entstehen», so Thérèse Schwaller.

«Dadurch, dass wir mehr Stunden anbieten können, machen die Schüler schneller Fortschritte», so Jutta Fasel. Ausserdem bleiben die Schüler aktiver und interessierter. «Früher sassen sie stundenlang im regulären Unterricht, ohne etwas zu verstehen, wodurch viele resignierten», so die Erfahrung der Lehrerin. In der Klasse für Fremdsprachige seien die Schüler zudem nicht allein mit ihren Problemen und könnten sich gegenseitig helfen. Im Schnitt besuchen rund 20 bis 25 Schulkinder, verteilt auf die fünf

Vormittage, den Unterricht für Migrantenkinder. Jutta Fasel ist überzeugt, dass das Projekt ein Modell für die Zukunft ist, das auch andernorts umsetzbar wäre.

(*) Alle Namen der Schüler geändert

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