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Erfrischend, emotional, euphorisch

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Nicki Neubauer, im Sommer sind Sie vom «grossen» Kanti Schaffhausen als Trainer zum «kleinen» Düdingen gewechselt. Wo liegen die grössten Unterschiede zwischen den beiden Volleyballvereinen?

Schaffhausen ist sicher schon einen bis eineinhalb Schritte weiter als Düdingen. Kanti ist länger im NLA-Geschäft, hat Europacup-Erfahrung und verfügt über ganz andere finanzielle Möglichkeiten. Das Drumherum ums Team ist viel grösser. Physiotherapeut, Co-Trainer, Konditionstrainer, sie alle sind Profis und sind ständig bei der Mannschaft.

 

 Dieses Jahr hat es lange gedauert, bis Düdingen sein NLA-Team beisammenhatte. Wo lagen die Schwierigkeiten?

Das hatte mehrere Gründe. Zu einem habe ich mir lange Gedanken gemacht, wie die Mannschaft aussehen soll. Zum anderen war es unser grosser Wunsch, mehr Schweizerinnen ins Team zu bringen. Wir hatten mit einigen Frauen intensive Gespräche geführt, besonders die Nationalspielerinnen haben aber lange überlegt, bis sie einen Entscheid fällten. Dadurch wurde alles ein bisschen hinausgeschoben. Erst als wir Klarheit bezüglich Schweizerinnen hatten, konnten wir uns auf die Suche nach ausländischen Verstärkungen machen. Dabei haben wir uns bewusst Zeit gelassen, weil wir sicher sein wollten, dass die Spielerinnen nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich ins Team passen würden.

 

 Trotz engen Kontakten–wie Sie sagen – konnten Sie nicht mehr Schweizerinnen verpflichten. Woran lag es?

Das ist so, und das ist eine Sache, an der wie arbeiten müssen. Oft waren Details entscheidend, und häufig waren Dinge ausschlaggebend, die nicht in unserer Hand lagen. Laura Sirucek zum Beispiel haben wir ein sehr gutes Angebot unterbreitet. Sie war nahe an einer Zusage, hat sich dann aber aus praktischen Gründen für Schaffhausen entschieden, weil sie in Zürich an der Uni studiert. Auch Martina Halter hätten wir gerne nach Düdingen geholt. Weil die Nationalspielerin dieses Jahr die Matura abschliesst und keinen Schulwechsel vornehmen wollte, ist sie in der NLB bei Obwalden geblieben. Lange sah es so aus, als könnten wir Spielerinnen von Voléro ausleihen. Dann haben die Zürcherinnen ihr Team komplett umgebaut und es sich anders überlegt.

 

 Wie schafft es Düdingen, für Schweizer Spielerinnen interessant zu werden?

In erster Linie suchen sich die Spielerinnen einen Verein, wo sie viel und gut trainieren können. Da hatten wir bisher Defizite. Für diese Saison haben wir unseren Trainingsaufwand hochgeschraubt, trainieren nun jeden Abend, zweimal am Mittag und jeweils vor dem Meisterschaftsspiel. Das hatte man zwar auch schon letzte Saison vor, man hat es aber nicht konsequent durchgezogen. Nun bringen wir es auf 16 bis 18 Stunden Balltraining und vier Stunden Athletiktraining. Da sind wir auch im schweizerischen Vergleich gut unterwegs. Das Problem ist, dass viele gar nicht wissen, welche Möglichkeiten wir in Düdingen haben. Da müssen wir uns zukünftig besser verkaufen.

 

 Wie schafft man das?

Wichtig ist, dass wir diese Saison das Optimum aus unserem Spielermaterial herausholen und positiv auffallen. Die Volley-Schweiz muss sehen, dass es in Düdingen vorwärtsgeht, die Spielerinnen müssen realisieren, dass sie sich auch bei uns weiterentwickeln können.

 

 Mit Vanessa Belli, Nicole Dietrich, Anniara Munoz und Cosima Wieland sind nur noch vier Spielerinnen aus dem Vorjahr dabei. Konstanz sieht anders aus …

Es war durchaus der Wunsch des Vereins, Kontinuität zu schaffen. Dass es nicht dazu gekommen ist, hat zwei Hauptgründe: Erstens war es eine Frage des Geldes. Ausländerinnen, besonders wenn sie aus Übersee kommen, kosten in ihrem ersten Jahr in der Schweiz wenig. Sie wollen hier erst mal Fuss fassen, um dann im zweiten Jahr mehr zu verdienen. Nadine Alphonse hätten wir zum Beispiel sehr gern behalten. Sie hat von uns auch ein sehr stark verbessertes Angebot erhalten. Mit der Offerte von Aesch Pfeffingen konnten wir indes nicht mithalten.

 

 Und zweitens?

Ich finde, dass man faule Äpfel sofort aussortieren sollte, sonst geht auf einmal der ganze Korb mit den Äpfeln drin kaputt. So waren einige Frauen im Team, die vom Charakter her nicht passten und sich nicht mit dem Verein identifizierten. Wir wollen keine Spielerinnen, die nur die Hand aufhalten, spielen und dann wieder verschwinden – Konstanz hin oder her. Wir brauchen Volleyballerinen, die sich voll einbringen, Spielerinnen mit Herz.

 

 Haben Sie solche gefunden?

Ich denke schon. Unsere neue schwedische Captaine Lina Sundström wird diesbezüglich vorneweg marschieren und alles geben. Das Gefüge der Mannschaft macht einen guten Eindruck. Wie gut es wirklich ist, wird sich aber erst in den ersten kritischen Momenten auf dem Feld zeigen.

 

 Was trauen Sie Ihrem Team diese Saison zu?

Letzte Saison dachte man, Düdingen würde zum einen oder anderen Exploit fähig sein. Geklappt hat es aber selten, weil die Spielerinnen selten ihr ganzes Leistungsvermögen abrufen konnten. Mein Ziel ist es, aus jeder Spielerin das Maximum herauszuholen. Wir wollen uns nicht auf eine bestimmte Rangierung fixieren, sondern erfrischenden Volleyball mit grossen Emotionen und viel Euphorie bieten.

 

 Dann ist das Erreichen der Playoffs für Sie von sekundärer Bedeutung?

Natürlich stehen die Playoffs auf unserem Zettel. Der Modus ist aber hart, nur fünf Teams dürfen an die Finalspiele. Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass wir die Qualifikation schaffen, wenn alles zusammenpasst. Im Falle von Verletzungen oder wenn eine Spielerin einen schlechten Tag einzieht, wird es hingegen schwierig für uns.

 

 Inwiefern?

Wir haben aus den Fehlern des Vorjahrs gelernt und das Kader verbreitert, indem wir vier Juniorinnen aus dem eigenen Nachwuchs integriert haben. Das Kader ist mit vierzehn Spielerinnen nun zwar gross, es fehlt aber die Qualität in der Breite. Unsere Optionen sind beschränkt. Auf jeder Position haben wir zwar eine Ersatzspielerin, meist ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent, dahinter folgen aber bereits die Junior-Players. Wir verfügen zum Beispiel nicht über drei, vier gleichwertige Aussenangreiferinnen, so wie etwa Köniz. Das würde aber auch keinen Sinn machen. Wir wollen Junge ausbilden und an die NLA heranführen. Wenn diese auf ihrer Position aber nur die Nummer 4 sind, stehen sie nie auf dem Feld.

 

 Wo sehen Sie die Stärken Ihres Teams?

Die sehe ich vor allem in unserer Eigenenergie. Es herrscht eine sehr gute Stimmung im Team. Das Klima ist nicht immer nur friedlich, es fällt auch mal ein lauteres Wort und es wird rege diskutiert, aber es ist stets leistungsfördernd. Eine unserer Stärken ist der Service, da haben wir einige gute Waffen. In der Verteidigung sind wir nicht zuletzt dank der neu verpflichteten Libera Jennifer Salgado zu einer Gummiwand geworden. Als Kollektiv wollen wir die «Grossen» ärgern. Das ist unser Anspruch, und diese Aussenseiterrolle nehmen wir gerne an. Es würde uns aber nicht umhauen, sollten wir die Playoffs im Jahr eins verpassen.

 

 Sie reden vom «Jahr eins». Hat in Düdingen mit der fünften NLA-Saison eine neue Zeitrechnung begonnen?

In gewisser Weise versuchen wir in Düdingen tatsächlich einen Neuanfang. Der Verein hat mit mir erstmals einen Profitrainer engagiert, der im sportlichen Bereich auch in der 2. Mannschaft und bei den Juniorinnen eingreifen kann. Auch sonst ist viel im Umbruch. Wir versuchen, bestehende Strukturen aufzubrechen und neue Ideen einzubringen. Das ist nicht immer leicht, aber ich sehe es als meine Aufgabe, sportlich bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich der Verein zukünftig in professionelleren Bahnen bewegen kann.

 

 Wo sehen Sie den grössten Handlungsbedarf?

Der Staff rund um die 1. Mannschaft sollte besser werden. Ich wünsche mir zum Beispiel, dass bei jedem Spiel ein Physiotherapeut dabei ist. Die Spielerinnen sollen sich auf den Volleyball konzentrieren können. Ich wollte auch keine ausländischen Spielerinnen mehr, die nebenbei 50 Prozent arbeiten. Sie können nicht die gleiche Leistung erbringen wie eine Profispielerin, die sich ausschliesslich dem Volleyball widmet. Bei solchen Sachen müssen wir professioneller werden. Mit besseren Rahmenbedingungen kann auch die Mannschaft besser werden.

«Die Spielerinnen müssen nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich ins Team passen.»

«Faule Äpfel sollte man aussortieren, sonst geht auf einmal der ganze Korb mit den Äpfeln drin kaputt.»

«Wir wollen erfrischenden Volleyball mit grossen Emotionen und viel Euphorie bieten.»

«Wir versuchen, bestehende Strukturen aufzubrechen und neue Ideen einzubringen. Das ist nicht immer leicht.»

 

NLA-Saison: Verletzungssorgen zum Auftakt

F ür das Düdinger NLA-Frauenteam beginnt an diesem Wochenende die Volleyball-Saison. Heute gastieren die Senslerinnen im Toggenburg (17.30 Uhr), ehe sie morgen Köniz in der Sporthalle Leimacker zum Duell bitten (16 Uhr).

«Unser Fokus liegt ganz klar auf dem Samstagspiel», sagt Düdingens neuer Trainer Nicki Neubauer. «Da werden wir versuchen, mit drei Zählern heimzukehren. Gegen Köniz dürfte es selbst zuhause ganz schwer werden zu punkten. Wir haben nichts zu verlieren und können befreit aufspielen.»

Die Premiere des Österreichers steht allerdings unter einem schlechten Stern. Vanessa Belli musste sich wegen anhaltenden Kniebeschwerden einer Arthroskopie unterziehen. «Wir warten auf die genaue Diagnose, dann wissen wir, wie lange sie ausfällt», so Neubauer. «Im besten Fall sind es nur zwei Wochen.» Auch die montenegrinische Nationalspielerin Andrea Lakovic hat sich beim Training verletzt. Ob die Mittelblockerin beim Saisonauftakt dabei sein kann, ist noch unsicher. ms

Kader

TSV Düdingen Volley Saison 2012713

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