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Erlebnisse aus dem Schulbus … und mehr

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wenn Marcel Bapst heute pünktlich wie immer um 7.37 Uhr bei der Bushaltestelle Gypsera in Schwarzsee losfährt, ist sein Kleinbus blitzblank geputzt. Die ersten Kindergärtler steigen ein – manche zögerlich, manche stürmisch. «Kinder, die zum ersten Mal mit dem Bus fahren, müssen zuerst lernen, wie man sich angurtet. Ziel ist es, dass sie es nach einer Woche selber können», erzählt Bapst, der seit drei Jahren Schulbus-Chauffeur der TPF ist. Dabei müssen die Eltern helfen. Überhaupt müssen die Kinder immer von einem Elternteil oder einer mit ihrer Aufsicht betrauten Person zur Busstation begleitet werden. Das sei auch für ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen dem Bus-Chauffeur und den Kindern wichtig, sagt Bapst: «Wenn ich mit den Eltern klarkomme, geht es auch mit den Kindern gut.» Acht Kinder führt er auf der Strecke von Schwarzsee über Plaffeien in den Kindergarten nach Brünisried. Im Bus geht es zuweilen lebhaft zu und her. «Anfangs der Woche erzählen die Kinder immer viel, am Freitag sind sie dann meistens ruhig.» Bapst ist selbst Vater dreier erwachsener Kinder und kann es gut mit Kindern. Darum weiss er: «Wenn sie sich zanken, mische ich mich nicht ein, das legt sich in der Regel von selbst.» Manchmal schlage er ihnen auch vor, sie sollten doch etwas singen. «An Weihnachten sangen sie schampar viel.» Und klar, würden sie auch Quatsch machen. Zum Beispiel den Sicherheitsgurt so weit rausziehen, dass sie sich in den Gang stellen können. «Dann erkläre ich ihnen, dass sie sich bei einer Vollbremsung den Kopf stossen und gar die Zähne einschlagen könnten. Das verstehen sie dann.» Bapst nimmt die Sicherheit sehr ernst und fühlt auch eine grosse Verantwortung. «Ein Vater sagte mir mal: Sie wissen schon, dass sie die Zukunft des Schwarzsees transportieren.» An den jährlich stattfindenden Schulungen im TPF-Fahrerzentrum Romont wird Sicherheit denn auch grossgeschrieben.

Der Schulweg von Michelle und Simon Luginbühl (Kerzers) in Bildern.

Kinder erzählen viel …

Der 63-jährige Bapst hat ein 40-Prozent-Pensum. Drei Mal pro Tag muss er ausrücken: Morgens, mittags und bei Kindergartenschluss. «Einmal hat mich ein Junge gefragt, ob ich bei ihm zu Hause Mittagessen wolle. Seine Mutter koche immer so viel und dann müsse er am Abend immer Reste essen», erzählt Bapst lachend. Er hat auch immer eine kleine Belohnung dabei. «Die Kinder helfen einander oft, zum Beispiel beim Angurten. Dann gibt es schon mal ein Gummibärchen.» Manchmal muss Bapst den Kindern auch gut zusprechen. Etwa jenem Jungen, der nur widerwillig in den Bus stieg, weil er nicht in den Kindergarten gehen wollte. In Brünisried angekommen, merkte Bapst, dass nur sechs anstatt sieben Kinder ausgestiegen sind. Zunächst suchte er draussen. «Als ich ihn nicht gefunden habe, schaute ich nochmals im Bus nach. Und da sass er versteckt unter der hintersten Bank. Wir haben zusammen geredet, und dann ging er doch in den Kindergarten. Der Mutter habe ich das natürlich nicht erzählt.»

Hier geht’s zum Artikel über das neue Schuljahr.

… und machen auch Mist

Joseph Aebischer ist 68 Jahre alt. Nach seiner Pensionierung wollte der Sozialpädagoge noch etwas tun und wurde Schulbus-Chauffeur für die Gemeinde Tafers. Er transportiert 23 Kinder aus dem Kleinschönberg in die Primarschule Tafers. Auch er macht seinen Job gerne, obwohl er gerade im vergangenen Jahr öfter disziplinarische Probleme hatte. Das ging so weit, dass die Gemeinde an die Eltern einen Brief mit den geltenden Verhaltensregeln schickte. Darum ist es Aebischer wichtig, die Eltern zu kennen. «Dann scheue ich mich auch nicht, sie anzurufen, wenn ihre Kinder Probleme machen.» Einmal passierte es, dass er mitten auf der Fahrt anhielt und den unflätigen Kindern drohte, sie rauszuschmeissen, wenn sie nicht nullkommaplötzlich gehorchten. Und ja, die Verantwortung sei gross, die er auf der Fahrt für die Kinder trage. Deshalb habe er vor einigen Jahren auch verlangt, dass die Arbeit angemessener entschädigt werde als dies bis dahin der Fall gewesen war. Manchmal nimmt er auch die grösseren Schulkinder in die Verantwortung: «Ich fordere sie zum Beispiel auf, den Kleinen beim Angurten zu helfen. Das erfüllt die Grossen mit Stolz und fördert ihre Sozialkompetenz.»

Für die Kinder von Jaun gibt es eine lange Busfahrt.

Schultransport

Ab 2018/19 gilt eine neue Finanzierung

Die Gemeinden sind gemäss dem Gesetz über die obligatorische Schule verpflichtet, Schülerinnen und Schülern mit einem weiten oder gefährlichen Schulweg einen kostenlosen Schultransport anzubieten. Heute beteiligt sich der Kanton mit 35 Prozent an den Kosten, für die restlichen 65 Prozent werden die Gemeinden je nach Grösse ihrer Bevölkerung zur Kasse gebeten. Mit dem Schuljahr 2018/19 ändert sich das. Dann geht die Finanzierung des Schultransportes voll zulasten der Gemeinden. Viele Gemeinden überprüfen darum jetzt ihre Organisation des Schultransportes. So überlegt sich Plaffeien beispielsweise, welche Transportvariante inskünftig für den Transport der Kindergartenschüler aus Schwarzsee die Sinnvollste ist. Hierfür kommen wie bislang eine Auslagerung des Transports an die TPF infrage, oder die Vergabe an einen anderen Anbieter oder an eine selbstständige Organisation durch die Gemeinde. Beim entsprechenden Entscheid würden auf die Kriterien Sicherheit und Kosten besonders Wert gelegt, wie Schulpräsident Daniel Bürdel auf Anfrage bestätigte. Anders sieht es in Tafers aus. Da sich im Kleinschönberg ein Generationenwechsel vollzieht, und immer mehr Kinder den Schulbus in Anspruch nehmen, stellt die Gemeinde Überlegungen an, den Schultransport an ein Unternehmen auszulagern und nicht mehr selber zu organisieren.

Die Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF transportieren täglich 12 500 Primar- und Sekundarschüler: 60 Prozent mit Linienbussen und TPF-Zügen, 40 Prozent mit speziellen Schulbussen. Insgesamt führen die TPF in 44 Schulkreisen Schülertransporte durch.

rsa

 

 

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