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Erst der Franken, nun der Protektionismus

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Der Schweizer Franken war gegenüber dem Euro acht Jahre lang überbewertet. Das bremste die Schweizer Exportwirtschaft und übte Druck auf die Preise aus, was die Schweizerische Nationalbank (SNB) zu einer sehr expansiven Geldpolitik zwang. Die Einschätzung der Bewertung des Frankens gegenüber dem Euro orientiert sich am Konzept der Kaufkraftparität. Die faire Bewertung dürfte im Moment für den Euro-Franken-Kurs bei 1.21 liegen.

Normalisierung erwartet

Die SNB dürfte ihre Geldpolitik in den kommenden Quartalen normalisieren. Das hat zwei Gründe. Einerseits hat sich der Franken gegenüber dem Euro in den vergangenen zwölf Monaten von einem Niveau von 1.09 auf 1.15 (zeitweise bis 1.20) abgeschwächt. Damit hat sich die Überbewertung deutlich reduziert. Andererseits ist in den kommenden Jahren mit einem Rückgang des fairen Wertes zu rechnen. Bald schon dürfte ein Euro-Franken-Kurs von unter 1.20 als nicht mehr überbewertet gelten.

Da die Inflation in der Schweiz in den vergangenen Jahrzehnten in der Regel tiefer war als in der Eurozone, ging der faire Wert des Frankens gegenüber dem Euro zurück. In der Eurozone ist weiterhin mit einer höheren Inflation als in der Schweiz zu rechnen, weshalb dieser Abwärtstrend anhalten dürfte. So ist in den kommenden Jahren ein fairer Wert zwischen 1.10 und 1.20 zu erwarten.

Ausgeglichener Aussenhandel?

Eine faire Bewertung des Schweizer Frankens impliziert einen ausgeglichenen Aussenhandel. Doch der Leistungsbilanzüberschuss der Schweizer Wirtschaft beträgt jährlich mehr als 8  Prozent des Bruttoinlandprodukts, was eigentlich auf eine Unterbewertung des Frankens hindeuten würde. Wichtige Exportbranchen (insbesondere die Pharmaindustrie) können sich allerdings dem Preiswettbewerb teilweise entziehen. Nur wenn dem Leistungsbilanzüberschuss ein ebenso grosser Kapitalexport entgegensteht, wird sich die Währung nicht verteuern.

Neue Herausforderung

Der vermehrte Protektionismus vor allem in den USA, aber auch in anderen Ländern wurde über lange Zeit eher stiefmütterlich behandelt. Seit längerer Zeit wird einer weiteren Integration der Märkte mit Argwohn begegnet, oder bestehende Errungenschaften des freien Handels werden sogar wieder zurückbuchstabiert.

Neben dem Protektionismus erschwert auch die Steuerreform in den USA das wirtschaftliche Umfeld für Schweizer Unternehmen. Das US-Steuerpaket dürfte bewirken, dass sowohl US- wie auch ausländische Unternehmen ihre Produktion vermehrt in die USA verlagern und so in den USA Arbeitsplätze schaffen. Die Effekte dieser Massnahmen dürften aber (wenn überhaupt) erst langfristig wirken, da beispielsweise in der Pharmaindustrie eine Produktionsverlagerung wegen den nötigen Bewilligungen und Regulierungen Zeit braucht.

Auswirkungen der Zölle

Die USA sind der zweitwichtigste Handelspartner der Schweiz nach der EU. Bis jetzt wurden im Rahmen des aktuellen Handelsstreits mit den USA lediglich Zölle auf Stahl und Aluminium erhoben. Für die einzelnen spezialisierten Unternehmen sind die Handelsbeschränkungen zwar schmerzhaft, für die gesamtschweizerische Wirtschaft sind die Auswirkungen jedoch marginal.

Würden die USA die Handelsbeschränkungen auf mehr Güter ausweiten, beispielsweise auf die Pharmaindustrie oder Autoimporte aus der EU, wären die Auswirkungen für die Schweiz weitaus bedeutender. Die Autozulieferer erwirtschaften in der Schweiz einen Umsatz von beinahe 10  Milliarden Franken pro Jahr, wobei der grösste Teil nach Deutschland exportiert wird. Die Schweizer Wirtschaft wäre demzufolge aufgrund von Zweitrundeneffekten von den Handelsbeschränkungen zwischen den USA und der EU betroffen.

Der Autor

Olivier Schmutz ist Vizedirektor und Kundenberater bei der UBS Freiburg im Bereich Wealth Management.

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