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Erstmals melden sich Befürworter

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Die Gemeindeversammlung in Tentlingen hatte noch kaum begonnen, schon gingen die Wogen hoch. André Schorro forderte die 105 anwesenden Bürger am Freitagabend auf, das Protokoll der letzten Gemeindeversammlung abzulehnen. Eines seiner Voten sei nicht genau festgehalten, sagte er. Da platzte dem ehemaligen Ammann Vitus Vonlanthen der Kragen: «Soll das die Zukunft Tentlingens sein?», fragte er. «Mit ständiger Opposition kommen wir nicht weiter.» Er erntete Applaus von den einen, Buhrufe von den anderen. Die Versammlung genehmigte das Protokoll schliesslich. André Schorro ist Präsident des Vereins Zukunft Tentlingen, der sich gegen die geplante Kiesgrube wehrt.

Vigier bezahlte für Strasse

An der folgenden Diskussion über die Kiesgrube war einzig neu, dass sich erstmals Befürworter zu Wort meldeten. Die Vigier Beton Romandie AG, die in Tentlingen bereits ein Kieswerk besitzt und die Kiesgrube plant, habe viel für den Ausbau der Stersmühlestrasse bezahlt, hielt Vitus Vonlanthen fest. Und ein anderer Bürger sagte: «Ihr habt doch auch Häuser gebaut, irgendwo muss man den Kies dafür hernehmen.»

 Die Gegner machten bekannte Argumente geltend: Die Kiesgrube verschandle das Dorf, bringe Lärm und Staub und stelle eine finanzielle Belastung dar. Ein Gegner griff Gemeindepräsidentin Antje Burri an: «Sie stehen nicht für das Wohl der Gemeinde ein.» Burri ging nicht auf das Votum ein, sondern schloss die Diskussion.

Beschwerde hängig

 Der Verein Zukunft Tentlingen hat beim Oberamt eineAufsichtsbeschwerde gegen denGemeinderat eingereicht (die FN berichteten). Der Oberamtmann entscheidet diese Woche, ob sie gerechtfertigt ist. Dann wird der Gemeinderat beschliessen, wie es mit dem Dossier Kiesgrube weitergeht.

 Positive Rechnung

Nach dem turbulenten Start präsentierte Gemeinderat Gerhard Liechti die Rechnung 2012: Bei Einnahmen von 4,66 Millionen und Ausgaben von 4,52 Millionen Franken bleibt nach zusätzlichen freien Abschreibungen von 140 000 Franken ein Gewinn von knapp 1000 Franken. Er sei auf einmalige, aussergewöhnliche Steuereinnahmen zurückzuführen, hielt Liechti fest. In den nächsten Jahren werde es Defizite geben. Spare die Gemeinde, werde der Service public eingeschränkt. «Eine sanfte Steuererhöhung wird nötig sein», appellierte er an die Bürger. An der letzten Gemeindeversammlung hatten sie eine Erhöhung der Liegenschaftssteuer abgelehnt. Die Versammlung genehmigte die Rechnung mit 86 Ja-Stimmen. Die Gegner der Kiesgrube demonstrierten ihren Widerstand durch Enthaltung.

Am Schluss der Versammlung dankte Gemeindepräsidentin Antje Burri den Gemeindemitarbeitern–diesem Applaus konnte sich nun niemand mehr entziehen.

Wasser: Kredit für eine Netzerweiterung genehmigt

D ie Gemeindeversamm lung Tentlingen genehmigte am Freitagabend einen Kredit von 16 667 Franken für die Netzerweiterung der Wasserversorgung Giffers-Tentlingen. Die Gesamtkosten für die Erweiterung Oberdorf-Neustadt Giffers belaufen sich auf 50 000 Franken, zwei Drittel übernimmt die Gemeinde Giffers. Die Versammlung genehmigte ebenfalls eine Statutenänderung des Gemeindeverbandes zur Abwasserreinigung des Einzugsgebietes der Ärgara-Nesslera. Bei beiden Traktanden enthielten sich rund 20 Bürger – Gegner der Kiesgrube – der Stimme.

Ein Bürger fragte, ob angesichts der regen Bautätigkeit in der Gemeinde auch in Zukunft genügend Wasser vorhanden sei. Die Gemeinde sei tatsächlich auf der Suche nach zusätzlichen Wasservorkommen, sagte Matthias Thürler, Verwalter der Wasserversorgung Giffers-Tentlingen. Möglicherweise werde eine Vergrösserung des Reservoirs notwendig. mir

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