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«Es braucht ein Umdenken bei Autofahrern»

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Mit dem Freiburger Mobilitätsdirektor Thierry Steiert (SP) und Jean-Charles Bossens, Dienstchef der städtischen Polizei und der Mobilität, hatte Präsidentin Isabelle Teufel die richtigen Gäste an die Generalversammlung des Quartiervereins Jura-Torry-Miséricorde eingeladen. Denn an der über zweistündigen Versammlung am Dienstagabend zeigte sich: Es gibt bei der Bevölkerung viele Fragen zum Verkehr.

Das Dossier für die Ortsplanrevision habe die Stadt Ende Jahr beim Kanton eingereicht, sagte Steiert einleitend, noch könne er deshalb keine Details verraten. Dennoch präsentierte Bossens einige Ziele und Hürden. Ein Problem für die Quartiere sei der Transitverkehr, sagte er. Ziel des Ortsplans sei es deshalb, diesen nicht durch das Stadtzentrum, sondern auf die Strassen rund um die Stadt herum zu lenken. Der Ortsplan sehe dafür eine Hierarchisierung der Strassen vor. So werde etwa die St.-Agnes-Strasse als Zubringerstrasse definiert. Mit welchen Massnahmen eine Verkehrsreduktion erreicht werden soll, gelte es nach der öffentlichen Auflage, die wohl 2017 erfolgen wird, gemeinsam mit den Quartiervereinen abzuklären. «Zusätzlich braucht es aber ein Umdenken bei den Autofahrern», sagte Bossens. Denn noch bräuchten zu viele für kurze Strecken das Auto.

Parkplätze und Kontrollen

«Wir dürfen frühestens auf 2017 hoffen; ist dies nicht ein bisschen lang?», fragte ein Mann. Die Fristen seien sehr lang, räumte Steiert ein. Das Dossier sei aber nun beim Kanton, die Stadt habe keinen Einfluss mehr darauf.

Warum die Parkplätze beim Guintzet nun auf zwei Stunden beschränkt seien, wollte Isabelle Teufel wissen. Auf diesen Parkplätzen hätten viele Pendler ihr Auto abgestellt, erklärte Steiert. Die Plätze in der Nähe des Zentrums seien aber für Anwohner, die mit einer Vignette länger parkieren können, und für Kunden bestimmt.

«Ich bin etwas erstaunt darüber, dass es seit der Eröffnung der Poyabrücke noch kaum Kontrollen gegeben hat–etwa ob auf der St.-Agnes-Strasse nach 21 Uhr noch Autos oder Lastwagen fahren», sagte ein Mann. Und auch Isabelle Teufel bemängelte die fehlende Präsenz der Polizei.

Die Ortspolizei mache regelmässig Kontrollen, auch an der St.-Agnes-Strasse, antwortete Steiert. Jedoch seien die personellen Ressourcen limitiert: «Ich erhalte jede Woche Anfragen für eine verstärkte Kontrolle, aber die Polizei kann nicht überall sein.» Zudem dürfe die Ortspolizei keine Geschwindigkeitskontrollen durchführen, dies sei Sache der Kantonspolizei. Vor vier Jahren habe die Stadt den Staatsrat angefragt, ob er der städtischen Ortspolizei diese Kompetenz erteilen würde, sagte Steiert nach der Versammlung den FN. Bis jetzt habe sich noch nichts getan. «Ziel ist es sicher nicht, durch exzessive Kontrollen die Kassen zu füllen», so Steiert. Aber trotz Verbesserungen in den letzten Jahren finde er, es gebe zu wenig solche Kontrollen.

Die Kontrollen könnten zielgerichteter sein, räumt Staatsrat Erwin Jutzet (SP) auf Anfrage ein. Die Verordnung, welche nur der Kantonspolizei Tempokontrollen erlaubt, sei aber nicht so einfach zu ändern. «Es ist ein sensibles Thema.» So sei ein gewisses Augenmass nötig, denn ob jemand nachts um vier Uhr oder mitten am Nachmittag zu schnell fahre, sei nicht ganz dasselbe. Die Aufgabe an die Stadt und andere Gemeinden zu delegieren, sei deshalb politisch heikel. «Wir sind aber am Verhandeln.»

Grégoire Duruz, Mitglied der im Hinblick auf die Poyabrücke gebildeten Bürgerinitiative JurAction, wollte wissen, wo die Toleranzgrenze einer Verkehrszunahme liege und ab welchem Wert die Stadt Massnahmen ergreife. Diese Voten quittierte die Versammlung mit einem kritischen Murmeln und Bemerkungen wie: «Hier sind wir beim Quartierverein, nicht bei JurAction.» Eine Petition von JurAction an Stadt und Kanton hatte der Quartierverein denn auch nicht unterstützt (die FN berichteten). «Der Vorstand hatte das Gefühl, die Bürgerinitiative sei auf Konfrontation aus. Wir möchten aber die Resultate der Verkehrszählung im Frühling abwarten», erklärte Teufel an der Versammlung. Angriff sei das falsche Wort, betonte Duruz: «Wir setzen auf eine gemeinsame Mobilisierung.» Er rief die Anwesenden auf, am 24. und 25. April bei einer symbolischen Verkehrszählung mitzumachen. «Warum vertrauen Sie den Behörden nicht?», fragte eine Frau daraufhin–doch bevor es zu weiteren Diskussionen kommen konnte, brach Teufel die Debatte ab.

Wechsel im Vorstand

Für die zwei zurücktretenden Vorstandsmitglieder Georges Magnin und François Siffert wählte die Versammlung den Generalrat Pierre-Alain Perritaz (SP). Der zweite freie Platz ist noch nicht besetzt.  rb

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