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«Es braucht Leidenschaft für diesen Job»

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Walter Schafer kommt aus dem Feiern nicht heraus: Vor einem halben Jahr hat er sein 35-jähriges Dienstjubiläum als Gemeindeverwalter von Rechthalten gefeiert, vor wenigen Tagen wurde er 65 Jahre alt und ab Freitag beginnt er sein neues Leben als Rentner. Gut gelaunt und auf humorvolle Art, so wie er auch sein Amt ausgeübt hat, blickt er im Gespräch mit den FN zurück. «Alles zusammen», antwortet er auf die Frage, ob ein Gemeindeverwalter ein Diplomat, ein Seelsorger, eine Klagemauer oder auch ein Sozialarbeiter sei. «Wir sind oft die erste Anlaufstelle für die Bürger mit ihren unterschiedlichsten Anliegen», erklärt er. Er sei gerne für die Leute da gewesen und habe versucht, ihnen zu helfen. Als Beispiel nennt er ältere Menschen, denen er beim Ausfüllen der Steuererklärung behilflich war und deren finanzielle Notlage er lindern konnte, indem er sie auf die Möglichkeit einer Zusatzrente aufmerksam gemacht habe. «Wenn es gelungen ist, ihnen zu helfen, dann hat das auch mir ein Gefühl der Zufriedenheit gegeben.» Positive Rückmeldungen, etwa von Bürgern, die ihm für seine Ratschläge dankbar waren, haben ihn deshalb auch immer sehr gefreut.

Mit Bürgern, die ihren Frust am Schalter abluden, konnte er gut umgehen. «Meistens hat sich der Ärger gelegt, wenn man ihnen die Sachlage genau darlegen konnte.» Es habe denn auch ganz wenige Gelegenheiten gegeben, in denen er seine Arbeit als Belastung empfand und vielleicht nicht so gut wie sonst geschlafen habe. «Vielleicht nach langen Sitzungen, wenn Entscheide gefallen waren, die eine grosse Arbeitslast als Konsequenz hatten.»

Mit Leidenschaft

Wenn Walter Schafer von seiner Arbeit erzählt, spürt man die Leidenschaft dahinter. Wenn er deshalb sagt, dass er seine Arbeit immer gerne gemacht habe, dann nimmt man ihm das auch ab. «Es braucht eine gewisse Leidenschaft, damit man seine Arbeit gut machen kann», ist er überzeugt. Er erzählt, dass er jeweils gar nicht gern lang Ferien genommen habe, da die Stapel sonst zu hoch wurden. Er habe sogar jeweils etwas nach dem Büro «planget», sagt er mit einem Lachen. So war es für ihn auch klar, dass er bis zum offiziellen Pensionsalter arbeiten wird. «Ich arbeite bis zum Schluss und höre ohne Frust auf.» Auch als er vor vier Jahren einen Herzinfarkt erlitt und für drei Monate ausfiel, habe er nicht über eine Frühpensionierung nachgedacht.

Zurück vom Wallis

Die Stelle in der Verwaltung von Rechthalten ist erst die zweite Arbeitsstelle von Walter Schafer. Zu diesem Amt ist er eher zufällig gekommen: Als der Posten 1982 frei und zu einer Vollzeitstelle wurde, machte ihn der damalige Syndic darauf aufmerksam. «Ich habe nicht lange überlegt», sagt er. Denn die Stelle sei auf privater Ebene genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen, obwohl ihm seine damalige Tätigkeit als Schadeninspektor bei einer Versicherung mit dem Einsatzgebiet Oberwallis auch gefallen habe. Seine Freundin und spätere Frau war zu der Zeit bei der Post beschäftigt und hätte ebenfalls im Wallis eine Stelle antreten können. «Sie war aber nicht unglücklich, als ich ihr sagte: Du musst nicht ins Wallis kommen, ich komme zu dir nach Hause.»

Zehn Lehrlinge

Anfangs habe er noch kleine Zweifel gehabt, ob er wohl mit dem neuen Job zurechtkomme, verrät er. Diese verflogen aber schnell. Die Kombination von administrativen Aufgaben und dem Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern hat ihm gefallen. In den ersten zehn Jahren erledigte er die Aufgaben alleine und bildete dabei Lehrlinge aus. Zehn Jugendliche hat er betreut; einer davon war Fredy Huber, heute Gemeindeschreiber in Wünnewil-Flamatt. Anfangs erledigte Walter Schafer die Aufgaben als Kassier und Verwalter in Personalunion, vor 15 Jahren wurde dann eine Kassiererin angestellt. Heute zählt das Team drei Personen. Seinen Nachfolger, Thomas Bielmann, hat er in den letzten zweieinhalb Monaten eingearbeitet. «Eine sehr komfortable Situation für den Wechsel.»

Gezählt hat Schafer nicht, wie viele Sitzungen er protokolliert hat und mit wie vielen Gemeinderäten er zu tun hatte. Er weiss nur, dass es sieben Ammänner waren. Es sei der schlimmste Moment seiner ganzen Amtszeit gewesen, als 1995 der damalige Syndic Erwin Neuhaus an den Folgen eines Bienenstichs verstorben sei, erzählt er.

An Politik interessiert

Auf die Frage, ob er nie Lust hatte, die Seite zu wechseln und statt Beschlüsse des Gemeinderates umzusetzen, selber bei Geschäften mitzuentscheiden, antwortet er mit einem Lachen. «Meine Frau sagt: Du wärst ein guter Gemeinderat, du weisst ja alles.» Tatsächlich schliesst es Walter Schafer nicht aus, einmal ein politisches Amt anzunehmen. «Aber nicht in nächster Zeit», fügt er gleich hinzu. «Jetzt will ich erst einmal die freie Zeit genies­sen.» Diverse Angebote und Anfragen, sich zu engagieren, habe er bis jetzt ausgeschlagen. Angst vor Langeweile habe er aber nicht: Im und ums Haus gebe es genug zu tun. «Zudem habe ich ein intensives Hobby.» Beim Schützenverein Rechthalten ist er nicht nur Sekretär, sondern auch ein treffsicherer Schütze. Stolz erzählt er, dass er bereits einmal den Kanton Freiburg an einem eidgenössischen Veteranenschiessen vertreten durfte. Zeit zum Üben hat er nun ja, wer weiss, vielleicht klappt das ja bald wieder.

«Meine Frau sagt: Du wärst ein guter Gemeinderat, du weisst ja alles.»

Walter Schafer

Abtretender Gemeindeschreiber von Rechthalten

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