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«Es bringt nichts, sich im Eilverfahren weiter zu verschulden»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Anton Jungo

Wie schätzen Sie die Bedeutung von Gewerbeausstellungen in schwierigen wirtschaftlichen Situationen ein?

Gewerbeausstellungen sind ein guter Weg, um das Angebot des hiesigen Gewerbes zu zeigen und die Region, deren Bewohner und Interessen auf knappstem Raum zusammenzubringen. Gerade wenn im Alltag der Wirtschaft nicht mehr alles rund läuft, gilt auch für Freiburger die Devise: Sei offen für die Welt, kaufe in der Region.

Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Situation ein?

Ohne Schwarzmalerei zu betreiben, machen mir die wirtschaftlichen Aussichten für die nächsten eineinhalb Jahre grosse Sorgen. Die für die Schweiz lebenswichtige Exportwirtschaft hat in den meisten Bereichen grosse Nachfrageeinbrüche. Bestellungen werden annulliert oder aufgeschoben. Im Inland sind die Detailhandelsumsätze im März 2009 gegenüber dem Vorjahr um 6,6 Prozent eingebrochen.

Die Zahl der Arbeitslosen kann bis Ende Jahr um weitere Zehntausende auf gegen 200 000 Personen ansteigen. Hinter diesen Zahlen stehen gute Berufsleute und Familien.

Hinzukommt, dass im gleichen Zug die Preise zum Beispiel der Energie ansteigen, die Krankenkassenprämien um zehn Prozent davonlaufen und neue Steuern und Abgaben für die anderen Sozialversicherungen und die Sanierung der Pensionskassen anstehen. All das drückt die Kaufkraft weiter herunter und schwächt den Inlandkonsum.

Wird der Bund versuchen, mit einem dritten Konjunkturpaket die Wirtschaft weiter anzukurbeln? Was beinhaltet dieses?

Im heutigen Zeitpunkt bin ich gegen ein drittes baulastiges Konjunkturprogramm. Wichtig ist nun, dass wir zuerst das Hunderte von Millionen schwere zweite Konjunkturprogramm bis Ende Jahr umsetzen oder zumindest mit der Ausführung der vielen Bauprojekte beginnen. Es bringt nichts, sich nun im Eilverfahren weiter zu verschulden, um neue Gelder für Strassen- und Bahnprojekte zu sprechen, die erst in drei Jahren ausführungsreif sind.

Was kann oder muss der Bund tun?

Ich bin voll und ganz dafür, bis zu einer Milliarde Franken einzusetzen, um für Lehr- und Schulabgänger, die keine Stellen finden und für junge Berufsleute während sechs bis zwölf Monaten Praktikums-, Weiterbildungs- und Arbeitsplätze zu schaffen. Ende Jahr riskieren wir unter den jungen Leuten über neun Prozent Arbeitslose. Der gleiche Einsatz gilt für ältere Arbeitnehmer, die keine Stelle mehr finden.

Ich unterstütze auch gezielte Finanzhilfen für Investitionen in zukunftsträchtige Betriebe und Arbeitsplätze zum Beispiel für erneuerbare Energien. Was die Kaufkraft anbelangt, so wollen wir nun sofort die seit Jahren vom Bundesrat hinausgeschobene Erleichterungen der Familienbesteuerung.

Kann eine Region, eine Gemeinde wie Düdingen auch von solchen Massnahmenpaketen profitieren?

Der Bund kann Infrastrukturprojekte und die Schaffung neuer Arbeitsplätze in den meisten Fällen nur finanziell unterstützen, aber nicht selber planen und führen. Die Kantone müssen mit ihrer Regionalpolitik vorangehen und zusätzlich in die Infrastrukturen und die Bereitstellung von günstigem Gewerbe- und Bauland investieren.

Hinzukommt, dass nur verkehrsmässig ausgezeichnet erschlossene Gebiete mit sehr gut erreichbaren Wohn- und Arbeitszonen eine Chance haben, bestehende Be-triebe zu halten und für neue Arbeitsplätze attraktiv zu sein.

Unser Kanton steht finanziell gut da. Wenn wir in den nächsten fünf Jahren pro Jahr 20 Millionen Franken zusätzlich in den öffentlichen Verkehr investieren und zu den heutigen Investitionen in die Infrastrukturen noch einmal 50 Millionen Franken pro Jahr gerade auch in die steuerliche Attraktivität für Unternehmen und Personen investieren, so wird der Kanton im Standortwettbewerb mithalten können.

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