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Es fehlt an männlichen Vorbildern

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Es fehlt an männlichen Vorbildern

Staatsrat zum Problem der Feminisierung im Unterrichtswesen

I n den Kindergärten sowie ersten und zweiten Primarklassen unterrichten fast nur Frauen. In Familien ohne Vater fehlt es diesen Kindern an männlichen Vorbildern, was der Staatsrat als problematisch erachtet.

«Die Auswirkungen dieser Feminisierung sind noch wenig bekannt und unter Fachleuten umstritten. Meiner Meinung nach ist es aber für Kinder wichtig, dass Bildung und Erziehung zu gleichen Teilen von Frauen und Männern vermittelt werden», hielt der Murtner SP-Grossrat und Lehrer Hugo Raemy in einer Anfrage an den Staatsrat fest und wollte von ihm wissen, ob er die Situation ebenfalls als problematisch einschätze.

Wie der Staatsrat nun in seiner Antwort festhält, haben die Frauen immer alle Kindergartenstellen und einen grossen Teil der Stellen in den ersten Primarstufen innegehabt. Seiner Ansicht nach entspricht der hohe Frauenanteil einer sozialen Nachfrage, die von den Eltern ausgeht und den Interessen der Lehrerinnen, die mehrheitlich die Erziehung und Bildung der jüngeren Kinder bevorzugen.
Neu sei, dass die Kinder aus Familien ohne Vater deshalb praktisch immer mit Frauen zusammen seien, sowohl zu Hause als auch in der Schule. «Fachleute meinen, dass es Knaben unter diesen Bedingungen wegen mangelnder Identifikationsfiguren schwer haben, ihre Identität zu bilden», schreibt der Staatsrat weiter.

Gemischte Klassen fördern
das geschlechtsspezifische Verhalten

Was tun, um den Lehrerberuf für Männer attraktiver zu machen? Laut Staatsrat geht es dabei vor allem um eine Änderung der Mentalität, was in der Erziehung beginnen müsse. So erinnert er daran, dass es in den alten Zeiten getrennte Mädchen- und Knabenschulen gab. In den 70er Jahren seien dann die gemischten Klassen eingeführt worden, um die Chancengleichheit zu fördern. «40 Jahre später wählen die Mädchen weiterhin traditionell weibliche Ausbildungen in den Bereichen Unterricht und Gesundheit, die Knaben technische und naturwissenschaftliche Ausbildungen», gibt der Staatsrat zu verstehen und verweist auf neuere Forschungen, welche zeigen, dass die gemischten Klassen die Unterschiede nicht vermindern, sondern das geschlechtsspezifische Verhalten noch fördern.

Laut Staatsrat ist es sinnvoll, wenn den Unterschieden und den Interaktionen in den Klassen Beachtung geschenkt wird. «Die Lehrerinnen und Lehrer müssen sich der Stereotypen, die sie verkörpern, der Werte, die
sie vermitteln, und des Einflusses,
der ihr Verhalten auf die Sozialisierung ihrer Schülerinnen und Schüler hat, bewusst sein», gibt die Regierung zu bedenken und kann festhalten, dass die Studierenden der Pädagogischen Hochschule für diese Problematik sensibilisiert werden.

Nicht dramatisieren

Sie erinnert auch an die Berufsberatung oder an den «Tochtertag», an dem die Mädchen ihren Vater am Arbeitsplatz begleiten, um mit eher «männlichen» Berufen vertraut zu werden.

Laut Staatsrat ist die Zunahme der Feminisierung in der Primarstufe eine Realität. Sie sei jedoch nicht so explosiv, wie oft angenommen werde. Im Schuljahr 1974/75 habe der Anteil der Lehrerinnen in der Primarstufe 62,5 Prozent betragen. Dieser sei im Jahre 1984/85 auf 56,7 Prozent ge-sunken, um im Jahre 2003/04 auf 76 Prozent zu steigen. Die Freiburger Regierung führt aber den hohen Frauenanteil auch auf die Tatsache zurück, dass die Lehrerinnen oft
einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen.

In der Sekundarstufe I beträgt der Frauenanteil 50 Prozent, in der Sekundarstufe II (Mittelschulen) 43 Prozent. Im Herbst 2002 haben 13 Männer und 74 Frauen ihr Studium an der Pädagogischen Hochschule aufgenommen, im Herbst 2003 waren es 11 Männer und 91 Frauen, und im Herbst 2004 werden es 25 Männer und 143 Frauen sein. az

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