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«Es gibt einfach zu wenig Spender»

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Es war eine Hiobsbotschaft, die Esther Oberholzer und Pascal Schafer im Juli des letzten Jahres erhielten: Ihr Sohn Dario sei an Leukämie erkrankt. Das anhaltende Fieber, unter dem der damals 15 Monate alte Sohn litt, war nicht wie angenommen Symptom einer harmlosen Grippe, sondern einer lebensbedrohenden Krankheit. «Plötzlich landet man in der Onkologie-Abteilung mit einem krebskranken Kind», erinnert sich die Mutter. Der Kleine musste eine ganze Reihe von Chemotherapien durchmachen, deren Nebenwirkungen er oft nicht gut vertragen hat.

Zehn Tage Bangen

Eine Zeit lang stand sein Name auch auf der Liste von jenen Menschen, die eine Knochenmarktransplantation brauchen, weil damals die Ärzte diese Therapie als einzige Möglichkeit sahen, dem Kleinen ausreichend zu helfen. Zehn Tage später stellte sich heraus, dass im Labor ein Fehler bei der Auszählung der Krebszellen passiert war und dass eine Chemotherapie genügend Heilungschancen versprach. «In diesen zehn Tagen haben wir gemerkt, was es heisst, auf einen Spender zu warten», erklärt Esther Oberholzer. «Man kann nie sicher sein, ob sich jemand findet.»

Viele Vorurteile

Auch wenn ihr Sohn dann ohne fremde Blutstammzellen weiterbehandelt wurde, ist den Eltern diese bange Zeit in Erinnerung geblieben. Sie war der Auslöser für eine Aktion, welche Esther Oberholzer und Pascal Schafer für nächsten Samstag initiiert haben. Zusammen mit dem Blutspendedienst des Schweizerischen Roten Kreuzes rufen sie Freiwillige dazu auf, sich als Blutstammzellenspender registrieren zu lassen (siehe auch Kasten). «Es gibt einfach zu wenig registrierte Spender», sagt Esther Oberholzer. «Man kann nie wissen, ob man nicht eines Tages selbst betroffen ist.» Sie ist überzeugt, dass sich viele ein falsches Bild von einer Registrierung beziehungsweise einer Spende machen. Sie weist darauf hin, dass eine Blutstammzellenspende heute in den meisten Fällen ähnlich wie eine Blutentnahme abläuft. Und die Registrierung ist noch einfacher: Eine einfache Speichelprobe genügt.

Viele würden eine Blutstammzellenspende, welche aus dem Knochenmark entnommen wird, auch mit einer Rückenmarkentnahme verwechseln. «Es besteht auch eine gewisse Angst, was für Verpflichtungen jemand eingeht, wenn er sich registrieren lässt», erklärt sie. «Die Wahrscheinlichkeit ist relativ klein, dass man tatsächlich als Spender infrage kommt», sagt sie. «Und wenn doch, kann man zum Lebensretter werden.»

Aus Dankbarkeit

Das in Giffers wohnhafte Paar hofft, dass sich möglichst viele Leute melden. Und wer nicht persönlich vorbeikommen will, kann sich auch online anmelden: Das Wattestäbchen für den Speicheltest wird dann per Post zugeschickt. «Wir machen das auch aus Dankbarkeit, dass unser Kleiner die Spende dann doch nicht gebraucht hat», sagt die Mutter und erzählt vom damaligen Gefühl der Hilflosigkeit beim Warten auf Nachrichten bei der Spendersuche. Sie hofft deshalb, dass der Gang des Paares an die Öffentlichkeit dazu beiträgt, dass die Leute für das Thema sensibilisiert werden.

Intensive Zeit

Dem Kind von Esther Oberholzer und Pascal Schafer geht es momentan recht gut. Die Therapie ist im letzten Dezember zu Ende gegangen. Zwar muss Dario noch einmal pro Monat zur Kontrolle, doch ist die Familie wieder etwas zur Ruhe gekommen. Denn während der Behandlung war immer ein Elternteil beim Kind im Kinderspital in Bern. Esther Oberholzer hat deswegen gar ihre berufliche Tätigkeit als Heilpädagogin aufgeben müssen. Sie und ihr Mann waren sehr aktiv in verschiedenen Vereinen und haben auch dies fast ganz aufgegeben, um sich ganz auf ihr Kind zu konzentrieren.

Sie habe gemerkt, dass sehr viele Menschen Anteil am Schicksal ihrer Familie genommen hätten, sagt Esther Oberholzer. Da physische Besuche ein Risiko für das Immunsystem des Kleinen bedeuteten und deshalb auf ein Minimum beschränkt waren, habe sie viele Kontakte per Mail, SMS oder durch Karten gehabt. Viele Leute hätten auch Opferkerzen für sie angezündet. «Das hat uns sehr berührt.»

SporthalleGiffers, Sa., 24. Januar, 10 bis 12 Uhr.

«In diesen zehn Tagen haben wir gemerkt, was es heisst, auf einen Spender zu warten.»

Esther Oberholzer

Mutter von Dario

«Wenn man als Spender infrage kommt, kann man zum Lebensretter werden.»

Esther Oberholzer

Mutter von Dario

Zahlen und Fakten

Internationale und anonyme Datenbank

Jedes Jahr erkranken in der Schweiz rund 1000 Kinder und Erwachsene an Leukämie oder anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen des blutbildenden Systems. Für sie ist eine Transplantation von Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Heilung. Die Chance, dass in der eigenen Familie ein Spender gefunden wird, beträgt gemäss Blutspendedienst des Schweizerischen Roten Kreuzes zwischen 20 und 30 Prozent. Alle anderen sind darauf angewiesen, dass irgendwo auf der Welt ein geeigneter Spender gefunden wird. Wer sich per Speichelprobe registrieren lässt, kommt auf eine internationale Datenbank. Die Registrierung verpflichtet nicht zu einer Spende. Als Blutstammzellspender können sich Personen zwischen 18 und 55 Jahren registrieren, die gewisse Kriterien erfüllen (Mindestkörpergewicht 50 Kilogramm, keine Erkrankungen wie Hepatitis C, Herzinfarkt oder Krebs). Wie bei der Organspende ist die Blutstammzellspende anonym. Die Spende wird analysiert, in dem unter anderem der Gewebetyp bestimmt wird. Pro Spenderprofil kostet dies rund 200 Franken. Der Blutspendedienst ist deshalb auch dankbar für Geldspenden.im

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