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«Es gibt immer mehr Eifersucht»

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Während 17 Jahren beschäftigte sich Fred Maeder sehr oft mit Lärm, Zäunen und Tujahecken

Autor: Mit FRED MAEDER sprach PATRICK HIRSCHI

Wie haben Sie sich mit dem jeweiligen Oberamtmann die Aufgaben während den 17 Jahren aufgeteilt?

Grundsätzlich ist der Vizeoberamtmann als Stellvertreter des Oberamtmannes für sämtliche Bereiche zuständig. Meine Haupttätigkeiten waren das Bau- und das Strafwesen, Organisation von Wahlen und Abstimmungen und allgemeine administrative Arbeit. Es gibt kein spezielles Pflichtenheft bezüglich Aufgabenaufteilung. Bei meinem Stellenantritt hatte ich das mit dem damaligen Oberamtmann Fritz Götschi so vereinbart. Als er durch Daniel Lehmann abgelöst wurde, haben wir die Aufgabenteilung mehr oder weniger übernommen. Zum Teil wurde das insofern intensiviert, als ich selbst gefällte Entscheide nicht mehr «im Auftrag des Oberamtmannes» unterschreiben musste, sondern als Vizeoberamtmann unterschreiben durfte.

Welcher Aufgabenbereich ist der intensivste?

Das Bauwesen. Wir behandeln pro Jahr im Seebezirk 600 bis 700 Baugesuche. Diese werden zwar vom Kanton zuvor schon begutachtet, aber ich muss trotzem jedes einzelne prüfen. Bei einigen dauert es halt länger als zehn bis fünfzehn Minuten; insbesondere, wenn es Einsprachen oder negative Gutachten gibt.

Das Gaststättenwesen scheint Sie weniger zu beschäftigen. Zumindest haben Sie in einem früheren Interview mit den FN angetönt, dass es nicht so problematisch ist.

Es ist in der Tat nicht sehr problematisch. Aber die Fälle häufen sich, wo irgendwelche Leute ein Restaurant oder eine Buvette übernehmen wollen, ohne dass sie ein gültiges Patent besitzen. Häufig löst aber bereits die Gewerbepolizei diese Probleme. Mit den etablierten Gastronomiebetrieben läuft die Zusammenarbeit sehr gut.

Welche weiteren Bereiche sind ebenfalls arbeitsintensiv?

Die Information. Wir erhalten sehr viele Anfragen, wo sich die Leute über gewisse Verfahrensabläufe erkundigen. Und Nachbarschaftsstreite wegen Lärm, Tujahecken, Zäune und Bäume häufen sich. Das sind zwar zivilrechtliche Probleme, aber die Leute kommen zu uns, um Fragen zu klären. Es gibt in diesem Bereich immer mehr Eifersucht und Neid.

Kann denn das Oberamt in diesen Fällen zu einer Lösung beitragen?

Ja, sehr oft. Wir probieren immer, eine Lösung zu finden. Dass ist unsere Aufgabe.

Was hat sich in den 17 Jahren verändert?

Im Strafwesen hat sich einiges getan. Die Anzahl Anzeigen und Strafklagen haben sich verdoppelt, wenn nicht sogar verdreifacht. In Sachen Strafklagen stelle ich fest, dass die Leute einfach nicht miteinander reden wollen und wegen Kleinigkeiten Strafklage einreichen. Für einige sind wir nur eine notwendige Zwischenetappe zum Gericht.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Gemeinden?

Gut. Hier ist es in der Tat so, dass ich vorwiegend mit den Gemeindeschreibern zu tun habe, während der Oberamtmann vor allem mit dem Gemeinderat Kontakt unterhält. Da sind die Aufgaben klar geregelt.

Ist die Nähe zu den Gemeinden mitunter nicht auch ein Problem? Hat Sie nie jemand um eine Sonderbehandlung gebeten?

Nein, dieses Problem bestand nie. Ich habe immer eine klare Linie gehabt und niemanden bevorzugt. Und das wissen sie auch in den Gemeinden.

Sie haben mit zwei Oberamtmännern zusammengearbeitet. Gab es grosse Unterschiede?

Eigentlich nicht. Vielleicht insofern, als mich Fritz Götschi zuerst einarbeiten musste. Beim Amtsantritt von Daniel Lehmann 1997 hatte ich dann schon viel Routine. Alles in allem haben mir beide sehr viele Freiheiten gelassen und Vertrauen geschenkt. Und das habe ich immer sehr geschätzt.

Haben Sie Ihrem Nachfolger Reto Hauser ein paar gute Tipps?

Ich kann ihn zu dieser interessanten Funktion nur beglückwünschen. Er wird meiner Meinung nach ein sehr guter Vizeoberamtmann. Er hat als Gemeindeschreiber und Ersatzrichter auch schon eine Menge Erfahrung für den Job.

Und was haben Sie vor nach der Pensionierung?

Ich habe immer gesagt, man geht nicht in Pension, um noch mehr zu arbeiten. Nichts machen will ich aber auch nicht. Ich habe zwei Leidenschaften. Ich bin schon immer sporadisch als Carchauffeur und Reiseleiter unterwegs gewesen und mache das jetzt weiterhin bei Car Rouge in Kerzers. Und mein anderes grosses Hobby ist die Jagd. Allerdings räume ich meinen Tisch nicht vollständig auf den 31. Juli. In der ersten Augustwoche werde ich Reto Hauser noch einarbeiten. Und auch später bin ich immer gerne behilflich, wenn irgendwelche Fragen offen sind.

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