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«Es gibt immer mehr Geld als erwartet»

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«Es gibt immer mehr Geld als erwartet»

Roland Jeanneret, Leiter der «Glückskette», war Gast beim Kiwanis Club-Fryburg-Sense-See

Warum spendet die Glückskette nichts für den Aufbau der Kappelbrücke Luzern? Warum gibt sie keinen Rappen für die Opfer vom 11. September? Weil keine Hilfe nötig war, sagt Roland Jeanneret, Leiter der Sammelaktion «Glückskette», Gastreferent des Kiwanis-Club Fryburg-Sense-See.

Von IRMGARD LEHMANN

Der Aufbau der abgebrannten Kappelbrücke Luzern sei mit drei Millionen versichert gewesen», erklärt Roland Jeanneret, Gastreferent des Kiwanis-Clubs kürzlich in Düdingen. Und für die Opfer des 11. Septembers habe das amerikanische Parlament 34 Milliarden Dollar frei gemacht. «Spenden der Glückskette machen somit wenig Sinn.»

Die Hilfe werde aber auch nicht überall angenommen, bemerkt Jeanneret. China beispielsweise lasse keine Hilfe von aussen zu: «Und was in den Medien nicht stattfindet, ist für uns keine Katastrophe.»

600 Freiwillige im Einsatz

Im Jahr 2003 hat die Glückskette vier Sammlungen durchgeführt: Für die Opfer des Kriegs im Irak (1,7 Mio), für die Opfer des Erdebens in Algerien (2,8 Mio) und im Iran (2,8 Mio). Der nationale Sammeltag im November 2003 für die «Kinder – Opfer von Kriegen» wiederum ergab sieben Millionen Franken.

Innert 72 Stunden, so Jeanneret, müsse jeweils ein Sammeltag organisiert werden. Morgens um sechs beginnt die Aktion und dauert bis Mitternacht. «An einem solchen Tag sind 120 Telefonleitungen in Betrieb und bis zu 600 Freiwillige im Einsatz», weiss der Gastreferent zu berichten. Bei der Sammlung für die Kinder beispielsweise habe man bis Mitternacht Zusagen von bis zu 3,5 Millionen Franken erhalten. Bis Ende Jahr habe sich der Betrag allerdings auf 7,2 Millionen verdoppelt. Ein pikantes Detail: In der Genferzentrale hat damals auch alt Bundesrätin Ruth Dreifuss Zusagen entgegengenommen.
Im Jahre 2003 hat die Glückskette rund 16 Millionen Franken eingenommen. Gibt es dabei eine ideale Sammelzeit? «Der beste Monat ist der November», schmunzelt Jeanneret. «Wegen dem Dreizehnten» Und hat man auch Preferenzen innerhalb des Monats? «Eigentlich sollte es erst ab dem 18. Katastrophen geben.» Denn 60 Prozent der Spender bezahlen ihre Rechnungen immer noch per Post. «Zusammen mit den üblichen Zahlungen lässt sich leichter spenden.» Eines sei jedoch klar. «Je näher das Geschehen ist, umso mehr Spenden kommen rein.» (72 Millionen: Unwetter in Gondo und im Tessin im Jahre 2000)

Hilfe für Familien und
Einzelpersonen

Die Glückskette hilft aber nicht nur bei grossen Katastrophen, sondern unterstützt in der Schweiz und in der Dritten Welt auch mehrere zehntausend Kinder (Schulung, Ausbildung, Ernährung). Daneben hilft sie auch Familien und Einzelpersonen in der Schweiz. 2003 hat die Glückskette über 1500 Familien und Einzelpersonen eine einmalige Unterstützung gewährt und dafür 1,5 Millionen eingesetzt.

An letzter Stelle: Hilfe an
Asylbewerber

Dass gut 70 Prozent der Bevölkerung zum Spendervolk gehört, überrascht selbst den Fachmann Jeanneret. «Am meisten Erfolg haben wir mit Sammlungen für Kinder.» An zweiter Stelle liegt die Hilfe für Krebs- und Aidskranke, gefolgt von der Hilfe an Behinderte. Der Kampf gegen Hunger auf der Welt nimmt punkto Spendezweck Platz vier ein – gefolgt von der Entwicklungshilfe. Für die Asylbewerber hingegen wird am wenigsten gespendet. Doch: «Am Schluss haben wir immer mehr Geld als erwartet», freut sich Jeanneret.

Laut Statistik spenden die meisten aus Solidarität (75 Prozent). «Nur gerade 12 Prozent tun dies um ihr Gewissen zu beruhigen», bemerkt der Radioprofi.

Strenge Kriterien

In der Schweiz sind rund 3000 Hilfswerke aktiv. Der grösste Teil wird von der Glückskette nicht berücksichtigt, da sie den Kriterien nicht standhalten.

Ein Hilfswerk, dessen Projekt mit Spendengeldern der Glückskette unterstützt wird, muss seinen Hauptsitz in der Schweiz haben. Dies, um «allfällige Klagen auch vorbringen zu können». Auch werden demokratische Strukturen vorausgesetzt (General- und Mitgliederversammlung). «Einem Pfarrer Sieber würden wir keinen roten Rappen geben», sagt Jeanneret. Sieber habe lediglich Verwandte um sich geschart und am Schluss hätten acht Millionen gefehlt.
Ein anderes Beispiel sei Guido Zäch. Der Gründer des Paraplegikerzentrums Nottwil sei von keinem Verwaltungsrat mehr zurückgepfiffen worden, da er nur noch Ja-Sager duldete.

Gütezeichen «Zewo»

Die Hilfswerke, deren Projekte von der Glückskette unterstützt werden, müssen ausserdem drei Jahre Erfahrung haben und mindestens 20 Prozent Eigenmittel bereitstellen. Die Sammelstelle verlässt sich aber auch auf das Gütezeichen «Zewo».

Zurzeit werden von der Glückskette rund dreissig Hilfswerke unterstützt.
Seit 1946

1946 war Europa gezeichnet vom Zweiten Weltkrieg. Dies bewegte die beiden Radiomacher Roger Nordmann und Paul Valloton, eine Sammelaktion ins Leben zu rufen. «Glückskette» und «Chaîne du Bonheur» hiessen die beiden Radiospiele.

Seit 1983 ist die Glückskette eine Stiftung. Sie hat ihren Sitz in Genf und beschäftigt rund 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Verwaltung wird aus Zinserträgen von nicht eingesetzten Geldern bezahlt.

Jedes Jahr 36 Millionen

In den letzten zehn Jahren haben die Sammelaktionen insgesamt 357 Millionen Franken eingebracht oder rund 36 Millionen pro Jahr: Das Jahr 2000 war mit 86 Millionen Rekordjahr und das Jahr 1996 mit 10 Millionen das magerste. Die Sammelaktion 2003 wiederum ergab knapp 16 Millionen.

Zurzeit ist die Glückskette finanziell in 47 Ländern (220 Projekte) mit gegen 100 Millionen Spendefranken engagiert. il

www.glueckskette.ch; Spendetelefon: 0800 87 07 07; Postkonto: 10-15000-6

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