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«Es gibt keine Alternative zur Dienstpflicht»

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Die EU-Krise, aber auch die Konflikte in Afrika und Asien nimmt André Blattmann sehr ernst. Dabei zitierte er im Forum Freiburg vor rund 130 Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Justiz, Armee und Kirche den luxemburgischen Premierminister Jean-Claude Juncker: «Die Dämonen befinden sich nicht in der Ferne. Sie schlafen nur.» Blattmann erinnerte daran, dass auch im Jahre 1913 niemand an einen Krieg in Europa geglaubt habe. «Wenn der Krieg ausbricht, ist es zu spät, aufzurüsten. Das dauert Jahre», entgegnete der Armeechef jenen, welche glauben, dass die Armee in den heutigen Friedenszeiten vernachlässigt werden kann. Auch die Schweiz könne von Krisen und Konflikten betroffen werden. Als Beispiel nannte er das Beschiessen von Zivilflugzeugen mit erbeuteten Waffen aus Libyen.

 Blattmann, der immer wieder auf die Politik als Entscheidungsträgerin hinwies, begrüsste die Anpassung der Armee an die heutige Zeit, so etwa die Reduzierung des Bestandes von 200 000 auf 100 000 Soldaten, der Dauer der Rekrutenschule von 21 auf 18 Wochen oder der Anzahl Wiederholungskurse (WK) von sechs auf fünf Wochen. Er selber plädiert eher für eine Reduktion der WK-Dauer von drei auf zwei Wochen. Dies auch, weil sich laut einer SMS-Umfrage die WK-Soldaten über Unterbeschäftigung beklagt haben.

Gegen Cyber-Attacken

Auch die Bewaffnung der Armee wird laut Blattmann angepasst. «Die Armee kommt vom alten Verteidigungssystem weg und rüstet sich, um wichtige Einrichtungen, auch Einkaufs- und Verteilzentren, zu schützen und sich gegen Cyber-Attacken zu wappnen.» Solche Attacken könnten einen totalen Stromausfall im ganzen Land zur Folge haben, wie Blattmann sagte.

Wie wichtig bei einem totalen Blackout oder bei Naturkatastrophen die Armee sein würde, zeigte er anhand von Videos vom Hurrikan Sandy in den USA auf. «Und wichtige Sportanlässe könnten ohne Armee gar nicht mehr durchgeführt werden», fuhr er fort. «Die Anpassung hat aber auch zur Folge, dass wir in den nächsten Jahren mehrere Waffen- und Flugplätze schliessen müssen.»

Ein Standortvorteil

Blattmann betonte auch, dass die Armee nicht Selbstzweck sei, sondern zum Schutze der Bevölkerung da sei. Für ihn ist die Armee ein Stabilitätsfaktor. «Sicherheit ist für die Schweiz ein Standortvorteil, zu dem wir Sorge tragen sollten.» Angesprochen auf die GSoA-Initiative gibt es nach seinen Worten keine Alternative zur Dienstpflicht und zur Milizarmee. Mit Freiwilligen, die plötzlich den Dienst quittieren, will er keine Armee aufbauen. «Und eine kleine Profi-Armee, die nichts zu tun hat, ist eine gefährliche Armee.»

Die Armee spiele auch eine wichtige Rolle bei der Integration von Soldaten mit Migrationshintergrund, so Blattmann. Und der Militärdienst sei eine gute Lebensschule. «Stellt uns eure Kaderleute zur Verfügung», rief er den Unternehmern zu und versprach, dass gute Führungskräfte mit grossen Sozialkompetenzen zurückkommen würden. Und schliesslich schaffe die Armee auch Solidarität, «wenn Soldaten bereit sind, ihr Leben zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger einzusetzen».

Der Freiburger Sicherheits- und Justizdirektor Erwin Jutzet hielt fest, dass die Armee im Kanton Freiburg 450 Mitarbeitende beschäftigt und das Logistikzentrum in Grolley 50 Lernende ausbildet. 60 Millionen habe die Armee in den letzten Jahren in Grolley und Drognens investiert.

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