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«Es gibt keine untalentierten Kinder»

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«Es gibt keine untalentierten Kinder»

Musikalische Früherziehung – Ein neuer Ansatz für den Einstieg in die Musik

Nicole Schafer aus Giffers hat ein Diplom in musikalischer Früherziehung. Auf spielerische und abwechslungsreiche Weise begleitet sie Kinder bei ihrem Einstieg in die Musik – als Vorbereitung, später ein Instrument zu erlernen, oder zur Förderung der musischen Seite.

Von IMELDA RUFFIEUX

Kinder lernen leichter als Jugendliche oder Erwachsene – ob dies nun eine Sprache oder ein Instrument
ist, spielt keine Rolle. Auf diesem Prinzip basiert die musikalische Früherziehung. Auf spielerische Art, alle Sinne umfassend, werden den Kindern die Grundlagen der Musik vermittelt – dies als Vorbereitung, um später ein Instrument zu ler-
nen oder auch nur, um die musi-schen Fähigkeiten eines Kindes zu fördern.

Noch wenig bekannt

Während die musikalische Früherziehung in Deutschfreiburg bisher nur wenig bekannt ist, gehört sie in Kantonen wie Luzern und Basel zum Grundschul-Unterricht. In Freiburg hingegen geschieht sie über freiwilligen und ausserschulischen Unterricht.

Ein Angebot gibt es auch am Konservatorium Freiburg – allerdings bisher nur in französischer Sprache.

Bisher Kurse in drei Gemeinden

Nicole Schafer aus Giffers (siehe Kasten) bietet seit letztem Herbst Kurse in musikalischer Früherziehung an. Auf ihre Ausschreibung hin haben sich in den Gemeinden Tafers, Düdingen und Wünnewil interessierte Eltern gemeldet. So gibt Nicole Schafer nun diesen Kindern gruppen- und stufenweise ausserschulischen Musikunterricht, meist am Nachmittag. Teils wird dieses Angebot von den Gemeinden finanziell unterstützt, teils ist es auf privater Basis organisiert.

Zugang über das Erleben

Nicole Schafer arbeitet dabei nicht nur mit Instrumenten, sondern versucht, die Freude am Musizieren über das Erleben zu wecken. So wird zum Beispiel eine Geschichte in einem Bilderbuch musikalisch umgesetzt. Oder die Kinder ahmen im Takt der Musik die Gangarten von Tieren nach, indem sie zum Beispiel wie Frösche hüpfen oder wie Elefanten stampfen.

Einen eigentlichen Lehrplan gibt es nicht, sondern nur Richtlinien. Am Ende der Kurse kennen die Kinder – je nach Stufe, von der Spielgruppe bis zur zweiten Klasse – die Notennamen und -werte, können Rhythmen und musikalische Eigenschaften (z. B. laut-leise, schnell-langsam, hoch-tief) unterscheiden, Lieder begleiten und Musik in Bewegung und Tanz umsetzen.

Nicole Schafer bringt zum Unterricht eigene Instrumente mit, welche die Kinder ausprobieren können, um ihr rhythmisches Gefühl und ihr Gehör zu trainieren. Nach zwei, drei Jahren Kurs in der musikalischen Früherziehung ist ein Kind gut vorbereitet, um ein Instrument zu lernen, hält Nicole Schafer fest.

Eine Ausbildung
und kein Hütedienst

Das Lernen in der Gruppe, der spielerische Ansatz, die gute Mischung aus Theorie und Praxis sind grosse Vorteile der musikalischen Früherziehung. «Es ist eine Ausbildung und kein Hütedienst», hält die Musiklehrerin fest, die deshalb auch ein wenig auf Disziplin achtet.

Kinder nicht unterschätzen

Sie ist aber überzeugt, dass es keine musikalisch untalentierten Kinder gibt. «Einige haben vielleicht etwas mehr Flair dafür, einen leichteren Zugang als andere.» Sie wehrt sich beispielsweise gegen das Vorurteil, dass viele Kinder nicht singen können. «Mit etwas Geduld können bei jedem Kind Fortschritte erzielt werden!»

Sie sei immer wieder erstaunt, wozu Kinder fähig sind, führt die junge Frau aus. «Sie lernen sehr leicht, auch Sachen, die man als Lehrerin vielleicht im ersten Moment als zu schwierig eingestuft hat.»

Wichtig sei vor allem, dass man das Thema den Kindern auf eine Weise präsentiere, dass sie es auch fassen können. «Man darf Kinder nicht unterschätzen.»
Aus einer Musiker-Familie

Nicole Schafer kommt aus einer Musikerfamilie. Sie studiert am Konservatorium Freiburg Klarinette und steht kurz vor dem Lehrdiplom.

Die Musik hat Nicole Schafer schon von Kind auf begleitet. Ihr Vater ist der bekannte Musiker Roland Schafer, der u.a. die Musikgesellschaft Giffers-Tentlingen leitet, und ihr Bruder ist ein begabter Tubist. Durch ihre Mutter ist sie auf die Klarinette aufmerksam geworden, und auch ihre beiden Grossväter waren musikalisch keine unbeschriebenen Blätter.

Nicht der Tradition zuliebe

Es war denn auch keine Frage, ob Nicole Schafer als Kind in die Musik einsteigen wird – höchstens, wie dies geschehen soll. Obwohl die Eltern manchmal ein wenig «stossen» mussten, habe sie nicht etwa der Tradition zuliebe eine berufliche Laufbahn in der Musik eingeschlagen, betont die 24-Jährige.

Vielseitiges Instrument

Die Ausbildung für musikalische Früherziehung in Luzern hat sie parallel zu ihrem Klarinettenstudium am Konservatorium Freiburg begonnen und im letzten Sommer abgeschlossen. Die Luzerner Musikhochschule sei sehr gut, betont sie. Die Ausbildung habe ihr neben den pädagogischen und musikalischen Grundlagen auch sehr viele neue Ideen vermittelt und sie deshalb auch bei ihrem Klarinettenstudium weitergebracht, ist sie überzeugt.

Auch das Klarinettendiplom rückt in greifbare Nähe. Die Theorie hat Nicole Schafer bereits abgeschlossen. Am 18. Juni folgt die Abschlussprüfung zum Lehrdiplom. Die junge Frau schliesst nicht aus, danach auf ein Konzertdiplom hinzuarbeiten. Bei der Klarinette gefällt ihr besonders der Klang, der sowohl warm wie auch aggressiv sein kann. Das Instrument kann deshalb sehr vielseitig eingesetzt werden – im klassischen Bereich ebenso wie im Jazz oder gar in der Ländlermusik. Musikalische Vorbilder hat sie keine, doch mag sie gerne moderne, zeitgenössische Musik.
Nicole Schafer ist Mitglied der Musikgesellschaft Giffers-Tentlingen und des Harmonie-Orchesters Freiburg. im

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