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«Es gibt nichts Schöneres»

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«Es gibt nichts Schöneres»

Die Hockeyaner Sandro und Marc Abplanalp haben die Lehre als Berufssportler abgeschlossen

Am 15. Juli werden Hunderte von Lehrlingen in der Eishalle St. Leonhard ihr Fähigkeitszeugnis in Empfang nehmen können. Darunter auch die Gebrüder Abplanalp, die ersten Schweizer mit einem Lehrabschluss als Berufssportler.

Von ARTHUR ZURKINDEN

«Es ist schön gewesen. Wir haben eine Super-Zeit hinter uns und bereuen nichts. Wir haben viele interessante Leute kennen gelernt und sind heute praktisch zweisprachig», sind sich die Gebrüder Sandro und Marc Abplanalp aus dem Berner Oberland einig. «Wir haben unser Hobby zum Beruf gemacht. Es gibt nichts Schöneres», strahlen sie, wenn sie auf die vierjährige Lehrzeit zurückblicken.

Viel gelernt

Wenn sie nichts bereuen, so vor allem deshalb, weil sie von den verständnisvollen und guten Berufsschullehrern viel lernen und profitieren konnten. Nebst der Allgemeinbildung, der Mutter- und den Fremdsprachen Französisch und Englisch wurden sie während anderthalb Tagen pro Woche auch in Medienkunde, PR und Marketing, Vertragsrecht, Informatik, Trainings- und Ernährungslehre, Anatomie sowie in Physiologie unterrichtet.

Als «gelernte Berufssportler» stehen ihnen – nebst der Karriere als Eishockeyaner – viele andere Möglichkeiten offen: Berufsmatura, Ausbildung in Magglingen zum Sportlehrer – was sich Marc auch vorstellen kann. Auch für eine Karriere als Trainer haben sie sich eine gute Basis geschaffen. «Der Trainingslehrer Bruno Knutti liess uns am Freitag bei den Düdinger Bulls das Konditionstraining leiten», weisen sie auf ein Beispiel hin, wie praxisnah der berufskundliche Unterricht erteilt wurde. Dabei heben sie das Entgegenkommen der Berufsschullehrer hervor.

Aber auch eine Tätigkeit im Marketing-Bereich können sie sich vorstellen, nachdem ihnen der Berufslehrer und Grossrat Nicolas Bürgisser auf diesem Gebiet viele nützliche Hinweise geben konnte. «Wir bildeten mit den Lehrern ein echtes Team und pflegten den Kontakt auch nach der Schule», schildern sie ihre positiven Erfahrungen mit dem Lehrkörper.

Für die beiden Gebrüder steht aber vorerst ganz klar eine Karriere als Eishockeyspieler im Vordergrund. In der kommenden Saison werden sie beim NLB-Klub Visp (Ein-Jahres-Vertrag) spielen. Sie wollen den Sprung in die NLA schaffen und sind bereit, weiterhin hart an sich zu arbeiten, um sich zu steigern und dieses Ziel zu erreichen.

Für sie war es wichtig, die Karriere als Sportler mit einem Lehrabschluss im Sack in Angriff zu nehmen. «So haben wir am Ende unserer Sportlerkarriere etwas in der Hand», betonen sie. Sandro und Marc hatten bereits einen Lehrvertrag als Landschaftsgärtner resp. Schreiner unterzeichnet, bevor sie erfuhren, dass man neu auch eine Lehre als Berufssportler absolvieren kann. Und nach einer «Schnupperlehre» beim HC Gottéron bekamen die beiden Hockey-Spieler auch ein Angebot von diesem Klub, das es zu packen galt. «Eine grössere Chance, im Hockey vorwärts zu kommen, hätten wir nirgends erhalten», sind sie überzeugt, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Ohne Vertrag mit Gottéron und ohne Lehre als Berufssportler würden sie vielleicht ihren Beruf als Landschaftsgärtner resp. Schreiner ausüben und das Hockeyspielen als Hobby in einer 1.-Liga-Mannschaft betreiben.

Aufgewachsen sind die beiden in Grindelwald, wo sie mit drei oder vier Jahren mit dem Hockeyspielen anfingen. Schon im Juniorenalter haben sie den Sprung in die erste Mannschaft (2. Liga) geschafft, bevor sie ein Jahr vor Lehrbeginn einen Vertrag bei Unterseen-Interlaken (1. Liga) erhielten.

Eine Lehre mit viel Stress

Hätten sie eine «normale» Lehre als Schreiner oder Landschaftsgärtner absolviert, so wären sie wohl nicht auf einen Lehrmeister gestossen, der so viel Verständnis für das Hockeyspielen aufgebracht hätte wie ein HCF-Direktor Roland von Mentlen. Und statt zwei- bis dreimal pro Woche zu trainiern, wie dies bei einem 1.-Liga-Klub der Fall gewesen wäre, standen während der Lehrzeit plötzlich täglich zwei Eis- und ein Konditionstraining sowie Spiele auf dem Programm.

Bereits im ersten Lehrjahr wurden sie sporadisch in der ersten Mannschaft des HC Gottéron eingesetzt, ab dem zweiten Jahr regelmässig. Und nach dem zweiten Lehrjahr gabs gar einen Zwei-Jahres-Vertrag. Gespielt haben sie auch bei den Elite-Junioren des HCF sowie bei den Partnerteams, den Düdinger Bulls (1. Liga) und im vergangenen Jahr beim HC La Chaux-de-Fonds (NL B). Dort erhielten sie auch mehr Eiszeit als bei Gottéron, was sie sehr schätzten.

Es hat ihnen deshalb auch nichts ausgemacht, am Donnerstagnachmittag nach dem Berufsschulunterricht noch das Abendtraining in La Chaux-de-Fonds mitzumachen. Das Training am Donnerstagvormittag verpassten sie zwar, aber es gelang ihnen während der Lehrzeit stets, Training und Schule zu kombinieren. Und wenn am Wochenende dann noch zwei Spiele anstanden, ist es nicht fehl am Platz, von einer stressigen Woche zu reden. Die Freizeit kam jedenfalls zu kurz, aber das haben sie zum Vorneherein gewusst. Und weil sie leidenschaftliche Hockeyspieler sind und vorwärts kommen wollen, sind sie auch bereit, auf vieles zu verzichten.

In Visp können sie nun ihren Beruf ausüben, ohne die Schulbank drücken und ohne Hausaufgaben machen zu müssen. Sie werden sich aber in Visp nicht nur auf den Hockeysport konzentrieren. Sie wollen noch einer Nebentätigkeit nachgehen. Sie denken dabei an einen Job im Sportartikelbereich, aber auch Turnlehrer, Fitness-Instruktor usw. sind Möglichkeiten.

Auch wenn sie nun als erste Jugendliche der Schweiz eine Lehre als Berufssportler absolviert haben, bleiben sie «mit beiden Beinen auf dem Boden». «Wir sind nichts Besonderes, wir dürfen nicht abheben», betonen sie.
Pilotprojekt mit Zukunft

Es war die Idee von alt Bundesrat Adolf Ogi, eine Lehre als Berufssportler anzubieten. Für die ersten Lehrlinge erwies sich diese Idee meist als gut.

Vor vier Jahren wurden in den Berufsschulen von Freiburg und Zürich im Rahmen eines Pilotprojektes erstmals Klassen für Berufssportler eröffnet. In der Westschweiz machten zehn deutschsprachige Jüngling von diesem Angebot Gebrauch. Alle zehn kamen sie vom Hockeysport, vier vom HC Gottéron, vier vom HC Langnau und zwei vom EHC Visp.

Keine einfache Koordination

«Wir wussten nicht, was auf uns zukommt», hält Reinhard Dekumbis, Lehrer für Allgemeinbildung, fest. Er verheimlicht auch nicht, dass es galt, Schwierigkeiten zu überwinden. So sei es nicht einfach gewesen, einen Zeitplan aufzustellen, um Training und Schule (anderthalb Tage pro Woche) ideal zu kombinieren, da jeweils jeder Club auch noch genaue Vorstellungen und Wünsche einbringen wollte. Wenn dies für die Lehrlinge des HC Gottéron nicht allzu problematisch war, sah es für jene des EHC Visp anders aus, besonders, was den Schulbeginn am Morgen betraf.

Eine durchwegs positive Bilanz kann Reinhard Dekumbis auch nicht ziehen. Alle vier Vertreter des HC Langnau gaben die Lehre auf, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Da hat auch ein Todesfall in einer Familie eine Rolle gespielt, während ein talentierter Spieler, der mittlerweile beim HC Davos unter Vertrag steht, den Sinn einer Berufslehre nicht ganz einsehen wollte.
Reinhard Dekumbis ist aber überzeugt, dass sich die Berufssportler sich mit einer Ausbildung eine gute Basis schaffen, um das Leben nach der sportlichen Karriere erfo

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