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«Es haben nicht alle Spieler den Ernst unserer Lage begriffen»

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Die letzten vier Spiele hat der SC Düdingen in der 1. Liga allesamt verloren. Will der SCD nicht noch tiefer in den Abstiegsstrudel geraten, muss er heute (16 Uhr) beim Tabellenvorletzten FC Oberwallis Naters unbedingt punkten. Trainer Martin Lengen erklärt im Interview mit den FN, warum er trotz schlaflosen Nächten zuversichtlich nach vorne blickt.

 

Martin Lengen, wie gut haben Sie letzten Samstag nach der 0:1-Niederlage gegen Schlusslicht La Sarraz-Eclépens geschlafen?

Ich schlafe nie gut, wenn wir verloren haben; ich will immer gewinnen. Meine Gedanken kreisten am Samstag bis tief in die Nacht hinein um das Spiel. Es wäre nicht gut, wenn mich eine solche Niederlage kalt lassen würde.

Was hat Sie am meisten beschäftigt?

Es war ein sehr wichtiges Spiel; mit einem Sieg hätten wir die restlichen Partien in Ruhe angehen können, jetzt stecken wir voll im Abstiegskampf. Ich war enttäuscht und verärgert. Enttäuscht, weil wir das Spiel nicht so gestalten konnten, wie wir uns das vorgenommen hatten, trotz einer sehr guten Trainingswoche. Natürlich war die Niederlage mit dem Penalty in der Nachspielzeit etwas unglücklich, wir hätten das Spiel aber schon vorher für uns entscheiden müssen. Und ich war verärgert, weil offensichtlich nicht alle den Ernst unserer Lage ganz begriffen haben.

An wen denken Sie konkret?

An verschiedene Spieler. Ich mache keine Einzelkritik in der Öffentlichkeit, intern haben wir das mit den Betroffenen aber selbstverständlich diskutiert.

Am Montag im Training dürfte Ihr Team ein ziemliches Donnerwetter zu hören bekommen haben …

Nach so einer Niederlage gehst du als Spieler immer mit einer gewissen Anspannung ins Training, weil du vom Trainer eine Standpauke erwartest. Wenn die dann ausbleibt, bist du positiv überrascht. Ich habe bewusst auf eine Strafpredigt verzichtet, weil ich nicht noch mehr negative Energie ins Team bringen wollte. Für den Trainer ist es immer eine Gratwanderung: Nichts ist im Sport gefährlicher als Gleichgültigkeit, es bringt aber auch nichts, die Spieler nach jeder schlechten Leistung zusammenzustauchen. Das ist schlecht fürs Selbstvertrauen. Ich habe bei den Spielern am Montag an ihre Eigenverantwortung und Selbstkritik appelliert.

Ansatzpunkte für die Selbstkritik gibt es einige, zum Beispiel das ständige Reklamieren auf dem Platz.

Das Reklamieren ist in den meisten Fällen das Ergebnis einer eigenen Unzufriedenheit. Die Spieler merken, dass es ihnen nicht so läuft, sie sind frustriert über die eigene Leistung und machen ihrem Ärger durch lautstarkes Reklamieren Luft. Nützen tut es nichts, im Gegenteil, man verliert nur den Fokus aufs Spiel. Das müssen wir sofort abstellen.

Punkto Einsatz zeigte sich Ihr Team zuletzt auch nicht unbedingt von seiner besten Seite.

Das ist so. Wenn das Team fussballerisch nicht glänzt, ist das das eine, das kann vorkommen. Wenn die Spieler aber den Einsatz vermissen lassen, so wie gegen La Sarraz, dann ist das etwas anderes. Das kann ich nicht akzeptieren. Kampf und Leidenschaft siegen immer über Talent, dafür muss man allerdings bereits sein, Rasen zu fressen, wie man so schön sagt. In unserem Fall eben Kunstrasen. Das haben wir zu wenig getan.

Die Konsequenz war die vierte Niederlage in Folge – ein Novum beim SCD.

Ich bin seit fünf Jahren Trainer des SC Düdingen. Noch nie haben wir in dieser Zeit viermal hintereinander verloren so wie jetzt. Das ist eine neue Situation für uns alle, Trainer, Spieler und Vorstand. Da möglichst schnell hinauszufinden, ist die Herausforderung, die wir meistern müssen.

Wie schaffen Sie das?

Wir haben uns als Team da reingeritten, als Team müssen wir wieder hinausfinden. Wichtig ist, dass wir wieder als verschworene Einheit auftreten. Wenn es gut läuft, ist das einfach. Wenn es nicht so gut läuft, zeigt sich der wirkliche Charakter der Spieler. Bei dem einen oder anderen habe ich schon meine Zweifel, ob sie sich richtig mit dem Verein identifizieren und sich voll für das Team einsetzen. Mir sind allerdings diesbezüglich die Hände gebunden.

Inwiefern?

Es soll keine Ausrede sein, aber unser Verletzungspech der vergangenen Wochen spielt schon eine Rolle. Wenn man x-mal seine Formation umstellen muss, weil Spieler verletzt ausfallen, ist es schwierig, Konstanz ins Team zu bringen. Unser Kader ist zu klein, um alle Ausfälle zu kompensieren. Das hat zur Folge, dass der interne Konkurrenzkampf nicht funktioniert. Einige wissen ganz genau, dass ich als Trainer sie aufstellen muss, selbst wenn sie nicht so gut spielen, da ich keine valable Alternative habe. Wir wussten, dass es unter diesen Voraussetzungen kein einfaches Jahr wird, gleichwohl habe ich als Kollektiv mehr erwartet. Allerdings war auch nicht alles schlecht bisher, ich sehe durchaus einige sehr positive Aspekte.

Zum Beispiel?

In dieser Saison sind insgesamt schon elf Spieler zum Einsatz gekommen, die noch im Junioren-A-Alter sind. Das ist eine stolze Zahl. Sie alle konnten 1.-Liga-Erfahrung sammeln, was vor allem in Hinblick auf die Zukunft der Mannschaft wichtig ist.

Vorerst geht es heute (16 Uhr) auswärts beim FC Oberwallis Naters darum, zu punkten. Wie schätzen Sie die Ausgangslage ein?

Naters braucht unbedingt einen Sieg; uns würde ein Unentschieden im Kampf um den Ligaerhalt auch schon viel helfen. Wir müssen als Mannschaft kompakt spielen und dem Gegner das Leben schwer machen. Je länger das Spiel dauert, desto mehr muss Naters riskieren: Es werden sich Löcher auftun, und wir werden zu Konterchancen kommen. Diese gilt es, zu nützen.

Das mit dem Tore schiessen ist allerdings so eine Sache: In 22 Partien hat Düdingen erst 24 Tore erzielt – weniger als alle anderen Teams. Wie wollen Sie das ändern?

Unsere Torausbeute ist viel zu gering, wenn man bedenkt, dass wir praktisch immer mit drei Stürmern antreten. In der Offensive sind aber nicht nur die Stürmer gefordert, das fängt schon hinten an, wo der Ball bei der Angriffsauslösung sauber und präzise nach vorne gespielt werden muss.

Ich brauche elf Kämpfer, die marschieren und sich für das Team zerreissen, keine Schönwetterfussballer. Jeder muss mehr rennen, auch wenn es wehtut, und mit seinen Laufwegen Löcher aufreissen für die Mitspieler. Ein schlechter Laufweg ist immer noch besser als gar kein Laufweg.

Die Innenverteidigung wirkte zuletzt auch nicht mehr so souverän wie Anfang Saison. Mit 47 Gegentoren weist der SCD den zweitschlechtesten Wert aus. Woran liegt das?

In der Defensive hatten wir mit den grössten Verletzungssorgen zu kämpfen, phasenweise mussten wir die komplette Viererkette auswechseln. Unseren Innenverteidigern Flavio Cassara und Elvis Corovic fehlt nach ihrer langen Pause noch etwas die Spritzigkeit. Was für die Offensive gilt, gilt aber auch für die Defensive: Das ganze Team muss sowohl mithelfen, Tore zu schiessen, als auch Tore zu verhindern. Der vorderste Angreifer muss zugleich der erste Verteidiger sein. In der Rückwärtsbewegung müssen wir konsequenter arbeiten.

Bei einer Niederlage würde Düdingen noch tiefer in den Abstiegsstrudel gerissen. Wie gehen Sie mit diesem Druck um?

Wer mit Druck nicht umgehen kann, ist hier fehl am Platz. Wenn wir uns nicht mächtig steigern im Vergleich zu den letzten Spielen, wird der Druck noch mehr zunehmen. Wichtig ist, dass wir zuversichtlich bleiben, positiv denken. Ich weiss, dass wir die Qualitäten haben, um Naters zu schlagen.

«Nichts ist im Sport gefährlicher als Gleichgültigkeit.»

Martin Lengen

Trainer SC Düdingen

«Ich brauche elf Kämpfer, keine Schönwetterfussballer.»

Martin Lengen

Trainer SC Düdingen

«Kampf und Leidenschaft siegen fast immer über Talent.»

Martin Lengen

Trainer SC Düdingen

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