Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Es hat sich ungeheuer viel verändert»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Es hat sich ungeheuer viel verändert»

Das Kloster Magerau lädt im Rahmen des 750-Jahr-Jubiläums zum Besuch ein

Es gab Zeiten, da war die Klausur in der Zisterzienserinnenabtei Magerau so streng, dass die Schwestern das Kloster selbst für eine medizinische Operation nicht verlassen durften. Heute sind auch Laien willkommen, am Leben der Gemeinschaft teilzunehmen.

Von ANTON JUNGO

Auf das 750-Jahr-Jubiläum hin hat die Historikerin Núria Delétra-Carreras in einem über 500-seitigen Werk erstmals die Geschichte der Abtei Magerau von ihren Anfängen bis zur Gegenwart erforscht und dargestellt. Sehr deutlich zeigt das Kapitel über das 20. Jahrhundert, wie die Schwestern ihrem Ideal auch nach 750 Jahren noch treu sind, dass das Leben einer Klostergemeinschaft aber auch dem Wandel in der Welt unterworfen ist.

Von Erleichterungen profitieren Schwestern und Besucher

Noch 1935 wurde eine Schwester im Kloster operiert. Die Historikerin zeigt an diesem Beispiel, wie abgeschottet von der Welt die Schwestern in Magerau damals noch lebten; wie streng die Klausur gehandhabt wurde. Wollte eine Schwester das Kloster verlassen, musste sie dafür die Erlaubnis beim Abt des Männerklosters holen, der für die Magerau zuständig war. 1977 beschloss die Schwesterngemeinschaft, dass die Verantwortung für die Einhaltung der Klausur in die Hände ihrer Äbtissin gelegt werden soll. So kann den Bedürfnissen der Schwestern nun Rechnung getragen werden.

Profitieren von diesen Erleichterungen können aber auch die Laien. Die Schwestern bauten in den Jahren 1980 bis 1985 ihre Kirche so um, dass auch Besucher an ihrer Liturgie teilnehmen können. Siebenmal im Tag unterbrechen die Schwestern ihre Arbeit oder ihr Studium, um gemeinsam in der Kirche zu beten.
«Während der 40 Jahre meines Lebens in der Magerau hat sich ungeheuer viel verändert», hielt die Äbtissin Gertrude Schaller gestern an einer Pressekonferenz fest. 17 Jahren lang musste sie darauf warten, bis nach ihr eine weitere Frau den Schritt ins Kloster wagte. Heute leben 15 Schwestern in der Abtei, wovon eine die ewigen Gelübde noch nicht abgelegt und eine andere das Postulat begonnen hat.

Sie berichtete aber auch davon, welche Erleichterungen die moderne Technik auch hinter die Klostermauern brachte. 1970 wurde die Zentralheizung eingerichtet. Später folgten zeitgemässe sanitäre Anlagen und die Einrichtung von Krankenzimmern für die pflegebedürftigen Schwestern.

Herstellung von Hostien

Es gab aber auch Arbeitserleichterungen: so die Anschaffung einer automatischen Hostienbackmaschine. Mit der Herstellung von Hostien bestreiten die Schwestern einen wichtigen Teil ihres Lebensunterhalts. Vor einigen Jahren hielten auch Computer Einzug ins Kloster.

Gang durch die Klosteranlage

Die Medienorientierung, an der die Jubiläumsanlässe vorgestellt wurden, fand im renovierten Gästehaus ausserhalb der Klausur statt. Dann folgte aber ein Gang durch den grossen Gemüsegarten, die Klosterkirche, den Kreuzgang und durch den so genannten «Saal der Gründerinnen». Es handelt sich dabei um einen Raum, der gemäss dem Archäologen Gilles Bourgarel auf die Zeit der Gründung im Jahr 1255 zurückgehen dürfte.

Im kürzlich renovierten Saal hat die Schwesterngemeinschaft ein kleines Museum eingerichtet. Ausgestellt ist unter anderem eine Kopie der Gründerurkunde. Aus dieser geht hervor, dass Burkard, Bürger und Pfarrer von Tafers, am 3. Juli 1255 Schwester Richinza und ihren Gefährtinnen die Erlaubnis erteilt, in der Mageren Au, am Ufer der Saane, ein Kloster zu bauen. Die Gegend am rechten Ufer der Saane gehörte damals noch zum Gebiet der Pfarrei Tafers. Ausgestellt sind auch liturgische Bücher, die zum Teil aus dem 12. Jh. stammen. Im Kapitelsaal lesen die Schwestern jeden Tag ein Kapitel (deshalb der Name) aus der Regel des Ordensgründers, des hl. Benedikt. Danach folgt eine Auslegung durch die Äbtissin. Im Kapitelsaal finden auch die Abstimmungen (mit schwarzen und weissen Bohnen) und wichtige Gemeinschaftsakte (wie die Wahl der Äbtissin) statt.

Tradition und Vergänglichkeit

Nirgends wird die Tradition, aber auch die Vergänglichkeit des Lebens so deutlich wie in diesem Raum. Die Schwestern schreiten, um zu ihrem Platz zu gelangen, über die Grabplatten der früheren Äbtissinnen. Das älteste Grab stammt aus dem Jahre 1331, das jüngste aus dem Jahre 1974.

Auf Schritt und Tritt begegnet man beim Gang durch die Klosteranlage Kunstgegenständen aus allen Epochen der Klostergeschichte. Diese, wie auch Schriften und anderes Material aus dem Klosterarchiv, dem Freiburger Staatsarchiv wie aus verschiedenen Privatarchiven werden im Werk von Núria Delétra-Carreras beschrieben und gewürdigt.

Núria Delétra-Carreras: L’Abbaye de la Maigrauge 1255-2005. 750 ans de vie. Mit deutscher Kurzfassung und Bildverweis. Fribourg: Editions La Sarine 2005. 532 Seiten. 69 Franken.

Besichtigung
des Klosters

Im Rahmen der 750-Jahr-Feiern lädt die Schwesterngemeinschaft der Abtei Magerau zu einem Tag der offenen Tür ein. Besucher erhalten Gelegenheit, einen Blick hinter die Mauern des sonst geschlossenen Klosters zu werfen.

Die geführten Besichtigungen finden am Samstag, 11. Juni, von 9.30 bis 16 Uhr statt. Um 11 Uhr und um 15 Uhr findet eine deutschsprachige Führung statt. Für die Besichtigung ist eine Reservation notwendig. Die Eintrittskarten sind beim Amt für Tourismus Freiburg gratis erhältlich (Tel. 026 350 11 11). FN

Meistgelesen

Mehr zum Thema