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«Es herrscht eine Euphorie»

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Als Tafers-Freiburg Ende Saison 2015/16 nach 26 Jahren in der NLA abstieg, hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. Ganz überraschend kam die Relegation nämlich nicht. Bereits in den Jahren zuvor hatte sich die Union in der Tabelle zunehmend nach hinten orientieren müssen. Zunehmend sah sich der Verein mit einer ganzen Reihe von finanziellen, infrastrukturellen und sportlichen Problemen konfrontiert, die ein Fortbestehen in der NLA immer schwieriger machten. Die vergangene NLB-Saison nutzten die Freiburger denn auch, um sich Gedanken über die Zukunft zu machen.

Macht es Sinn, den direkten Wiederaufstieg anzupeilen? Oder ist man in der NLB besser aufgehoben? Die Union entschied sich für die Rückkehr in die höchste Liga und schaffte den sportlichen Aufstieg auf souveräne Art und Weise. Wieso Tafers-Freiburg seiner NLA-Rückkehr zuversichtlich entgegenblickt, erklärt Assistenztrainer Stephan Dietrich im Interview.

Stephan Dietrich, Tafers-Freiburg hat sich trotz der Probleme der letzten Jahre entschieden, in die Nationalliga A zurückzukehren. Was hat den Ausschlag gegeben für diesen Entscheid?

Das hat verschiedene Gründe, sportliche und administrative. Sportlich haben wir früh gemerkt, dass wir die Aufstiegsspiele erreichen, ohne allzu grossen Aufwand betreiben zu müssen. Bei Saisonhälfte hatten wir alle unsere NLB-Spiele gewonnen, und unsere Männer wurden dabei kaum gefordert. Von den 45 Einzel- und Doppelmatches vor Weihnachten hatten sie nur einen einzigen verloren. Sportlich stellte die NLB für die Spieler keine echte Herausforderung dar, deshalb haben sie den Wunsch geäussert, in die NLA zurückzukehren. Mit dem Sieg im Barragespiel über das favorisierte Zürich haben wir gezeigt, dass wir über viel Potenzial verfügen.

Nach dem Abstieg hatte sich Ihr Verein die Frage gestellt, ob er im Kanton beim Verband und den anderen Clubs genügend Unterstützung erhält. Wie sieht es da aus?

Der Freiburger Badminton-Verband (FBV) unterstützt uns im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten. Die Beträge sind so angesetzt, wie es das aktuelle Budget zulässt. Nach unserem Abstieg haben wir mit dem Verband konstruktive Gespräche geführt. Der FBV hat ein klares Statement zugunsten der NLA-Mannschaft von Tafers-Freiburg abgegeben. Er anerkennt, dass wir das Zugpferd für den Badmintonsport im Kanton sind, und er unterstützt uns auch.

Wie sieht diese Unterstützung konkret aus?

Der Verband unterstützt uns indirekt, zum Beispiel bei der Suche nach Trainingshallen und Material. Er ist auch dabei, sein Angebot für das Freiburger Nachwuchskader auszubauen. Die Investitionen in den Nachwuchs kommen uns mittel- und längerfristig zugute, können wir doch künftig für unser NLA-Team auf einen grösseren Spielerpool zurückgreifen. Der FBV ist auch bereit, die Freiburger Meisterschaft (FM), die seit jeher am zweiten Januarwochenende stattfindet, auf November zurückzuschieben. So können auch unsere NLA-Spieler an den Titelkämpfen teilnehmen und sind nicht im Interclub engagiert. Dadurch wird die FM aufgewertet, was sich hoffentlich in grösserem Medieninteresse manifestiert. Wenn es Reaktionen auf unseren Sport gibt, hilft das nicht zuletzt bei der Sponsorensuche.

Wie sieht die Unterstützung bei den anderen Vereinen aus?

Für die allermeisten Vereine sind wir sportlich zu weit weg. Die meisten finden es zwar gut, was wir in Tafers machen. Wirklich unterstützen können sie uns aber kaum, weil es keine Synergien gibt, die wir nutzen können. Mit dem BC Schmitten, der neu in der NLB spielt, haben wir eine Zusammenarbeit aufgegleist, wir trainieren einmal wöchentlich ­gemeinsam.

Sie hatten nach dem Abstieg bemängelt, dass die Arbeit für das NLA-Team innerhalb des Vereins auf zu wenige Schultern verteilt sei. Hat sich da etwas verbessert?

Ja. Ich war nicht mehr bereit, die meisten Aufgaben für das NLA-Team zu übernehmen. Inzwischen haben wir die Arbeiten besser aufgeteilt. Wir haben einige motivierte Leute gefunden, die im Vorstand anpacken, die bei der Organisation und der Durchführung der Meisterschaftsspiele mithelfen und so weiter. Nach dem Jahr in der NLB herrscht eine Aufbruchsstimmung, und auch die neue Turnhalle macht Lust auf mehr. Im Verein herrscht eine gewisse Euphorie. Die Tatsache, dass wir ein gutes Team beisammenhaben, verstärkt diese zusätzlich.

Im Team von Tafers-Freiburg stehen auch dieses Jahr drei Ausländer. Sie haben in der Vergangenheit schon öfters das Vorgehen kritisiert, ausländische Cracks für die Interclubspiele einzufliegen. Warum engagiert die Union trotzdem wieder Ausländer?

Es ist der einzige Weg, um in der NLA konkurrenzfähig zu sein. Es war von Anfang an klar, dass wir im Fall eines Aufstiegs den einen oder anderen ausländischen Spieler engagieren müssen. Andernfalls hätten wir nicht genügend Spieler im Team, die über ein genügend hohes Niveau verfügen. Ohne ein konkurrenzfähiges Team wäre es ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, so umworbene Spieler wie Céline Burkart, Nicole Schaller oder Andrin Wäfler ins Team zu bekommen. Aber ich bleibe dabei: Im Grunde ist es unsinnig, für teures Geld ausländische Spieler zu engagieren.

Inwiefern?

Badminton ist eine Randsportart, es ist schwierig, Sponsoren zu finden und die nötigen finanziellen Mittel aufzutreiben. Zudem: Je mehr ausländische Profis spielen, desto weniger kommen die Schweizer zum Einsatz. Die Identifikation der Zuschauer mit ihrem Verein geschieht über die Schweizer und nicht über die Ausländer, die für die Matches eingeflogen werden.

Der Schweizer Badminton-Verband hat in den letzten Jahren die Clubs angehalten, ausländische Spieler zu engagieren. Er erhoffte sich dadurch hochstehendere Meisterschaftsspiele, was sich positiv auf die Entwicklung der Schweizer Spieler und die Zuschauerzahlen auswirken sollte.

Die Wirkung ist nicht wie erhofft eingetreten. Aber es findet langsam ein Umdenken statt. Als wir vor einem halben Jahr bei einer Nationalliga-Konferenz den Antrag stellten, die Anzahl Ausländer auf zwei zu beschränken, fand unser Begehren nur bei einem Club Unterstützung. Vor zwei Wochen an der letzten Sitzung äusserten sich plötzlich auch andere Vereine kritisch zur Ausländerregelung. Offensichtlich geht einigen das Geld aus, und sie haben Identifikationsprobleme. Ich bin gespannt, wie sich die Ausländerfrage entwickelt.

Am kommenden Sonntag (14 Uhr, OS Tafers) startet Tafers-Freiburg mit dem Spiel gegen Uzwil in die Saison. Was darf man von der Union erwarten?

Mit unserem Team sollten die Playoffs möglich sein. Vor zwei Jahren hatten wir uns allerdings auch die Finalspiele zum Ziel gesetzt – und sind dann abgestiegen. Wo wir wirklich stehen, wissen wir erst, wenn wir gegen alle Gegner einmal gespielt haben und wissen, mit welchem Team sie antreten.

Union Tafers-Freiburg

Ein Kader, das die Erwartungen in die Höhe schraubt

Vom letztjährigen Aufsteigerteam sind bei Tafers-Freiburg nur noch Olivier Andrey, Roger Schmid, Thomas Lüthi und Andrin Wäfler dabei. Ergänzt wurde dieses Männerquartett mit den drei ausländischen Verstärkungen Misha Zilberman (Israel), Patrick Mac­Hugh (Schottland), Ivan Rusev (Bulgarien) und dem 18-jährigen Schweizer Junioren-Nationalspieler David Orteu.

Viel erhofft man sich bei der Union vom 28-jährigen Zilberman, der Weltnummer 54 im Einzel. «Am Sonntag beim Saisonauftakt gegen Uzwil werden alle drei Ausländer dabei sein. So können wir unsere drei Neuzugänge ein erstes Mal in Aktion sehen», sagt Olivier Andrey, der sich auf seine Aufgabe als Headcoach konzentrieren und nicht selber zum Racket greifen wird. «Geplant ist, dass wir danach jeweils mit zwei ausländischen Profis antreten.» Etwas Kopfzerbrechen bereitet Andrey die Tatsache, dass einzig Rusev und Roger Schmid das NLA-Badminton aus der eigenen Erfahrung kennen.

Bei den Frauen ist Tafers-Freiburg um Klassen stärker besetzt als in den letzten Jahren. Mit der Verpflichtung von Nationalspielerin Cé­line Burkart, der unangefochtenen Schweizer Nummer eins im Doppel und Mixed, ist der Union ein Transfercoup geglückt. Die 22-Jährige wird mit Nicole Schaller, die ihren Rücktritt vom Rücktritt gegeben hat, ein schlagkräftiges Doppel bilden.

Die Einzel wird Neuzugang Indira Dickhäuser bestreiten. Die U17-Nationalspielerin absolviert momentan in Kaiserslautern die Sportschule und nimmt für ihre Einsätze mit der Union jeweils eine sechsstündige Zugfahrt auf sich. «Indira kann allerdings nur die ersten vier Partien der Vorrunde bestreiten», sagt Andrey. «Für die restlichen Spiele suchen wir noch eine Lösung.»ms

Kader

Union Tafers-Freiburg, Saison 2017/18

Männer: Thomas Lüthi, Patrick Mac­Hugh (neu, Schottland), David Orteu (neu, Lausanne), Ivan Rusev (neu, Bulgarien), Benedikt Schaller, Roger Schmid, Andrin Wäfler, Misha Zilberman (neu, Israel).

Frauen: Céline Burkart (neu, St. Gallen-Appenzell), Nicole Schaller (Rückkehr nach Verletzungspause), Irina Dickhäuser (Zürich), Suanne Keller (neu, Genf), Yvonne Keller (neu, Genf).

Headcoach: Olivier Andrey.

Assistent: Stephan Dietrich.

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