Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Es herrscht eine gute Atmosphäre»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Die missmutige Reporterin ist genervt: ein Stromausfall, ein Sturm und der Motor kaputt–und das alles auf einem Schiff. Zwar gibt es auf der Reise auch schöne und entspannte Momente, doch gilt es für den selbstsicheren Kapitän und seinen aufgestellten Schiffsjungen viele schwierige Situationen zu bewältigen. Faustdick dann die Überraschung: Flüchtlinge haben sich an Bord geschlichen. Der Kapitän ist hin- und hergerissen. Soll er sie bleiben lassen oder einfach wegjagen, so wie es ein aufgebrachter Gast fordert?

Das Stück «endlose Reise–voyage infini» wurde von der Musiktheatergruppe «just a moment» entwickelt (siehe Kasten). Mitglieder der von insieme initiierten Gruppe sind Personen mit einer geistigen Behinderung. Das Stück beinhaltet viele Emotionen, die durch die vier Musiker hervorgehoben werden. Sie improvisieren und passen sich den Schauspielerinnen an–und umgekehrt.

Inputs von beiden Seiten

Doch wie entsteht so ein Theaterstück? «Wir beginnen jeweils mit einem Thema, dieses Jahr ist es ‹Gegensätze›», sagt Stefan Schmutz, zusammen mit Irmgard Eggel Leiter der Gruppe. «Dann improvisieren wir, machen Vorschläge und geben Inputs. Danach schauen wir, was bei den Teilnehmern auf Resonanz trifft, und nehmen auch ihre Vorschläge auf. In dieser Phase arbeiten wir sehr offen, weil jede Idee schliesslich ein Teil des Stückes werden könnte.»

Nicht alles muss bei der Aufführung fehlerlos sein. Trotzdem haben die Leiter gewisse Anforderungen an die Schauspieler und Musikerinnen. «Es muss schon eine gewisse Intensität vorhanden sein. Der Funke soll auf die Zuschauer überspringen», sagt Irmgard Eggel. Sie ist vor allem für das Schauspiel zuständig. Manchmal seien die Schauspieler vorschnell, weil sie das Stück genau kennen. «Es kommt ab und zu vor, dass sie ihren Text zu früh sprechen», so Eggel. Am Ende sei ihnen doch wichtig, ein Stück mit einem gewissen Niveau aufzuführen, «nicht dass sich die Zuschauer langweilen». Das Wichtigste für die beiden Sonderschullehrer ist aber, «dass die Zuschauer vergessen, dass es eigentlich ein Theater von behinderten Leuten ist».

Guter Zusammenhalt

«Es herrscht eine gute Atmosphäre», sagt Schmutz. Der Zusammenhalt unter den Teilnehmenden sei beeindruckend. Es sei für sie auch eine Abwechslung zum Alltag. «Gerade jetzt, wo wir eine Pause machen: 14 behinderte Personen organisieren sich selber, wo sie normalerweise an ihren Arbeitsplätzen von Betreuern umgeben sind», sagt Schmutz erfreut.

Bei den Proben seien die Schauspielerinnen und Musiker meist motiviert und konzentriert bei der Sache. «Sie spüren gut, wann sie seriös arbeiten sollten und wann wieder Platz für ‹Blödeleien› ist», so Eggel.

Stefan Schmutz berührt die Art der Teilnehmenden, wie sie auch über Themen nachdenken. Er nennt ein Beispiel: Ein Schauspieler, der im Stück gegen die Flüchtlinge ist, sei nach einer Probe zu ihm gekommen und habe gesagt: «Ich kann die Rolle nicht spielen. Was ist, wenn Ausländer im Publikum sitzen? Was sollen die von mir denken?» Er habe die Rolle schliesslich doch weitergespielt, einfach nicht mehr unter seinem richtigen Namen.

Für Eggel und Schmutz ist es «ein grosses Privileg, mit diesen Personen zusammenarbeiten zu können».

Zum Projekt

Bereits die sechste Eigenproduktion

Auf Initiative des Vereins insieme Freiburg wurde im Jahr 2007 die Musiktheatergruppe «just a moment» ins Leben gerufen. Die Gruppe besteht zurzeit aus 14 Personen unterschiedlichen Alters mit geistiger Behinderung. Ziel ist, die musischen Ressourcen der Teilnehmenden zu unterstützen und einen Raum zu schaffen, in dem sie sich künstlerisch entfalten und ausdrücken können. Die Gruppe «just a moment» arbeitet seit ihrer Gründung unter der Leitung von Stefan Schmutz (Musik) und Irmgard Eggel (Theater) regelmässig zusammen, um eigene Musiktheaterstücke zu entwickeln und aufzuführen. Seit 2008 entstand jedes Jahr eine neue Eigenkreation. Diesen Freitag und Samstag führt die Gruppe nun ihr neues Stück «endlose Reise–voyage infini» in Tafers auf. Thema des Stücks sind Gegensätze (siehe Haupttext).er

Aula, Tafers. Fr., 3. Mai und Sa., 4. Mai, jeweils um 19.30 Uhr.

 

Mehr zum Thema