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«Es ist ein beispielhaftes Projekt»

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 Gemeindepräsidentin Doris Bucheli schritt am Dienstag in den gleichen Gummistiefeln wie bei den Überschwemmungen im Jahr 2007 der Taverna in Flamatt entlang. Sie hatte dabei aber ein ganz anderes, viel besseres Gefühl als im Sommer vor sieben Jahren. Denn die Schutzmassnahmen, die an der Taverna vom Mühletal bis zur Mündung in die Sense infolge der Hochwasser in die Wege geleitet wurden, sind nun abgeschlossen. Rund 30 Vertreter von Bund, Kanton und den umliegenden Gemeinden waren von der Bauherrin, der Gemeinde Wünnewil-Flamatt, aus diesem Anlass zu einer Besichtigung mit anschliessender Feier eingeladen worden. Auch Kantonsingenieur André Magnin nahm teil und machte mit seinem Handy fleissig Bilder von der «neuen» Taverna und der Brücke vor dem Tunnel Chrummatt, die unter der Leitung des Tiefbauamtes erstellt wurde.

Eng mit der Gemeinde am Projekt gearbeitet hatte auch Urs Nigg, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesamt für Umwelt. «Das Projekt ist gelungen. Wir schätzen es sehr, dass eine naturnahe Lösung gefunden werden konnte», sagt er. So bietet das neue Flussbett der Taverna mehr Platz und die Strömung wird mittels Lenkbuhnen aus Naturstein geleitet, statt die Ufer zu verbauen. Diese Lenkbuhnen strukturieren das Flussbett, was Lebensräume für verschiedene Fischarten schafft. Diese Funktion hat auch der bepflanzte neue Flusslauf.

Die Becken in einer Etappe

«Wir hoffen, dass der obere Teil auch so überzeugend realisiert werden kann», sagt Urs Nigg. Er spricht damit die zwei Rückhaltebecken im Burggraben zwischen Schmitten und St. Antoni sowie im Schürgraben unterhalb Niedermuhren an, die das Projekt erst komplettieren. Denn die erste Etappe schützt Flamatt vor einem Hochwasser, das gemäss Berechnungen alle 30 Jahre eintreten kann. Mit den geplanten Becken liegt ein Schutz für ein Jahrhundert-Ereignis vor. Doch der Bau verzögert sich. Ursprünglich in zwei, sollen die Becken nun in einer Etappe gebaut werden. «Wir sind daran, das Vorprojekt zu überarbeiten», erklärte Marius Cotting, Bauamtsleiter von Wünnewil-Flamatt. Er hoffe, dass er das Vorprojekt noch dieses Jahr in die Vernehmlassung schicken könne. «Alle sind überzeugt, dass es die Rückhaltebecken braucht und wir werden sie auch realisieren», so Cotting.

Dass sich Wasserbauprojekte über Jahrzehnte hinwegziehen, sei nichts Aussergewöhnliches, sagte Jean-Claude Raemy vom Tiefbauamt. Denn es seien öffentliche und private Interessen im Spiel, die häufig gegensätzlich seien. Und wenn wie im Fall der Taverna während der Planungsphase noch die gesetzlichen Vorgaben ändern würden, sei Ausdauer gefragt. Mit dem Resultat ist Jean-Claude Raemy äusserst zufrieden. «Es ist ein beispielhaftes Projekt, das den Anforderungen an moderne Wasserbauprojekte entspricht, weil es die Dynamik des Gewässers wieder zulässt.» Die Aufwertung des Lebensraums für Mensch und Tier hätte optimal mit dem Hochwasserschutz kombiniert werden können. «Das ist das erste grosse Projekt im Kanton Freiburg mit dieser Kombination», sagte Christophe Joerin, Sektionschef Gewässer beim Tiefbauamt. Auch andere Kantone scheinen sich daran ein Beispiel nehmen zu wollen. Er habe schon viele Führungen an die Taverna geleitet, so Joerin.

Kosten eingehalten

Die Kosten der ersten Etappe des Hochwasserschutzes an der unteren Taverna belaufen sich wie geplant auf gut vier Millionen Franken. 70 Prozent werden von Kanton und Bund subventioniert. Die Restkosten werden gemäss Verteilschlüssel zwischen Wünnewil-Flamatt und den anderen Gemeinden im Einzugsgebiet der Taverna–Alterswil, Tafers, Düdingen, St. Antoni, Heitenried, Schmitten und Überstorf–aufgeteilt.

Rückblick

Jahrzehntelange Planungsphase

Die Taverna führte in Flamatt mehrmals zu Überschwemmungen:1927,1957(1 Todesfall),1985(Schadenssumme fünf Millionen) und2007(Schadenssumme 3,5 Millionen Franken). Ende Mai2011konnte mit dem Taverna-Durchstich das Kernstück der ersten Bauetappe zum Hochwasserschutz realisiert werden–vier Monate nach dem Spatenstich. Was nach Abschluss der ersten Etappe im März2014noch ansteht, ist der Bau zweier Rückhaltebecken. Dieser wurde mehrmals verschoben.ak

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