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«Es ist eine bewusste Strategie»

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Nach rund sieben Jahren der Planung, mehreren Einsprachen und einer 15-monatigen Bauphase hat die Mi­gros-Genossenschaft Neuenburg-Freiburg gestern ihre neue Filiale in Flamatt eröffnet (siehe Kasten). Der Neubau befindet sich in unmittelbarer Nähe zu einem Coop-Laden. Schweizweit ist dieses Phänomen allgegenwärtig: Wo ein Migros ist, ist meist auch ein Coop. So könnte der Eindruck entstehen, dass sich die beiden Grossunternehmen durch die räumliche Nähe gegenseitig die Kunden wegschnappen. «Genau das Gegenteil ist der Fall», erklärt Betriebsökonom Etienne Rumo den FN in einem Gespräch.

«Tragen die Kundschaft heran»

Es sei kein Zufall, dass sich branchenähnliche Betriebe auf nahem Raum wiederfänden, sagt Etienne Rumo, Professor an der Hochschule für Wirtschaft in Freiburg. «Es ist eine Art Strategie: Sie tragen sich gegenseitig die Kundschaft heran.» Was der Kunde beim einen Geschäft nicht finde, könne er sich beim anderen holen, und erst noch nebenan. Die Migros investiere allerdings viel in Gebäude: Das Geschäft mit Immobilien sei zu einem wichtigen Bestandteil des Umsatzes geworden, erklärt Rumo. «Die Migros-Genossenschaften versuchen, an möglichst vielen Orten präsent zu sein. Dabei achten sie stets darauf, auch die beste Lage zu besetzen.» Die Coop-Gruppe ziehe meist nach.

Die Markteintrittsbarriere in der Schweiz ist im internationalen Vergleich ziemlich hoch. Seit geraumer Zeit sind jedoch neue Mitspieler auf der Bildfläche erschienen: die deutschen Discounter Aldi und Lidl. «Davor hatten Migros und Coop ein angenehmes Leben. Nun ist es das Ziel von Migros und Coop, überall vertreten zu sein und zusätzlich den grössten Raum einzunehmen, damit sich die Firmen Aldi und Lidl nicht so leicht niederlassen können», führt Rumo weiter aus. Heute fokussiere sich Aldi und Lidl darauf, Marktanteile zu gewinnen, während die Genossenschaften Coop und Migros versuchen, ihre Anteile zu verteidigen.

Der Kunde ist König

Der grosse Gewinner in diesem Kampf ist laut Rumo der Konsument. «Innerhalb kurzer Distanzen hat der Kunde ein immenses Angebot.» Die Entwicklung könne aber nicht immer so weitergehen. «Wenn die Lebensmittelanbieter in den nächsten fünf bis zehn Jahren weiter so ausbauen, wird einem irgendwann die Luft ausgehen.» Es werde immer weniger Standorte geben, die rentabel seien. «In Frankreich ist es bereits eingetroffen: Dort gibt es ‹Geistershoppingcenter›, weil ein Überangebot herrscht.» Migros und Coop würden allerdings alles daran setzen, keine Filiale schliessen zu müssen, führt Rumo weiter aus. Die Schliessung einer Filiale vermittle den Eindruck, dass sich die Firma in finanziellen Schwierigkeiten befinde. «Die Unternehmen lassen lieber einen Laden stehen, als einen Imageverlust zu riskieren.»­

Migros-Filiale in Flamatt

Eröffnung nach 15-monatiger Bauphase

Gestern Abend ist die neue Migros-Filiale in Flamatt eröffnet worden. In den letzten 15 Monaten hat die Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg die Ladenfläche von vorher 600 auf heute 1635 Quadratmeter erweitert und dafür 14 Millionen Franken investiert. Die Erreichbarkeit des neuen Standorts sei für jeden Kunden ideal, egal, ob er zu Fuss, mit dem öffentlichen Verkehr oder mit dem Auto anreise, betonte der Direktor der Migros-Genossenschaft Neuen­burg-Freiburg, Jean-Marc Bovay, gestern Abend an der Eröffnung. Durch die installierten Fotovoltaikanlagen auf dem Dach produziere der Neubau zudem seine eigene Energie: 158 000 Kilowattstunden in einem Jahr. Durch den Ausbau der Migros werde Flamatt als Einkaufsstandort attraktiver, sagte Andreas Freiburghaus, Ammann von Wünnewil-Flamatt, auf Anfrage. Er begrüsse es, dass die Apotheke und das Café an einheimische Gewerbler vermietet wurden, die Apotheke Flamatt AG und den Inhaber des Senserestaurants. Traditionell überreichte die Migros-Genossenschaft eine Spende an eine Institution, die in der gleichen Gemeinde wie die neue Filiale beheimatet ist: Die Kita Zouber­huet in Wünnewil-Flamatt erhielt einen Check in der Höhe von 3000 Franken.

Wie die Migros Neuenburg-Freiburg mitteilt, ist Christian Gillard Geschäftsführer der neuen Filiale, bei der sieben Festangestellte, acht Teilzeitmitarbeitende und eine Aushilfe arbeiten. Im gleichen Gebäude ist auch eine Denner- Filiale, eine Apotheke, und ein Café. Im zweiten Stock befinden sich ein Fitnesscenter sowie ein Schuh- und Bekleidungsgeschäft. Mit der Eröffnung geht eine längere Planungsphase zu Ende. Die Mi­gros-Genossenschaft Neuenburg-Freiburg erwarb 2011 an der Bernstrasse 36 in Flamatt die Liegenschaft der Firma Model AG, weil sie mehr Platz brauchte (die FN berichteten). Zuvor befand sich der Migros-Laden an der gleichen Strasse; nun zog sie auf die gegenüberliegende Strassenseite. Nach der öffentlichen Bauauflage im September 2015 folgten fünf Einsprachen, darunter eine des Verkehrsclubs Schweiz (VCS). Er verlangte, die Parkplätze unterirdisch zu bauen, wie es das kantonale Raumplanungs- und Baugesetz vom 1. Dezember 2009 vorsieht. Das Oberamt wies alle Einsprachen ab. Heute verfügt die Migros-Filiale über 78 Aussenparkplätze.

jp

 

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