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«Es ist genug Kapazität vorhanden»

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Zurzeit kümmern sich ein Pädiater des Freiburger Spitals HFR und drei Kinderärztinnen im Seebezirk um die pädiatrische Grundversorgung. Der aktuell praktizierende Arzt des HFR hat aus familiären Gründen sein Pensum von 100 auf 50 Prozent reduziert. Wegen des Weggangs der Kinderärztin Chantal Ruckstuhl aus Gurmels wurden Zweifel an der Abdeckung des Bezirks mit Kinderärzten wach (die FN berichteten). Doch bei näherem Hinsehen kann Entwarnung gegeben werden.

Denn gemeinsam sorgen die Verantwortlichen des HFR und die Pädiater in der Region dafür, dass im Seebezirk immer genug Kinderärzte zur Verfügung stehen. Konkret heisse das: Wenn sich ein Mangel bei den privaten Praxen abzeichne, springe das HFR ergänzend ein und ermögliche eine Lösung, bis sich die Lage wieder beruhigt habe, sagt Johannes Wildhaber, Chefarzt der Klinik für Pädiatrie des HFR, im Gespräch. Auch Ferienvertretungen seien so möglich. «Wir sind also nicht Konkurrenten, sondern ergänzen das Angebot der privaten Praxen.» Eine Schätzung ergab, dass drei bis vier Kinderärzte die nötige Abdeckung im Bezirk gewährleisten können, sagt Wildhaber. Die Berechnung: Ein Arzt kann 1000 bis 1500 Patienten betreuen, im Seebezirk gibt es schätzungsweise 6500 Kinder.

Schwierige Fluktuationen

Das Problem sei, Fluktuationen auffangen zu können, zum Beispiel bei kurzfristigen Mankos. Denn: «Es ist auch für uns nicht einfach, Ärzte zu finden. Auch unsere Kapazitäten sind beschränkt.» Im Kanton werden pro Jahr zwölf angehende Pädiater ausgebildet, so Wildhaber. Das sei keine riesige Zahl, und nicht alle würden hierbleiben, so dass «Eigengewächse» eben selten seien. «Wir unterstützen es, wenn sie sich hier niederlassen wollen.»

Der Kanton arbeite zusammen mit dem HFR daran, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, Blockpraktika für angehende Allgemeinmediziner etwa. Zudem förderten Gemeinschaftspraxen den Einbezug neuer Ärzte. Allerdings, stellt Wildhaber klar, sei die Grundversorgung nicht die Hauptaufgabe des HFR, es verstehe sich als unterstützende Institution.

«Die Lage hat sich entspannt»

Seit rund zehn Jahren ist die pädiatrische Versorgung im Seebezirk ein Problem. Bis 2010 waren mehrere Kinderärzte aktiv. Innert weniger Jahre gab es mehrere Abgänge: Der langjährige Kinderarzt Paul Kehrli schloss seine Praxis, und Kinderärztin Marina Zürcher musste krankheitshalber aufhören. Die sich damals im Aufbau befindliche Gemeinschaftspraxis in Gurmels würde nicht ausreichen, das zeichnete sich bereits damals ab. Während dieser Zeit war die Abdeckung so schwach, dass das HFR 2012 auf politischen Druck hin einspringen musste und in der Permanence des Spitals Merlach einen pädiatrischen Dienst für ambulante Routineuntersuchungen eröffnete. Zeitweise waren dann gar zwei Kinderärzte in Merlach aktiv. Und seit sie wieder praktiziere und ihre Praxis stetig ausbaue, habe sich die Lage deutlich entspannt, sagt Zürcher. Zurzeit arbeiten mit ihr zwei Medizinerinnen, eine weitere soll im Herbst folgen. «So sind genug Kapazitäten vorhanden», so Zürcher.

Spezielle Sprechstunden

Nun geht das HFR einen Schritt weiter. Es organisiert zunehmend Spezialsprechstunden für Kinder am Standort Merlach. So kommen Pädi­ater mit Zusatzausbildung, etwa für Asthma und Herzprobleme, zeitweise in den Seebezirk. Dies mit dem Ziel, Patienten ortsnah zu betreuen. Sie könnten dafür Spezialgeräte einsetzen, über welche die Allgemeinmediziner nicht verfügen, so Wildhaber. Es sei zum Beispiel geplant, dass ein Kinder-Kardiologe ab 1. November zeitweise auch in Merlach arbeite. Zürcher ergänzt, dass das HFR damit sein kinderärztliches Angebot in die Region bringen will. Es wolle dem Trend entgegenwirken, dass Eltern für spezielle Probleme nach Bern gehen. «Der Arzt muss zum Patienten und nicht umgekehrt», betont Johannes Wildhaber.

Im Gegenzug leisten Pädiater aus dem Seebezirk im Kindernotfall in Freiburg Dienst zu Randzeiten, was wiederum das HFR entlaste. «Wir können hier das Notfallangebot so konzentrieren und stärken», sagt Wildhaber. Zusätzlich sei schon zu Beginn des letzten Jahres eine «Kids-Hotline» eingerichtet worden. Das Angebot ermöglicht Eltern eine telefonische Beratung im Zweifelsfall (siehe Kasten).

Das Modell einer Partnerschaft von HFR und Privaten sei theoretisch auch für das Spital Tafers und den Sensebezirk möglich, so Wildhaber. «Das ist aber noch Zukunftsmusik.» Es hänge vom lokalen Bedürfnis ab, und dieses sei aktuell im Seebezirk offensichtlich deutlich grösser als im Sensebezirk.

Zahlen und Fakten

Wenn Kinder einen Notfall haben

Die Kids-Hotline von Medi24 ermöglicht eine telefonische Beratung für Eltern kranker Kinder. Und dies rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche. Die Nummer lautet 0900 268 001. Das Angebot ist allerdings nicht kostenlos: Der Anruf kostet 2.99 Franken pro Minute. Der Maximal­betrag ist 29.90 Franken pro Anruf.

fca

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