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Es ist Zeit, um «Goodbye» und «Thank you» zu sagen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Olympisches Tagebuch

Seit fast drei Wochen bin ich zusammen mit den Beachvolleyballern nun hier in London. Zwar laufen die Olympischen Spiele noch drei Tage, für mich wird es aber Zeit, nach Hause zu fahren. Bei Freiburg-Gottéron, meiner Familie Nr. 2, wartet viel Arbeit auf mich.

 

 Es ist Zeit für eine Rückblende, Zeit Bilanz zu ziehen und langsam loszulassen von dieser magischen Traumwelt. Nach Peking 08, Vancouver 10 und nun London 12 waren dies meine dritten Spiele. Peking war gigantisch, perfekt organisiert, jedoch steril, ohne Herz. Vancouver war genial – jedoch ist es ein riesengrosser Unterschied zwischen Winter- und Sommerspielen.

Bei Winterspielen sind die Wettkampfstätten viel mehr verteilt, was mit noch grösseren und komplizierteren Anreisen verbunden ist. Zudem ist es kalt und die Tage sind kürzer, so dass man nach den Wettkämpfen an die Wärme geht und drinnen bleibt. Anders bei Sommerspielen. Da ist man den ganzen Tag draussen, es gibt verschiedene öffentliche Venues, an denen man sich trifft und gemeinsam etwas erlebt. Das Erlebnis ist viel grösser und intensiver.

So darf ich ruhig sagen, dass London für mich der absolute Hammer war. Das Wetter, vor dem alle Respekt hatten, zeigte sich von der besten Seite. Die Briten trugen gemeinsam diese Spiele, perfekt organisiert, mit viel Herz und Leidenschaft. Die genialen Leistungen der Sportler haben das Volk begeistert, komplett euphorisiert. Genial diese Briten, da können wir Schweizer etwas lernen: offen, stolz, freundlich, zuvorkommend, hilfsbereit, begeisterungsfähig, fair und sportverrückt–ich liebe diese Art. Genauso müssen wir Olympia 2022 in der Schweiz angehen, wenn wir die Spiele denn kriegen. Das würde uns als Nation guttun, unser Selbstvertrauen steigern, unser Image gegen aussen verbessern, unser nationales Zusammengehörigkeitsgefühl stärken.

 

 Aus sportlicher Sicht bin ich mit meiner Arbeit bedingt zufrieden. Ich bin ehrgeizig, fleissig und will stets gewinnen. In London haben wir nur das Minimalziel, die «Normalleistung» abrufen können. Dies ist eigentlich gut, entspricht unserer Schweizer Mentalität. Mir selber ist es zu wenig. Drei Beachvolleyball-Teams schafften es in die Achtelfinals–und alle schieden aus. Da müssen wir alle über die Bücher, Athleten, Trainer, Funktionäre. Wir müssen mehr an die Sensation glauben, mehr Emotionen hineingeben–und an der Sensation weiterarbeiten. Ich glaube, dass dies möglich ist. Und ich gebe mir auch noch einmal einen oder mehrere Zyklen Zeit. Da liegt noch mehr drin …

 

 Dass ich zusammen mit meiner Familie an diesem genialen Ereignis teilhaben konnte, dass wir diese grossen Emotionen teilen konnten, war für mich das Grösste und macht mich restlos glücklich und zufrieden. All die spannenden Beachvolleyballspiele, das Anfeuern an der Triathlonstrecke, die Siegeszeremonie im House of Switzerland, einmal Roger Federer live treffen und ein Autogramm erhaschen. Und schliesslich der geniale Abschluss, der Besuch im olympischen Dorf, wo mein Sohn und ich beim «Töggele» die äthiopischen Leichtathleten zweimal mit 10:2 geschlagen haben … unbezahlbar, mitten ins Herz! All das ist eine wunderbare Entschädigung für all die Abende und Tage, die ich in Trainings oder Trainingslagern weilte.

Ich weiss, dass dies nicht allen Leuten entspricht. Muss es auch nicht. Einige mögen eher Musik, andere sehen lieber Fernsehen – jedem das seine. Für meine Familie, die Familie Nr. 1, für unsere Lebensphilosophie, war London schlichtweg genial.

 

 Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Zeilen aus der britischen Metropole diese Olympischen Spiele, das Denken und die Gefühlslage von uns Athleten, Trainern und Funktionären etwas näherbringen konnte. Und ich hoffe, dass ich Sie dadurch auch auf mögliche Winterspiele 2022 in der Schweiz vorbereitet habe–«inspire a generation»!

Der in Düdingen wohnhafteBruno Knuttiist Trainer bei Swiss Olympic und betreute an den Olympischen Spielen in London die Beachvolleyballer als Konditionstrainer.

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