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«Es lebe die Schweiz und Frankreich»

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Am 29. November 1516 wurde in Freiburg der Ewige Frieden zwischen Frankreich und der Schweiz besiegelt. Die Bedeutung dieses Abkommens für die schweizerisch-französische Geschichte mag wohl vielen nicht bekannt sein. Deren Folgen werden aber 500 Jahre danach in Seminaren und Feiern erforscht und in Erinnerung gerufen. Die Wichtigkeit dieses Abkommens war jedenfalls Grund genug für den französischen Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, um gestern Vormittag den offiziellen Feierlichkeiten in der Aula Magna der Universität Freiburg mit rund 200 Gästen aus Politik und Armee beizuwohnen. Die Redner erinnerten an diesen bedeutungsvollen Akt, aber auch die heutigen Beziehungen zwischen Frankreich und der Schweiz wurden hervorgehoben. «Es lebe der Ewige Frieden und die Freundschaft zwischen der Schweiz und Frankreich.» Mit diesen Worten endete nicht nur die Rede des Verteidigungsministers aus Frankreich, sondern auch jene von Staatsratspräsidentin Marie Garnier. «Es lebe die Schweiz, und es lebe Frankreich», sagte Stadtsyndic Thierry Steiert.

Zusammenhalt der Schweiz

Der Friedensvertrag als Folge der Schlacht von Marignano 1515 wurde damals vom französischen König François I. und 13 Schweizer Orten (Zürich, Bern, Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Glarus, Basel, Freiburg, Solothurn, Schaffhausen und Appenzell) sowie zugewandten Gebieten besiegelt (FN vom 26. November). Laut Bundesrat und Verteidigungsminister Guy Parmelin hat dieser Vertrag zum Zusammenhalt der Schweiz von damals beigetragen. Dass dieser Vertrag in Freiburg unterzeichnet wurde, ist für Thierry Steiert kein Zufall. «Freiburg hat schon damals eine Brücke zwischen der Deutsch- und der Welschschweiz gebildet, und Freiburg stand schon vor der Schlacht von Marignano für eine Annäherung zu Frankreich.» Er rief aber auch in Erinnerung, dass die Schweizer Söldner, die damals für ihren Kampfgeist, aber auch für ihre Brutalität in fremden Diensten sehr gefragt waren, so die soziale Gerechtigkeit in fremden Ländern zu unterdrücken halfen.

Eine Liebesgeschichte

«War die Frage vom König, so konnte es sich nur um den französischen König handeln», sagte Steiert weiter und rief so in Erinnerung, dass Freiburg stets die Aufmunterungen des Botschafters von Frankreich befolgte, Bürgerkriege innerhalb der Schweiz zu vermeiden. «Freiburg und Frankreich, das war eine alte Liebesgeschichte mit einer Vernunftheirat als Hintergrund», betonte er. Steiert rief aber auch die heute guten Verbindungen Frankreichs zu Freiburg in Erinnerung, nicht nur jene, welche der Schriftsteller Saint-Exupéry mit Freiburg unterhielt, sondern auch jene von Jean Tinguely, der während Jahren in Paris lebte. Er erwähnte zudem jene bedeutenden französischen Firmen wie Cartier oder Michelin, die sich in Freiburg niedergelassen haben. «Ja, Freiburg ist nicht nur die Stadt zwischen Bern und Lausanne, sondern auch die Stadt, wo sich Könige und die Eidgenossen getroffen haben, um Abkommen zu unterzeichnen», sagte er.

Staatsratspräsidentin Marie Garnier gab zu bedenken, dass rund eine Million Schweizer Söldner in den Diensten Frankreichs gedient haben. Sie erinnerte auch daran, dass es bei der Schlacht von Marignano für die Schweizer darum ging, das Gebiet um Mailand zu erobern, um die wichtige Achse zwischen Nord- und Südeuropas zu sichern. «Und so ging der Traum der Schweiz, eines Tages Zugang zum Mittelmeer zu haben, zu Ende», sagte sie. Auf die Gegenwart zurückkommend würdigte sie die Tatsache, dass die Schweiz heute 200 000 Franzosen willkommen heisse, ohne Grenzgänger, dass aber auch 200 000 Schweizer in Frankreich leben.

Vor der Spaltung

Für den französischen Verteidigungsminister war das Abkommen von 1516 einmalig. «Es hat die Schweiz vor einer Spaltung bewahrt», sagte er. Nach seiner Ansicht gab es in diesem Vertrag keine Verlierer und keine Gewinner. Wie er sagte, gab es damals für beide Parteien pragmatische Lösungen. «Es gilt, dem Frieden zum Durchbruch zu verhelfen», sagte er. Dies sei damals im Vordergrund gestanden. Er würdigte auch die Tatsache, dass viele Schweizer Söldner im Krieg für Frankreich gefallen sind. Viel wichtiger in seiner Rede aber war die heutige Rolle der Schweiz in Europa. Dabei verheimlichte er nicht, dass die Schweiz und Frankreich trotz des gemeinsamen Einsatzes für den Weltfrieden unterschiedliche Wege beschreiten. Er sagte aber auch, dass die Schweiz als neutrales Land ihre Unabhängigkeit nie als Gleichgültigkeit verstehe, sondern sich in ihrer Rolle als Vermittlerin für den Frieden auf der Welt einsetze. Ein Beitrag zum Frieden wären auch die gemeinsamen Anliegen, so das Bekämpfen des vermehrt aufkommenden Cyberkriegs und die verstärkte Zusammenarbeit im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Dabei wies er auch auf gemeinsame Mandate, welche die Schweiz und Frankreich für den Weltfrieden ausüben, aber auch auf die unterschiedlichen Rollen hin.

Bundesrat Parmelin rief in Erinnerung, dass Freiburg damals zur Unterzeichnung des Friedensabkommens herausgeputzt und bereit war, die hohen Gäste zu empfangen. «Auch heute zeichnet sich Freiburg durch Gastfreundlichkeit aus», sagte er, und auch er kam auf die Unterschiede zu sprechen, die die Schweiz und Frankreich trennen, etwa die Haltung der Schweizer gegenüber dem Zentralismus. «Die Schweizer sind da skeptisch, aber sie haben sich nie von der Welt abgekapselt und sind immer solidarisch geblieben.»

500-Jahr-Feier

Eindrückliches Theaterstück

Im Anschluss an die Feierlichkeiten am Dienstagvormittag sahen die rund 200 Gäste das Theaterstück «Der Streit um den Frieden», von Regisseur Yann Pugin und Drehbuchautor Michel Beretti. Die junge Truppe zeigte auf moderne Art die Geschichte von der Schlacht von Mari­gnano bis zum heutigen Flüchtlingsdrama auf mit der Botschaft, keine Angst vor Fremden zu haben, Angst, die unweigerlich wieder zu Krieg führen würde. Um 17.30 Uhr wurde eine Gedenktafel auf dem Ratshausplatz enthüllt.

az

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