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«Es muss passen mit dem Hund»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Jet rennt in grossem Bogen durch die Wiese, um die Schafe zu Hans-Jürg Schumacher zu treiben. Sie weiss genau, was sie machen soll. Sie überwacht die Schafe selbstständig, aber mit der Hundepfeife kann Hans-Jürg Schumacher der Hündin helfen. Ist die Arbeit getan, kühlt sich Jet in einem Wasserbottich ab – ohne die Schafe aus den Augen zu lassen. Kaum zu glauben, dass die schwarz-weisse Hündin vor zwei Jahren wegen Lungenwürmern im Tierspital war und fast gestorben wäre. Sie ist einer von fünf Border Collies, die Hans-Jürg Schumacher als Hütehunde einsetzt. Er nimmt mit ihnen auch an Hütehund-Wettkämpfen teil.

Vor rund 20 Jahren hatte es den Wünnewiler Landwirt gepackt, als er Zuschauer bei einer solchen Prüfung war: «Als ich gesehen habe, wie die Hunde arbeiten, fiel mir der Kiefer runter», erzählt Hans-Jürg Schumacher. Als sein alter Hund starb, legte er sich einen Border Collie zu. Die Rasse mit ihrem ausgeprägten Arbeitswillen ist prädestiniert für die Hütearbeit. Heute kann sich Schumacher nicht mehr vorstellen, keinen Hund auf dem Hof zu haben. «Die Hunde sind unbezahlbare Helfer.» Sie erleichterten die Arbeit mit den rund 200 Schafen enorm.

Gut kommunizieren

Wichtig sei es, gut mit den Hunden zu kommunizieren, sagt Hans-Jürg Schumacher. «Sie sollten selbstständig sein und nicht wie Roboter einfach nur Befehle ausführen.» Gleichzeitig müssten sie genau auf den Hundeführer hören. Dieser müsse klare Ansagen machen und bestimmt handeln. Nicht alle Border Collies seien gleich gut geeignet als Hütehunde. Manche hätten einen ausgeprägteren Arbeitswillen als andere. Es komme auch auf den Charakter an: Mensch und Hund müssten sich verstehen. «Es muss einfach passen mit dem Hund.» Er blickt auf Jet, die die Schafe immer noch im Blick hat. «Mit dem vorherigen Besitzer konnte es Jet nicht so, aber bei mir arbeitet sie gut mit.»

Für Wettbewerbe, sogenannte Arbeitsprüfungen, trainiert Hans-Jürg Schumacher mit Kollegen auf fremden Feldern und mit fremden Schafen. Dass dort alles etwas anders sei, sei besonders für junge Tiere schwierig. Er trainiert einerseits die Kommandos über weite Distanzen, andrerseits perfektioniert er die Kommandos.

Und er hat Erfolg damit: Mit seinem mittlerweile pensionierten Rüden Mel nahm er schon an Weltmeisterschaften teil. Seit mehreren Jahren gehört er zu den besten Hütehund-Führern der Schweiz und reist für Wettbewerbe durch ganz Europa. 2009 wurde er an den Europameisterschaften in der Schweiz Zweiter in der Kategorie Brace, in der er mit zwei Hunden arbeitete. Mit zwei Kollegen organisiert er zudem eine Arbeitsprüfung am Mont Vully im November.

Kein Sport

Hans-Jürg Schumacher legt Wert auf die Bezeichnung «Arbeitsprüfung» oder «Arbeitsvergleich» statt Wettkampf. Er wolle nicht, dass diese Prüfungen zum Sport werden, denn: «Wir arbeiten hier mit einem Tier, dem Hund, der mit weiteren Tieren, den Schafen, arbeitet.» Das sei schwierig, denn die Tiere hätten ihren eigenen Kopf. Und man müsse die Tierschutzbestimmungen einhalten, die in der Schweiz streng seien. So gibt es etwa im Hochsommer keine Prüfungen, weil es dann zu heiss ist.

Vieles sei in diesen Prüfungen auch Glückssache, es komme auf die Gruppe der Schafe an, und auch Tiere hätten mal einen schlechten Tag. Das zu erklären, ist Hans-Jürg Schumacher ein grosses Anliegen. Er ist auch Übungsleiter beim Schweizerischen Verein für die Ausbildung von Herdengebrauchshunden, der Swiss Sheep Dog Society (SSDS). Es sei wichtig, dass sich die Hundeführer weiterbildeten.

Geld verdienen kann Hans-Jürg Schumacher mit seinen Hütehunden nicht, das sei sein Hobby, sagt er. Auf seinem Hof sind rund 50 Pensionspferde untergebracht, das ist das Haupteinkommen der Familie Schumacher. Mit seiner Leidenschaft will er zwar weitermachen und weiterkommen, aber «ohne Druck», wie er sagt. Dann lächelt er und sagt: «Einmal Schweizer Meister zu werden, das wäre schon schön.»

Dieser Artikel ist im Rahmen des Ferienpasses Wünnewil-Flamatt entstanden. Drei Jungreporterinnen haben zusammen mit FN-Redaktorin Nadja Sutter diese Reportage erarbeitet.

«Die Hunde sollten selbstständig sein und nicht wie Roboter einfach nur Befehle ausführen.»

Hans-Jürg Schumacher

Hütehund-Führer

Geschichte

Erste Prüfungen auf den Britischen Inseln

Die Hunderasse Border Collie stammt von den Britischen Inseln. Dort wurden die Hunde auf Arbeitstrieb gezüchtet. Sie kommen in vielen verschiedenen Farben sowie kurz- und langhaarig vor, wie Hütehund-Führer Hans-Jürg Schumacher aus Wünnewil sagt. «Diese Hunde haben viel Power und sind sehr intelligent.» Sie bräuchten eine Aufgabe, bei der sie auch ihr Hirn einsetzen müssten. Als reine Haustiere seien sie darum nicht geeignet. Die Hunde waren lange Zeit Helfer für die Schafbauern. «In Südwales kamen die Bauern auf die Idee, Arbeitsvergleiche anzustellen.» So kam es zu den ersten Hütehund-Wettkämpfen. Mittlerweile gibt es diese in ganz Europa, wie Schumacher sagt. Er selbst organisiert mit Freunden das Swiss Open von Ende November am Mont Vully. Zuschauer sind willkommen.

nas

Swiss Open der Hütehunde: 22. bis 24. November, Mont Vully. Mehr Infos: www.rg-bern-freiburg.ch/swiss_open

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