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«Es soll nicht nach Techno tönen»

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Autor: Mireille Rotzetter

Das Cantorama, in der alten Kirche in Jaun, feiert seinen 20. Geburtstag mit einem Jubiläumskonzert am Sonntag (siehe Kasten). Werner Schuwey war seit den Anfängen des Hauses des Chorgesangs dabei und hat die lange Geschichte der alten Kirche miterlebt und mitgestaltet. Der pensionierte Lehrer ist heute in der Musikkommission. Im Gespräch mit den FN blickt er zurück und in die Zukunft.

Die alte Kirche Jaun war lange vom Abriss bedroht. Wie gelang die Rettung des historischen Gebäudes?

1966 organisierten der Heimatschutz und der Verkehrsverein einen sogenannten Jaunertag, um auswärts lebende Jauner ins Dorf zu locken. An diesem Anlass wurden unter anderem Tombolalose verkauft. Den Erlös des Festes nutzte man, um das Dach der alten Kirche zu restaurieren. Dies war der Start für die Rettung des Gebäudes; bis zum heutigen Cantorama war es aber noch ein langer Weg.

Wie sah dieser aus?

Wir, eine Kommission bestehend aus Jaunern, Architekten, Denkmalpflegern und Jean-Christophe Aeby, Museograf am Museum für Kunst und Geschichte, entwarfen verschiedene Projekte. Es gab aber lange keines, das richtig passte. Von der Denkmalpflege hatten wir zudem die Auflage, dass wir das Innere nicht grundlegend verändern sollten. Das Gebäude sollte noch einer Kirche ähnlich sein.

Was gab schliesslich den Ausschlag für die Entstehung des Cantoramas?

Während der Planungsarbeiten ist Jean-Christophe Aeby leider gestorben. Auf Anraten der Kantonalen Erziehungsdirektion kam der Dekorateur André Sauterel Ende der 1980er-Jahre in die Kommission. Er war ein visionärer und temperamentvoller Verfechter der Kunstszene und hatte auch die Idee für das Cantorama. Er gab auch die Impulse für die Gestaltung; man sollte auf den ersten Blick sehen, dass das Cantorama ein Haus der Musik ist. 1992 fand schliesslich die Einweihung statt.

Seither gab es viele Aufführungen. Welches waren Ihre persönlichen Highlights?

Es fanden viele wunderschöne Konzerte statt, es ist schwierig, etwas hervorzuheben. Ein Highlight war sicherlich, als Jeremy Menuhin am Konzertflügel aufgetreten ist. Ganz speziell war das letzte Konzert von Pierre Kaelin, mit «La chanson de Fribourg». Kaelin ist kurz darauf verstorben. Das Konzert hat ihn und uns sehr gefreut. Viele seiner Schüler wie André Ducret oder Pierre Huwyler, die heute selbst bekannte Musiker sind, haben ihm die letzte Ehre erwiesen. Ein ganz besonderer Anlass war natürlich die Einweihung der restaurierten Orgel von 1786 am 9. Oktober 2011.

Das tönt nach Abwechslung. Wie wird programmiert?

Wir haben tatsächlich immer versucht, möglichst abwechslungsreich zu sein. Klassik, volkstümliche Musik, Jodeln, aber auch Rock und Pop erhalten Platz, nach Techno soll es aber natürlich nicht tönen. Seit einigen Jahren treten im Rahmen des Internationalen Folkloretreffens Gruppen auf. Neu wird es jeweils speziell ein Orgelkonzert geben. Die Akustik im Cantorama ist ausgezeichnet, das haben uns die besten Chöre bestätigt.

Wie sieht die Zukunft des Cantoramas aus?

Auf musikalischer Ebene wird es keine grossen Veränderungen geben. Die Arbeit geht uns aber nicht aus. Die Stiftung hat das alte Pfarreihaus neben dem Cantorama gekauft, wo wir Toiletten einrichten konnten. Es wäre gut, dort einen Raum zu gestalten, in dem die Gruppen sich einsingen können und auch Garderoben zur Verfügung stehen.

Wie werden solche Projekte und die Konzerte finanziert?

Wir waren immer auf auswärtige Hilfe angewiesen. Der Bund, der Kanton, die Gemeinde und die Loterie Romande unterstützen uns. Für jedes Konzert fragen wir zudem speziell zwei Sponsoren an. Was die Finanzen angeht, müssen wir immer dranbleiben. Die Chöre hingegen kommen auf uns zu und wollen bei uns auftreten. Für 2013 ist bereits alles gebucht, für 2014 sind die meisten Gruppen organisiert, und wir haben schon Chöre, Solisten und Instrumentalisten auf der Warteliste für 2015.

Chorgesang ist also nach wie vor sehr beliebt?

Unsere Konzerte sind gut besucht. Wenn ein Chor auftritt, bringt das meist mehr Leute als bei Solokünstlern. Unser Stammpublikum stammt aus dem welschen Kantonsteil, es kommen aber auch immer mehr Leute aus dem Sense- und Saanebezirk und sogar aus dem bernischen Simmental.

Welche Bedeutung hat das Cantorama Ihrer Meinung nach für Jaun?

Es ist ein gewaltiger Werbeträger für Jaun. Das Cantorama ist in der Schweizer Kulturszene bekannt, und Gruppen aus der ganzen Schweiz besuchen uns.

Sie haben sehr viel Zeit und Arbeit in das Cantorama investiert. Macht es Sie stolz, dass es so gut läuft?

Schon. Ich bin mit viel Herzblut dabei, für das Cantorama ist mir kein Aufwand zu viel. Die vielen positiven Rückmeldungen, die ich nach den Konzerten erhalte, sind Entschädigung für die Arbeit.

Werner Schuwey macht Führungen im Cantorama und spielt regelmässig auf der Orgel.Bilder Charles Ellena

Das Cantorama ist im Innern mit unzähligen Details verziert, aussen wurde die Substanz der alten Kirche erhalten.

Zahlen und Fakten

Platz für 200 Besucher

Im Cantorama in Jaun werden pro Jahr zwischen zehn und zwölf Konzerte aufgeführt. Das erste findet jeweils an Karfreitag statt, das letzte vor Weihnachten. Das Cantorama bietet Platz für 200 Besucherinnen und Besucher. Von Mitte Juni bis Oktober ist die alte Kirche von Jaun zudem jeweils am Sonntagnachmittag von 14 bis 17 Uhr zur Besichtigung geöffnet. Im Cantorama sind restaurierte Gemälde und Gegenstände der alten Kirche zu sehen. Auch die bekannten Gemälde von Gottfried Locher (1735–1795) aus der ehemaligen Kirche von Villarepos fanden im Cantorama einen Platz. Zudem ist die Freiburger Musikgeschichte umfassend dokumentiert. Laut Werner Schuwey beläuft sich das jährliche Budget für die Konzerte auf etwa 50000 Franken, für den gesamten Betrieb auf 70000 bis 80000 Franken. Die «Stiftung Alte Kirche Jaun» ist Trägerin des Hauses des Chorgesanges Cantorama. mir

www.cantorama.ch

Jubiläum

Ganzes Orchester im Cantorama

Um den 20. Geburtstag gebührend zu feiern, findet am Sonntag im Cantorama ein spezieller Anlass statt: das Berner Konzertorchester unter der Direktion von Michel Biedermann tritt auf. Gemäss Werner Schuwey spielte Biedermann im letzten Jahr im Cantorama und war von der Akustik begeistert. Das Konzertorchester tritt zu einem Spezialpreis auf. Im Anschluss ans Konzert wird ein Apéro serviert. Neben dem Jubiläumskonzert hat das Cantorama eine neue Konzertbroschüre gestaltet. Zudem findet im Dezember zum ersten Mal ein Silvesterkonzert statt. mir

«Das Cantorama ist ein gewaltiger Werbeträger für Jaun.»

Autor: Werner Schuwey

Autor: Musikkommission Cantorama

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