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«Es spielt kaum noch jemand konstruktiv Fussball»

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Wenn der Freiburger Fussball an diesem Wochenende aus seinem viermonatigen Winterschlaf erwacht, gilt es in der 2. Liga wieder ernst. Vierzehn Teams kämpfen in der höchsten kantonalen Spielklasse um Tore und Punkte–vor zwei Jahren waren es noch zwei weniger gewesen. In der Saison 2012/13, als der Freiburger Fussballverband FFV das Team Freiburg U20 ins Leben rief und in die 2. Liga integrierte, traten erstmals dreizehn Mannschaften gegeneinander an. Ein Jahr später zog der FFV den anderen Westschweizer Regionalverbänden gleich und erhöhte die Gruppengrösse auf vierzehn. Nach der Premiere im Vorjahr wird die Freiburger 2.-Liga-Meisterschaft in dieser Saison nun zum zweiten Mal mit vierzehn Teams ausgetragen.

Fehlende Spannung

Die Ligaaufstockung löste in der letzten Saison allerdings nicht überall Begeisterung aus. Weil nach zwei Dritteln der Meisterschaft auch zwei Drittel der Gruppe weder vom Auf- noch vom Abstieg betroffen waren, wurde den zahlenden Zuschauern in den letzten Wochen der Meisterschaft viele Partien zugemutet, in denen es sportlich um nichts mehr ging. Ähnliches kündigt sich auch diese Saison an. An der Tabellenspitze zeichnet sich zwischen Marly, Ursy und Überstorf ein Dreikampf um den Aufstiegsplatz ab, in den höchstens Kerzers und Romont noch eingreifen können. Und am Tabellenende müsste schon ein kleines Fussballwunder passieren, wenn die Absteiger nicht aus dem Trio Team Freiburg/FFV U20, Estavayer-le-Lac und Broc stammen sollten. Für die anderen Teams dürfte die Saison auch heuer frühzeitig gelaufen sein. Eine wenig erbauende Aussicht, wenn man bedenkt, dass viele Freiburger Fussballervereine nicht erst seit letztem Jahr mit sinkenden Zuschauerzahlen zu kämpfen haben.

Wenn die sportlichen Perspektiven fehlen, kann es für einen Trainer zuweilen schwierig sein, das Team zu motivieren. Diese Erfahrung musste im Vorjahr auch Plaffeiens Trainer Patrick Schaller machen. Bei Saisonhälfte als Dritte klassiert, verloren die Sensler nach zwei Niederlagen in den ersten vier Partien der Rückrunde den Anschluss an die Spitze und stürzten danach vollends ab. Sieben Pleiten und zwei Remis setzte es für die Oberländer in den folgenden neun Partien ab. Das Aufbäumen nach den Misserfolgen blieb aus–denn trotz der Niederlagenserie geriet Plaffeien nie in Abstiegsgefahr.

Sinkendes Niveau

Bedenken, dass ihnen in der heute beginnenden Rückrunde Ähnliches widerfahren könnte, haben die Trainer der fünf Deutschfreiburger 2.-Liga-Teams Kerzers, Giffers-Tentlingen, Murten, Plaffeien und Überstorf nicht. «Natürlich besteht die Gefahr, dass in solchen Situationen die Motivation und die Konzentration nachlassen», sagt etwa Markus Raemy, der seit dieser Saison Trainer des FC Giffers-Tentlingen ist. «Aber meine Spieler tragen eine Siegermentalität in sich. Sie haben von sich aus den Anspruch, jede Partie gewinnen zu wollen. Ansonsten wären sie in der 2. Liga am falschen Platz.»

Für Norbert Aerschmann, Trainer des FC Plaffeien, haben auch Partien ohne Siegesdruck ihre positiven Seiten. «In solchen Partien hat der Trainer die Chance, vermehrt junge Spieler einzusetzen und ihnen Matchpraxis zu ermöglichen. Und auch Derbys sind für die Zuschauer immer interessant, egal wie sich die Ausgangslage präsentiert.»

Das Problem der 14er-Liga ortet Bruno Stulz, der erfahrene Trainer des FC Kerzers–in einem anderen Bereich. «Es wird je länger, je weniger konstruktiv Fussball gespielt», sagt der profunde Kenner der Freiburger Fussballszene. «Unter den vierzehn Teams gibt es kaum eines, das versucht, das Spiel zu gestalten. Stattdessen wird sehr oft defensiv agiert, der Ball nur nach vorne geschlagen und auf Konter gelauert. Für den Fussball ist das sehr schade.» Er könne nachvollziehen, dass die Trainer eine solch defensive Taktik wählen. Angesichts des zur Verfügung stehenden Spielermaterials bleibe ihnen oft nichts anderes übrig. «Es hat schlicht zu wenig gute 2.-Liga-Spieler im Kanton für vierzehn Teams.» Anfangs habe er es eine gute Idee gefunden, die Liga aufzustocken, gesteht Stulz. Heute sehe er es etwas anders. «Für das Niveau des Freiburger Fussballs ist es nicht ideal. Bisher wurde das Niveau unserer 2. Liga immer stärker eingestuft als jenes der Berner. Das hat sich geändert. Unser Nachbar hat in den letzten Jahren aufgeholt und ist dabei, uns zu überholen.»

Englische Wochen wegen zu vieler Spiele

Das sinkende Niveau als Begleiterscheinung der Ligaaufstockung ist auch Überstorfs Trainer Stefan Brülhart nicht entgangen. «In einer 14er-Gruppe ist es für Vereine wie den FC Überstorf sicherlich einfacher, den Ligaerhalt zu schaffen.» Kopfzerbrechen bereitet ihm die Ligaerhöhung allerdings aus einem anderen Grund. «Es ist abartig, wie viele Partien im Herbst und im Frühling zu absolvieren sind», sagt Stefan Brülhart. «Mit Cup und Meisterschaft müssen wir in den nächsten vier Wochen sieben bis acht Mal ran–für Amateurfussballer ist das zu viel. Wenn dann noch eine Spielverschiebung wegen schlechten Wetters hinzukommt, wird es noch kritischer.»

Auch David Sportiello, Spielertrainer des FC Murten, sind die englischen Wochen ein Dorn im Auge. «Wenn unter der Woche Spiele stattfinden, ist ein richtiges Training nicht möglich. Es bleibt gerade genug Zeit, um kleinere Verletzungen auszukurieren und das nächste Spiel vorzubereiten. Wenn es dir gut läuft, ist das kein Problem. Wenn es dir aber schlecht läuft, hast du keine Möglichkeit, in deinem Spiel etwas zu ändern», sagt Sportiello–und erntet für seine Aussagen fast überall Zustimmung.

Von den fünf Deutschfreiburger Trainern wünschen sich deren vier eine Anpassung des Spielplans. Wie diese aussehen könnte, darüber gehen die Meinungen allerdings auseinander. Die einen würden gerne im Sommer früher mit der Meisterschaft beginnen, damit im Herbst neben den Cup-Partien nicht auch noch die 2.-Liga-Spiele unter dem Woche stattfinden müssen. Die anderen möchten stattdessen gerne im November noch ein paar Spiele anhängen und später in die Winterpause gehen, damit keine englischen Wochen nötig sind.

Für Benoît Spicher, Präsident des Freiburger Fussballverbandes, kommen die Wünsche der Trainer überraschend. «Der aktuelle Spielplan wurde mit den Vereinen diskutiert und von der Mehrheit so beschlossen. Im Sommer früher anfangen wollte man nicht, weil dann noch viele Spieler in den Ferien sind. Und im November später aufhören wollte man auch nicht, weil sonst die erste Saisonhälfte mit der Saisonvorbereitung zu lange dauern würde.» Bei ihm seien auch keine negativen Rückmeldungen oder Anträge für eine Spielplanänderung eingegangen. «Sollte dies noch geschehen, werden wir das Thema sicher an der nächsten Sitzung besprechen.»

 

«Es hat im Kanton zu wenig gute 2.-Liga-Spieler für vierzehn Mannschaften.»

Bruno Stulz

Trainer FC Kerzers

«Wenn unter der Woche Spiele stattfinden, ist ein richtiges Training nicht möglich.»

David Sportiello

Trainer FC Murten

 

FC Überstorf (3.)

Spielen und geniessen

Trainer Stefan Brülhart:«Nach der ungenügenden Saisonvorbereitung war ich sehr positiv überrascht, dass wir die Vorrunde auf dem dritten Platz beenden konnten. Dank unserem starken Kollektiv und den Zuzügen, die voll eingeschlagen haben, gelang uns das Unerwartete. Das Selbstvertrauen im Team ist gross, inzwischen sogar etwas zu gross, befürchte ich. Die Leistungen während der Winterpause haben mich skeptisch werden lassen. Die jungen Spieler machten oftmals einen übermütigen und abgehobenen Eindruck. Wir müssen mit beiden Füssen auf dem Boden bleiben, denn in der Rückrunde wird es definitiv schwieriger für uns. Inzwischen kennen die Gegner unsere neuen Spieler und haben sich auf unsere Spielweise eingestellt. Mit dem Abstieg dürften wir kaum etwas zu tun haben. Da müsste sich schon alles gegen uns verschwören. Und vom Aufstieg wollen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht reden. Stattdessen wollen wir es geniessen, vorne mitzuspielen.»

Abgänge (2):Lukas von Niederhäusern (Alterswil), Raylan Da Silva (Rücktritt).

Zuzüge (0):–.

FC Kerzers (4.)

«Da liegt noch mehr drin»

Trainer Bruno Stulz:«Hochs und Tiefs prägten unsere erste Saisonhälfte. Die Leistungen waren zu wenig konstant. Vor allem im defensiven, aber auch im offensiven Bereich haben wir zu viele Geschenke gemacht. Zudem konnten einige Leistungsträger nicht ihr gewohntes Niveau abrufen. So lang nicht mehr drin als Platz vier, was unter unserer Zielsetzung liegt. Wir wollen unter die Top 3, und ich bin zuversichtlich, dass wir dies in der Rückrunde schaffen. Einerseits sind zwei gute Verstärkungen zum Team gestossen, andererseits habe ich keine Absenzen mehr wegen Schule, Arbeit oder Militär und kann aus dem Vollen schöpfen. Der Kader ist zudem sehr ausgeglichen. Theoretisch ist der Sprung auf Platz 1 noch möglich, realistisch betrachtet ist unser Rückstand auf die Spitze aber wohl zu gross. Ursy ist für mich die beste Mannschaft und klarer Favorit auf den Aufstieg. Das Team ist sehr athletisch und spielt einen schönen und effizienten Fussball.»

Abgänge (0):–.

Zuzüge (2):Yannick Gruber (Inter A, Düdingen), Senol Sulkoski (Murten).

 

FC Giffers-Tentl. (6.)

Den Status quo verteidigen

Trainer Markus Raemy:«Im Grossen und Ganzen können wir mit unserer Vorrunde zufrieden sein. Unser Ziel war ein Platz in der vorderen Tabellenhälfte. Mit Platz sechs sind wir da, wo wir hin wollten und wo wir mehr oder weniger hingehören. In der Rückrunde möchten wir uns in der Verfolgergruppe etablieren. Dabei versuchen wir weiterhin mit Spielern aus dem eigenen Verein für Kontinuität zu sorgen und junge Spieler ins Team zu integrieren. Wie wohl die meisten anderen Teams auch konnten wir in der Winterpause aufgrund von Spielerabsenzen wegen Ferien, Militär oder Beruf kaum einmal in Vollbestand trainieren. Im Grossen und Ganzen wurde sehr gut und mit viel Fleiss trainiert, auch unser Trainingslager war tadellos. Ich bin zuversichtlich, dass wir uns rasch definitiv aus dem Abstiegskampf verabschieden werden und die vor uns klassierten Teams ärgern können–auch wenn uns in der Rückrunde mit Thomas Schulthess (Kreuzbandriss, Red.) es ein wichtiger Spieler fehlt.»

 

Abgänge (0):–.

Zuzüge (0):–.

FC Murten (8.)

Hoffnung dank Rückkehrern

Trainer David Sportiello:«Nach einem sehr guten Saisonstart fielen wir in ein Loch mit sechs Niederlagen in Folge. Kleine Dinge wie ein verletzter oder gesperrter Spieler oder ein Taktikwechsel haben gereicht, damit unsere Maschine ins Stocken geraten ist. Gegen Ende der Vorrunde konnten wir uns zwar wieder auffangen, Platz acht ist aber definitiv nicht das, was wir uns erhofft hatten. In der Rückrunde gilt es die Leistungen zu stabilisieren und uns möglichst rasch aus der Abstiegszone zu entfernen. Um noch den Anschluss an die Tabellenspitze schaffen zu können, dafür ist unser Rückstand wohl zu gross. Unser Ziel ist es aber schon, in der Tabelle ein paar Ränge hochzuklettern. Die Resultate der Testspiele stimmen mich diesbezüglich zuversichtlich. Mit Ludovic Chammartin, Andrea Cartoni und David Cardoso kehren zudem drei Langzeitverletzte ins Team zurück, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Spielerprofile eine Bereicherung für unser Spiel darstellen.»

Abgänge (3):Fabio Fonseca (Pause), Tiago Rodrigues (Central), Senol Sulkoski (Kerzers).

Zuzüge (0):–.

FC Plaffeien (10.)

Auf der Suche nach Leaderfiguren

Trainer Norbert Aerschmann:«Die wichtigsten Spiele haben wir in der Vorrunde gewonnen. Sowohl gegen die drei letztklassierten Teams als auch im Derby gegen Giffers-Tentlingen gingen wir als Sieger vom Platz. Das ist positiv. Wir hatten in allen Spielen gute Spielphasen, aber nie die Konstanz, um diese über 90 Minuten zu halten. Wir hätten einige Punkte mehr auf dem Konto, wenn wir die Konzentration über 90 Minuten aufrechterhalten könnten. Die Mannschaft hat in den letzten Jahren ihre Leader verloren. Nun müssen wir wieder eine Hierarchie ins Team bekommen. Es dauert aber seine Zeit, bis die jungen Spieler nachrutschen und diese Rolle übernehmen können. Bis Mitte April möchten wir die nötigen Punkte gemacht haben, um nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben. Ein einstelliger Tabellenplatz ist unser Ziel. Die Startphase gegen Murten, Estavayer und Belfaux wird wegweisend. Schade, müssen wir da noch auf unsere Langzeitverletzten verzichten.»

Abgänge (0):–.

Zuzüge (1):Michael Bielmann (Brünisried, Jun. A).

2. Liga

Die Tabelle der Vorrunde

Die ersten Spiele der Rückrunde

Ependes – Romont 17.00

Estavayer – Giffers-Tentl. 18.00

Belfaux – Team FFV U20 18.00

Ursy – Marly 18.00

Richemond – Kerzers 10.00

Überstorf – Broc 14.30

Plaffeien – Murten 15.00

 

Modus Aufstieg und Abstieg

Wenn aus der 2. Liga interregional nicht mehr als ein Freiburger Verein in die 2. Liga absteigt, dann steigt der Gruppenerste der 2. Liga direkt in die 2. Liga inter auf und die Mannschaften auf den Rängen 13 und 14 steigen in die 3. Liga ab. Werden Ende Saison drei oder mehr Freiburger Mannschaften aus der 2. Liga interregional in die höchste kantonale Liga relegiert, steigt auch der Drittletzte der 2. Liga ab.ms

2. Liga: Der FC Marly in der Rolle des Gejagten

Der FC Marly ist al s einziges Team in der Vorrunde der 2.-Liga-Meisterschaft ungeschlagen geblieben. In dreizehn Begegnungen haben die Mertenlacher beeindruckende elf Mal den Platz als Sieger verlassen, einzig gegen Ursy und Estavayer-le-Lac mussten sie sich mit einem Unentschieden zufriedengeben. Marlys Dominanz spiegelt sich auch in der Tabelle wider: Mit fünf beziehungsweise sieben Punkten Vorsprung auf Ursy und Überstorf führt das Team von Frédéric Studer die Liga an und weist von allen Mannschaften das beste Torverhältnis auf.

«Aufstieg ist nicht unser Ziel»

Der Erfolg kam selbst für Studer überraschend. Im Sommer hatte sein Team einige Veränderungen erfahren und die Abgänge mehrerer gewichtiger Teamstützen verkraften müssen. «Wir rechneten mit einem Platz in den Top 6», sagt Studer. «Die Mannschaft hat sich aber schneller gefunden, als wir gedacht hatten. Zudem blieben wir von Verletzungen verschont und hatten das eine oder andere Mal auch das nötige Glück auf unserer Seite.» Als Stärke seiner Equipe bezeichnet Frédéric Studer den «hervorragenden Teamgeist» und das breite Kader. «Oftmals waren es unsere Einwechselspieler, die in der Schlussphase für die Differenz zu unseren Gunsten gesorgt haben», sagt der Trainer.

Obwohl der FC Marly aus der Poleposition heraus die Rückrunde in Angriff nehmen kann, ist die 2. Liga interregional für den Verein kein konkretes Thema. «Wir wollen möglichst lange vorne mitspielen und die Saison auf dem Podium beenden», sagt Studer. «Die Promotion ist aber nicht unser primäres Ziel. Sollten wir Ende Saison tatsächlich zuoberst stehen, würden wir in die 2. Liga interregional gehen, auch wenn der Aufstieg für das junge Team tendenziell etwas zu früh käme.»

Romont bläst zum Angriff

Als Favoriten auf den Aufstieg sieht Frédéric Studer viel mehr den FC Überstorf und Ursy. Auch Kerzers und Romont würden in der Rückrunde deutlich stärker auftreten als in der ersten Saisonhälfte, ist sich der Marly-Trainer sicher. Insbesondere der FC Romont hat in der Winterpause zahlreiche Wechsel vorgenommen – den wichtigsten an der Seitenlinie, wo Angelo Caligiuri den bisherigen Trainer Yves Bussard abgelöst hat. ms

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