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Es war einmal «Sweet Little Sixteen»

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«Oh Mami, Mami, bitte sieh das ein. Ich will mich schminken, wie die andern auch. Ich bin doch nicht mehr so klein.»

«Sweet Little Sixteen», singt Chuck Berry in seinem Rock’n’Roll Song, «Süsse kleine Sechzehn», gemäss «Rolling Stone» einer der 500 grössten Songs aller Zeiten. Berry besingt ein junges Mädchen, das bei ihren Eltern bettelt, ein Konzert besuchen zu dürfen. Es träumt davon, im engen Kleid und mit hohen Absätzen «mit grossen feuchten Augen» ihrem Star nahe zu sein, und verspricht am nächsten Tag wieder brav in die Schule zu gehen.

Sechzehn: Das jugendliche Mädchenalter hat vor knapp 60 Jahren die Fantasie einiger Rock’n’Roller beflügelt. Sam Cooke sang 1959 «Only Sixteen.» Sie war nur sechzehn, aber er liebte sie so, schmachtete Cooke. «Sie war zu jung, um sich zu verlieben, und ich war zu jung, um es zu wissen.» Die Romanze im Lied wird verniedlicht: gemeinsam Lachen, Singen und «kleine Dinge tun».

Roy Orbisons («Pretty Woman») «16 Candles» besingt den 16. Geburtstag des für ihn schönsten und lieblichsten Mädchens, und die 16 Kerzen auf der Torte würden fast so leuchten wie ihre Augen.

Mahnender ist da schon «Sixteen Going on Seventeen» aus dem 1959er-Musical «Sound of Music»: «Ich bin 16 und werde 17, ganz unvorbereitet bin ich auf die Welt der Männer.»

Der Lolita-Effekt

Warum diese Häufung Ende der Fifties? 1958 erschien der Roman «Lolita» des russisch-amerikanischen Schriftstellers Vladimir Nabokov in der vollständigen Fassung in den USA. Er schuf mit Lolita eine Titelfigur, welche eine verbotene, weil pädophile Liebesbeziehung mit einem älteren Mann einging. Während Nabokov in seinem Werk es klar sanktioniert, dass ein Mann dem frühreifen Spiel des Mädchens verfällt, stellten die amerikanischen Sänger jener Zeit die Thematik verklärend und romantisierend dar.

Dies mag durchaus damit zusammenhängen, dass sie ihr eigenes Verhalten rechtfertigen wollten. Zwei der ganz Grossen liessen sich mit minderjährigen Mädchen ein. Piano-Virtuose Jerry Lee Lewis nahm sich in seiner dritten Ehe ein 13-jähriges Mädchen zur Frau. Elvis Presley bandelte mit seiner späteren Frau Priscilla an, als sie erst 14 war. Doch weder Elvis noch Jerry Lee wurden dafür geächtet.Erst später gingen Musiker kritischer mit der Thematik um. Auch Billy Idol singt über die Betörung einer Sechzehnjährigen. Doch die heile Welt ist keine mehr. Das Mädchen ist eine Ausreisserin, der Luftschlösser gebaut wurden, die seinen Verlobungsring genommen, ihn aber sogleich fallen gelassen hat und mit der abkaltenden Erinnerung selber immer kaltherziger geworden ist.

Unschuld verloren

Das Alter 16 verlor im Verlauf der Musikgeschichte immer mehr seine Unschuld. Für Green Day ist mit 16 bereits das Altwerden gemeint, für Karina Pasian ist man mit «16@war» im Krieg, und der Rapper 2Pac beschreibt in «16 on Death Row» das Leben eines schwarzen Teenagers in den USA, der aus einer zerbrochenen Familie kommt, vom Onkel missbraucht wurde, sich dem Verbrechen hingab und mit 16 zum Tode verurteilt ist.

Der deutsche Alt-Rocker Udo Lindenberg besingt in «16 Jahr» schliesslich eine emanzipierte und durchtriebene Sechzehnjährige, die ihn, den alten Bock, zum Narren macht: «Süsser, weisste was, ich nehm dich jetzt mal so zum Spass.» Und am Morgen danach: «Sie sagte: ‹Du warst gar nicht so schlecht.› Die Jugend gab ihr wohl das Recht.»

Von 1 bis 24: Im FN-Adventskalender steht jeweils die Zahl auf dem Törchen im Mittelpunkt.

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