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Es war keine einfache Legislatur für Courtepin

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Courtepin fusionierte 2017 mit Villarepos, Bärfischen und Wallenried.
Corinne Aeberhard

Eine grosse Fusion kurz nach Beginn der Legislatur, ein plötzlicher Bedarf nach mehr Schulraum und grosser Widerstand gegen ein Gebührenreglement: Der Gemeinderat von Courtepin war stark gefordert.

Courtepin ist in dieser Legislatur gewachsen: 2017 fusionierte die Gemeinde mit Villarepos, Bärfischen und Wallenried. Martin Moosmann war schon vorher in Wallenried Gemeinderat und blieb das auch in der Fusionsgemeinde. 2019 übernahm er das Amt des Syndic, als Daniel Jorio zurücktrat.

Im Rückblick auf die vergangenen Jahre spricht er von einer nicht einfachen Legislatur. Arbeitsgruppen hätten die Fusion zwar gut vorbereitet. Aber: «In der Realität laufen die Sachen meistens anders als geplant.» Zu fusionieren sei aufwendig und anspruchsvoll. «Wir mussten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von vier Gemeinden zusammenführen. Es gab Abgänge, wir haben aber auch Personal aufgestockt.»

Wie gut sind die vier Gemeinden mittlerweile zusammengewachsen? «In vielen Köpfen herrscht immer noch der Dörfli-Gedanke», sagt der Syndic. Teile der Bevölkerung würden davon ausgehen, dass der Gemeinderat aus ihrem Ortsteil nur für sie zuständig sei. «Das wäre aber falsch. Ein Gemeinderat kann zwar Kenntnisse aus seinem Ortsteil einbringen, aber arbeiten tut er für die ganze Gemeinde.» Dass sich auf den Wahllisten für den neuen Generalrat Kandidatinnen und Kandidaten aus allen Dörfern vermischen, begrüsst der Gemeindepräsident. «Ich hatte befürchtet, dass es anders kommt. Dorflisten wären das Gegenteil einer Fusion gewesen.»

Neues Schulgebäude im Bau

Die Bereitstellung von genügend Schulraum bezeichnet Martin Moosmann als ein sehr grosses Projekt in dieser Legislatur. Kurz nach der Fusion musste die Gemeinde schnell zusätzlichen Schulraum schaffen, weil es im Nachbarort Courtion nicht mehr genügend Platz für die Schülerinnen und Schüler von Villarepos hatte. «Der Bau von Containern beim Fussballplatz geschah notfallmässig.» Derzeit errichtet die Gemeinde neben der bestehenden Schule im Ortsteil Courtepin ein dreistöckiges Gebäude für zehn Klassen. Die Eröffnung ist geplant für August 2022.

An der Grundsteinlegung für das neue Schulgebäude in Courtepin versenkten Schüler eine Zeitkapsel mit ihren Zeichnungen sowie Bauplänen des Gebäudes.
Alain Wicht/La Liberté

Die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt von Villarepos, ein Valtraloc-Projekt, sei im Schlussspurt, sagt Martin Moosmann. «Das ist bald fertig und sehr schön.» Als modern und funktional bezeichnet er das neue Gebäude des interkommunalen Feuerwehrverbands des oberen Seebezirks und der forstlichen Körperschaft des oberen Seebezirks. Dieses befindet sich nahe der Gemeindegrenze Courtepin/Misery-Courtion und wird seit Herbst 2018 genutzt. «Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Zusammenarbeit unter einem Dach mit einem Forstbetrieb ist einmalig im Kanton.»

Für Aufruhr sorgte im Juni in Villarepos der Abbau der historischen Waage und des Waaghauses. «Es war kein Abriss», betont Martin Moosmann. Das Gebäude musste dem Valtraloc-Projekt weichen. Es sei abgebaut und im Werkhof eingelagert worden mit dem Ziel, an einem neuen Standort wieder aufgebaut zu werden. Doch gegen den neuen Standort auf dem Friedhof gebe es Einsprachen.

Enttäuschung bei Umfahrung

Ein grosses Projekt, das die Gemeinde bisher nicht realisieren konnte, ist Valtraloc im Ortsteil Courtepin, so der Gemeindepräsident. «Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben den Kredit gesprochen. Aber wir konnten bisher nichts machen, weil beim Kanton eine Einsprache hängig ist.» Die Bevölkerung forderte in der Vergangenheit wiederholt eine Umfahrungsstrasse für Courtepin. Dass die Gemeinde nicht auf dem Kalender des Kantons für den Bau von Umfahrungsstrassen steht, sei eine Enttäuschung.

Nicht gelungen ist es dem Gemeinderat in der vorgegebenen Frist von zwei Jahren alle Reglemente der vier Fusionspartner zu harmonisieren. Das Abwasserreglement verursachte an einer Gemeindeversammlung hitzige Diskussionen. Andere Berechnungsarten für die Gebühren wurden gefordert. Mit diesem Thema wird sich der neue Generalrat befassen müssen. Dort erwartet Martin Moosmann weniger Emotionen. «Meine Vision ist mit dem Generalrat eine Arbeitsgruppe zu bilden, die ein mehrheitsfähiges Reglement ausarbeiten wird.»

Keine Sorgen macht sich der Gemeindepräsident wegen des angekündigten Umzugs der Geflügelverarbeitung der Micarna nach Saint-Aubin. Zum einen plane Micarna offenbar das frei werdende Areal weiterhin zu nutzen, zum anderen dürfte es bis zum Umzug noch etwas dauern. «Für die Geflügelverarbeitung braucht es viel Wasser und dementsprechend auch Kapazitäten für die Behandlung des Abwassers. Dies an einem neuen Standort vorzubereiten, braucht Zeit.»

Anonyme Briefe wandern bei mir sofort in den Papierkorb.

Martin Moosmann
Gemeindepräsident von Courtepin

Es gab also viel Arbeit für den siebenköpfigen Gemeinderat der rund 5600 Einwohner zählenden Gemeinde. «Der Zeitaufwand ist enorm», sagt Martin Moosmann und erzählt, dass Bürgerinnen und Bürger manchmal den Eindruck hätten, ein Gemeinderat oder Syndic müsste ihnen rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Auch von persönlichen Angriffen berichtet er – verbal und in Form von anonymen Briefen. «Aber die wandern bei mir sofort in den Papierkorb.» Man brauche als Gemeinderat breite Schultern. In einem Zeitraum von vier Jahren hörten in Courtepin sechs Gemeinderäte auf. Ersatz zu finden, sei teilweise schwierig gewesen. «Die Leute reklamieren beim Gemeinderat. Doch, wenn es darum geht ein Amt zu besetzen, ist niemand da.» Die Zusammenarbeit mit seinen Gemeinderatskollegen bezeichnet er als super und respektvoll.

99 Kandidierende für die 50 Sitze des Generalrats

Am 7. März werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Gemeinde Courtepin erstmals Vertreter in den Generalrat wählen. Denn im September hatten sie sich mehrheitlich für einen Wechsel von einer Gemeindeversammlung zu einem Gemeindeparlament ausgesprochen. Dieses wird 50 Sitze haben.

Zur Wahl stellen sich 99 Personen, verteilt auf sechs Listen. Diese grosse Anzahl überrasche ihn nicht, sagt Gemeindepräsident Martin Moosmann. «Auch in anderen Gemeinden gab es für die erste Legislatur viele Kandidaten. Ob das auch noch für die zweite Legislatur so sein wird, wird die Zukunft zeigen.»

Zweisprachige Listen

Dass Courtepin eine zweisprachige Gemeinde mit einer deutschsprachigen Minderheit ist, zeigt sich bei der Benennung der Listen: Deren Bezeichnungen sind entweder auf Französisch und Deutsch oder nur auf Französisch. Die Liste der «Entente bourgeoise-Bürgerliches Bündnis» hat mit 31 Personen am meisten Kandidierende, gefolgt von den Listen «Pour notre commune» (25 Kandidierende), «Le Centre/Die Mitte + Indépendants/Freie Wähler» (20), «Pluriel – Plural» (15) und «Courtepin Ensemble» (7). Nur einen Kandidaten hat die Liste «Libre».

Keine Überraschungen dürfte es bei der Wahl des Gemeinderates geben: Nur eine Liste, die «Entente communale», wurde eingereicht. Auf ihr kandidieren alle fünf bisherigen Gemeinderäte sowie zwei weitere Bürger. Denn der Gemeinderat von Courtepin hat sieben Sitze, von denen zwei momentan vakant sind. jmw

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