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«Es wird mehr verwaltet als gestaltet»

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«Es wird mehr verwaltet als gestaltet»

Der 26-jährige Alterswiler Gemeinderat Bruno Ulrich kam über den Sport zur Politik

«Wenn etwas nicht läuft, wie man es sich wünscht, muss man etwas dagegen tun.» So lautet die Devise von Bruno Ulrich. Als Präsident des FC Alterswil missfiel ihm, wie der Gemeinderat das Turnhallen-Projekt anging, und er begann sich politisch zu engagieren.

Von ANTON JUNGO

2001, auf dem Höhepunkt der Diskussionen um den Bau einer neuen Turnhalle in Alterswil, liess sich der damals 23-jährige Bruno Ulrich auf der Liste von SP und Juso als Gemeinderatskandidat aufstellen. Für einen Sitz im neunköpfigen Gemeinderat reichte es nicht. Doch schon im Herbst 2002 musste er sich nach dem Rücktritt seiner Parteikollegin überraschend schnell doch entscheiden, ob er das Amt im Gemeinderat antreten wollte. In der Zwischenzeit hatte er an der ETH in Zürich ein Studium in Umweltwissenschaften aufgenommen.

Respekt muss erarbeitet werden

Seit Januar 2003 ist er im Gemeinderat verantwortlich für die Ressorts Umwelt, Abfallentsorgung sowie Sport und Wanderwege. «Ich habe den Entscheid, das Amt anzutreten, nie bereut», erklärt er und weist darauf hin, dass er von seinen Kollegen gut aufgenommen worden sei. «Man hört auf mich. Ich musste mir aber den Respekt erarbeiten», hält er fest und zeigt sich ein wenig erstaunt darüber, dass der jüngste Gemeinderat des Sensebezirks ausgerechnet im Gemeinderat von Alterswil sitzt. «Der Alterswiler Gemeinderat macht ja eine spezielle Politik und gilt nicht gerade als fortschrittlich», präzisiert er.

Gemischte Bilanz

Über seine bisherige Arbeit im Gemeinderat zieht Bruno Ulrich eine differenzierte Bilanz. Zufrieden ist er mit dem Erreichten in den Ressorts Abfall/Umwelt und Wanderwege. So konnte ein neues Abfallreglement erarbeitet und in Kraft gesetzt werden. Unverständlich ist für ihn, dass es immer wieder Leute gibt, die ihren Abfall in der freien Natur entsor-gen. Das Wanderweg-Projekt von Freiburg durchs Galterental ins Dorfzentrum von Alterswil konnte er zu einem glücklichen Abschluss bringen.

«Die Ablehnung des Turnhallen-Projekts durch die Gemeindeversammlung war ein richtiger Affront gegenüber den Jungen», ist der Sportverantwortliche überzeugt. «Den Schock spürt man noch heute und es macht sich bei den Jungen eine gewisse Apathie bemerkbar. Sie müssen extrem kämpfen, damit sie von der öffentlichen Hand Unterstützung erhalten.»

«Ich bin der Meinung, dass die Sport-Infrastruktur – sowohl Fussballplatz wie Turnhalle – in unserer Gemeinde ungenügend ist», erklärt Bruno Ulrich. «Der Gemeinderat muss sich aufraffen und etwas unternehmen.» Alterswil verfüge über super Vereine, die sich in der Jugendförderung engagieren. Er befürchtet denn auch, dass das Verhalten des Gemeinderates bei der Frage der Sportanlagen der Entwicklung der Gemeinde schadet. «Der Bau der Turnhalle jedenfalls war einer der Gründe, weshalb ich mich entschloss, in die Gemeindepolitik einzusteigen», betont der ehemalige FC-Präsident.

Es fehlen die Visionen

Bruno Ulrich bedauert aber auch ganz allgemein, dass der Gemeinderat von Alterswil zu wenig Mut zu Visionen hat. «Es wird mehr verwaltet als gestaltet», meint er und glaubt, dass in den Diskussionen die finanziellen Aspekte eine zu grosse Rolle spielen.

Entmutigen lässt sich das jüngste Ratsmitglied aber nicht. «Ich habe mich schon entschieden, nochmals für eine Amtsperiode zu kandidieren», erklärt er und hofft, dass die SP eine Liste zusammenbringt, auf der weitere Junge und auch Frauen vertreten sind. Dass er selbst die Unterstützung der Jungen geniesst, davon ist er überzeugt. Weitere politische Ambitionen hat Bruno Ulrich – vor allem auch wegen seines Studiums – vorläufig nicht. «Ich bin zufrieden mit dem, was ich jetzt mache», erklärt er.

Nicht Faust im Sack machen

Er erwartet, dass gerade die Jungen die Möglichkeiten, die ihnen die Demokratie bietet, vermehrt nutzen. «Es nützt nichts, wenn man nur die Faust im Sack macht. Das gilt allerdings nicht nur für die Jungen», führt er aus und hält fest, dass nicht jeder à tout prix Politik machen müsse. Er freut sich auch darüber, wenn Junge bereit sind, sich bei Events wie dem «Stonehill-Festival» zu engagieren. Von den Erwachsenen erwartet er, dass sie den Jungen vertrauen und sie gewähren lassen.

Erschwerte Umstände

Bruno Ulrich betreibt unter erschwerten Bedingungen Politik. Als ETH-Student ist er Wochenaufenthalter in Zürich. «Es ist alles eine Frage der Organisation», meint er. So fährt er jeweils am Dienstag für die Gemeinderatssitzungen nach Hause. «Vieles kann ich in meinem Ressort aber auch per E-Mail oder Telefon erledigen», betont er und anerkennt, dass die Ratskollegen und die Mitarbeiter auf der Gemeinde auf ihn Rücksicht nehmen.

Eine spezielle Situation wird vom kommenden November bis Februar 2006 entstehen. Während vier Monaten wird Bruno Ulrich im afrikanischen Senegal ein Praktikum absolvieren. Seine Aufgabe besteht darin, in der Hauptstadt Dakar ein Recycling-Projekt für Elektroschrott zu entwickeln. «Auch hier kamen mir meine Kollegen entgegen und haben mich von der Ratsarbeit dispensiert», führt er aus. Der Moment des Ausland-Praktikums liegt insofern günstig, als das Ende der Legislaturperiode bevorsteht. «In dieser Zeit reisst der Gemeinderat ohnehin nicht mehr viel Neues an», weiss er.

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