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«Es wird viel Diplomatie brauchen …»

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«Es wird viel Diplomatie brauchen …»

Nicht alle Gemeinden sind begeistert von der Vorstellung, zur Agglomeration zu gehören

Nach der Publikation der drei möglichen Agglomerations-Perimeter herrscht nicht überall eitel Sonnenschein. Insbesondere die Deutschfreiburger Gemeinden sind nicht besonders angetan von der Idee, als deutschsprachige Quoten-Statisten im französischsprachigen Agglomerationstheater mitzumachen.

Für Pascal Corminboeuf ist klar: «Es gibt nur einen Moment, in dem der Staatsrat eine Gemeinde zwingen kann, und das ist jetzt.» Die Gemeinden, welche in den provisorischen Perimeter eingeteilt sind, können nämlich aus eigener Kraft nicht wieder aussteigen; dazu braucht sie die Zweidrittels-Mehrheit der Delegierten in der konstituierenden Versammlung. Allerdings will der Staatsrat die Gemeinden nicht unbedingt unter Zwang zusammenfesseln.

Der Staatsrat ist Realist: «Ich erwarte keine 200-prozentige Zustimmung. Aber ich weiss, dass es in Tafers und Düdingen Köpfe hat, die über das Thema nachgedacht haben.» Bei der Vernehmlassung werden die Argumente gegen die Agglomeration laut Pascal Corminboeuf geprüft: «Wenn die Teilnahme der Deutschfreiburger Gemeinden aber an der Sprachenfrage scheitern sollte, fände ich es sehr bedauerlich.»

Auf die Frage, weshalb Tafers und Düdingen bereits in der zweiten Alternative auftauchen, Belfaux und Corminboeuf – in welchen die Geschichte mit gelungenen Initiativen begonnen hatte – jedoch erst im dritten Rang, erklärt Pascal Corminboeuf: «Düdingen und Tafers sind den Gemeinden im Kern in städtebaulicher Hinsicht ähnlicher als Corminboeuf und Belfaux.»

Freiburg: «Zuerst diskutieren»

Der Freiburger Stadtammann Dominique de Buman wollte gestern noch keine klare Stellung zu den drei Perimetern beziehen. «Zuerst muss das im Gemeinderat ausführlich diskutiert werden. Ich bin aber froh, dass es nun mit der Agglomeration vorwärts geht.» Er stellt fest, dass der engste Perimeter praktisch der Interkommunalen Kulturkommission entspricht, der weiteste mehr oder weniger der Cutaf. In diesen beiden kämen die unterschiedlichen Gesichtspunkte der Agglomeration zum Ausdruck. «Der grösste Perimeter zeichnet die Agglomeration ab, wie sie effektiv schon besteht, dürfte aber am schwierigsten zu realisieren sein. Der kleinste Perimeter ist vermutlich am schnellsten umsetzbar, löst aber nicht alle Probleme.

Zum Einbezug der deutschsprachigen Gemeinden sagt Dominique de Buman, dass es vor allem an diesen sei, zu entscheiden, ob sie mitmachen wollen. Einerseits gebe es starke historische Beziehungen zur Stadt, von denen auch viele deutschsprachige kulturelle Angebote wie das Abonnementstheater oder die deutsche Bibliothek zeugten. Andererseits bilde der Sensebezirk eine Einheit mit Tafers und Düdingen als wirtschaftlich starke Zentren.

Für Dominique de Buman sind nur Freiburg, Villas-sur-Glâne, Givisiez und Granges-Paccot eindeutig gesetzt. «Für alle anderen Gemeinden gibt es Tatsachen, die zur Agglomeration hindeuten, aber auch solche, die davon wegweisen. Darin liegt das Problem. Es wird jedenfalls sehr viel Takt und Diplomatie brauchen, um die Agglomeration zu einem guten Abschluss zu bringen.»

Villars-sur-Glâne: klar dabei!

Villars-sur-Glâne unterstützt die Bildung einer Agglomeration seit langem. Syndic Philippe Uldry ist jedoch erstaunt über die vorgeschlagenen Perimeter, insbesondere über die Integration der Gemeinde Marly, welche sich klar dagegen ausgesprochen hat, während Corminboeuf nur in der dritten Variante auftritt. Dabei habe sich gerade diese Gemeinde zur Stadt gerichtet und an den Kulturprojekten mitgewirkt.

Granges-Paccot macht trotzdem mit

Syndic René Schneuwly macht beim Thema nicht gerade Freudensprünge: «Es ist ein Prozess in Gang gesetzt worden, und wir spielen das Spiel demokratisch mit. Die Agglomeration wird gebildet, aber das Leben geht irgendwie weiter.» Was den Perimeter betrifft, befürchtet René Schneuwly, dass er zu eingeschränkt ausfallen könnte: «Und dann würden wir in einigen Jahren mit der Agglomeration die Probleme haben, welche die Stadt heute plagen.»

Marly wehrt sich

Marly hat sich bereits im Vorfeld vehement gegen einen Miteinbezug in den Perimeter der Agglomeration ausgesprochen. Gemäss Staatsrat Pascal Corminboeuf hat ihm Marlys Syndic Francis Maillard bereits zwei Mal geschrieben, um im Voraus eine Volksabstimmung durchzuführen. Dieser meint: «Ich bin nicht gegen die Agglomeration und, wenn das Volk ja sagen würde, wäre ich der erste, der sich für ihre Entstehung einsetzen würde.» Die Entstehungsweise sei jedoch undemokratisch. Die Abstimmung zur Absegnung der Statuten, welche den definitiven Perimeter festlegt, kommt für Francis Maillard eindeutig zu spät.

Düdingen: «Lieber bilateral»

Gemäss André Blanchard, Ammann von Düdingen, hat sich der Gemeinderat offiziell noch nicht mit dem Thema Agglomeration auseinandergesetzt. Bei den letzten Diskussionen sei die Stimmung aber fürs «Abwarten» gewesen, denn «die Agglomeration ist nicht das Instrument der Instrumente». Und so wie er das Klima im Rat einschätze, sei die Antwort in der Vernehmlassung vermutlich negativ. Düdingen wolle lieber bi- und multilateral mit den Gemeinden verhandeln. Deshalb habe man bei der Cutaf mitgemacht, beim Forum Freiburg investiert und sei der Interkommunalen Kulturkommission beigetreten. «Wir sehen momentan keinen Anlass, uns nach Freiburg zu wenden», erklärt der Ammann, «die Priorität liegt für uns klar im Bezirk.»

Die Einteilung in den Perimeter «B» kommentiert der Düdinger Ammann mit einem «darüber bin ich erstaunt und doch nicht erstaunt». Einerseits handle es sich bei Düdingen, Tafers und St. Ursen um die drei Deutschfreiburger Gemeinden, welche am aktivsten mit der Stadt zusammenarbeiten. «Auf der anderen Seite sind wir doch ein wenig überrascht, weil mit dem Saanegraben geographisch gesehen doch eine gewisse Distanz besteht zwischen der Stadt und Düdingen.»

Tafers: «Zuerst weg mit Holzköpfen»

Laut Roman Schwaller, Gemeinderat in Tafers, ist die «Agglomeration» noch nicht Bestandteil der ausführlichen Themen gewesen. Ihn persönlich stört jedoch, dass Tafers der Wichtigkeit der Zweisprachigkeit wegen aufgenommen werden soll: «Zuerst muss von der Stadt der Tatbeweis erbracht werden, dass dem tatsächlich so ist.» Wenn man sehe, dass sich die Juristen wegen einer Bahnhofsbeschriftung die Köpfe einschlagen, bezweifle er diesen Willen. «Die Agglomeration ist erst ein Thema, wenn die Holzköpfe in der Sprachenfrage ausgestorben sind.»

Dass Tafers wegen der Dichte der Bevölkerung und der Unternehmungen in den Perimeter «B» fallen soll, kann Roman Schwaller nicht so recht glauben: «Ich glaube, der Staatsrat wollte uns zeigen, dass es ihm mit der Integration der deutschsprachigen Gemeinden ernst ist.»

Eine generelle Verweigerungshaltung kann Roman Schwaller in Tafers nicht ausmachen: «Wir beteiligen uns sowohl in der Cutaf wie auch in der
Interkommunalen Kulturkomission.» Und auch in der Agglomeration gehe es letztendlich um das Geld. Er gibt sich auch überzeugt davon, dass es einen finanziellen Ausgleich zwischen den Gemeinden brauche, aber der dürfe nicht an der Agglomeration halt machen: «Es kann doch nicht sein, dass die Agglomeration für die kulturelle Infrastruktur des gesamten Kantons aufk

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