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Ethik statt Bibelkunde im Unterricht

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Bibelkundeunterricht vom Staat, konfessioneller Unterricht von den Kirchen – diese Arbeitsteilung bei der Vermittlung von religiösen Inhalten an Kinder war lange Tradition in den Freiburger Primarschulen und so vom Gesetz vorgeschrieben. Staatliche Lehrkräfte vermittelten während einer Wochenstunde die Grundlagen und Werte aus der Bibel. Allerdings mit grossen Unterschieden: Die einen machten etwas mehr, die anderen etwas weniger. Und die Intensität nahm zusehends ab: Zuerst wurde der Bibelunterricht in der fünften und sechsten Klasse zugunsten des Fremdsprachenunterrichts gestrichen.

Ab diesem Schuljahr wird Bibelkunde wegen des neuen Schulreglements auch in den Klassen eins bis vier nicht mehr erteilt. Dies bestätigt Andreas Maag, Vorsteher des Amtes für den deutschsprachigen Unterricht (DOA). Das christlich geprägte Fach Bibelkunde ist nicht mehr dem Schulgesetz kompatibel. Es wird durch das Fach Lebenskunde ersetzt, das für alle Schülerinnen und Schüler obligatorisch und konfessionell neutral ist. Damit werde die verfassungsmässig garantierte Glaubens- und Gewissensfreiheit aller Kinder respektiert.

Neues Schulreglement

Damit folgt Deutschfreiburg dem seit einem Jahr geltenden Schulgesetz und dem Lehrplan 21, der auf Beginn des Schuljahres 2019 in Kraft tritt. Dieser integriert kulturelle und religiöse Inhalte unabhängig der konfessionellen Ausrichtung. Mit der neuen Regelung werde Klarheit geschaffen, zeigen sich die Verantwortlichen überzeugt. Früher sei die Aufteilung der Inhalte zwischen dem kirchlichen und dem staatlichen Religionsunterricht unklar gewesen, nun könne eine klare Grenze gezogen werden. Ausserdem eröffne der breitere Ansatz neue Lernfelder – «es ist ein Gewinn für alle», ist Maag überzeugt.

Über Ethik und Religionen

Ersetzt wird das bisherige Fach Bibelkunde zukünftig durch den kombinierten Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG). Dieser wird für alle Primarschüler obligatorisch sein und auch den Bereich Ethik und Religionen umfassen. Nun sei es allerdings so, dass die Schule für die Neuregelung noch gar nicht bereit sei, räumt Maag ein. Gemäss Lehrplan 21 werden nun neue Lehrmittel erarbeitet, die sowohl ethische als auch religiöse Themen konfessionell neutral vermitteln. Deshalb gebe es als dreijähriges Provisorium das Fach Lebenskunde.

Dieser Schritt war nötig, weil bis anhin einige Schülerinnen und Schüler vom Bibelkundeunterricht dispensiert waren. Das alte Schulgesetz liess dies noch zu, zum Beispiel bei Kindern, die einer anderen religiösen Gemeinschaft angehören. Sie konnten nach Hause gehen oder wurden von der Lehrperson beaufsichtigt. «Nun werden alle Schulkinder dem Fach Lebenskunde und später dem Unterricht in ‹NMG› folgen», führt Maag aus.

Konfessionsunterricht bleibt

Am herkömmlichen konfessionellen Religionsunterricht in der Primarschule allerdings ändere sich nichts, betont Maag, im Gegenteil: Die Kirchen regeln auch weiterhin den konfessionellen Unterricht. Neu ist auch ein ökumenischer Unterricht durch ausgebildete Religionspädagoginnen im Kindergarten möglich. Somit werde der Religionsunterricht gestärkt. Im Rahmen dieses Unterrichts werden die Schüler mit den Grundlagen ihrer Konfession vertraut gemacht. Wenn ein Kind den konfessionellen Religionsunterricht nicht besuchen soll, müssen die Eltern noch vor Schuljahresbeginn der Schulleitung eine schriftliche Erklärung einreichen. In der Regel werden die betreffenden Kinder in der Schule beaufsichtigt.

Bestimmungen

Ein breites Themenangebot im neuen Schulfach

Im neuen Fach Lebenskunde steht ethisches und soziales Lernen im Vordergrund. Mögliche Themen sind laut einem Leitfaden gewaltfreie Konfliktlösung, Mobbingprävention oder Kinderrechte. Wenn die Religion angesprochen werde, müsse sie in einen aktuellen und kulturellen Rahmen gesetzt werden. Auch hier gibt der Leitfaden Beispiele: das Papsttum im Mittelalter, die Freiburger Kathedrale als zentrales Element der Stadt, heutige Festtraditionen verschiedener Religionen. Ethische und soziale Themen sollten angesprochen werden, jedoch nicht anhand religiöser Geschichten. Das Ziel sei es, eine eigene Identität zu finden, Toleranz zu üben und ein respektvolles Zusammenleben zu ermöglichen. Die bisherigen konfessionell geprägten Lehrmittel werden nicht mehr ­verwendet.

fca

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