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Etwa gleichzeitig zur Reformation, die vor allem m

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Autor: Anton Rotzetter

Etwa gleichzeitig zur Reformation, die vor allem mit dem Namen Martin Luthers verbunden ist, entstanden die Kapuziner. Sie wollten zurück zum heiligen Franziskus von Assisi und seiner ursprünglichen Absicht folgen. Nichts anderes wollten sie, nur das «Evangelium leben». Sie können darum zu Recht als «evangelische Katholiken» oder als «katholische Variante der Reformation» bezeichnet werden.

Ihre Predigten waren sowohl volksnah («dem Volk aufs Maul schauen», sagte Luther) als auch dem Text des Evangeliums verpflichtet. Die damals üblichen Renaissancepredigten folgten mehr unterhaltenden und dogmatisch-systematischen Vorgaben. Die Kapuziner stellten also eine völlig neue Art des Predigens dar.

Dazu kam eine authentische Lebensweise: Armut, Einfachheit, Mitfühlen mit den Leuten. Oft waren die Kapuziner die Einzigen, die in Pestzeiten bei den Erkrankten aushielten, (Manzonis «Die Verlobten» ist das grossartige literarische Zeugnis dieses Einsatzes). In der jungen Schweizer Kapuzinerprovinz starben 37 Mitbrüder im Einsatz für die Pestkranken. Die Kapuziner verankerten ihr Leben in Meditation, Gottesdienst und Gebet. Dies war dann auch der Grund einer raschen Verbreitung des Ordens in Italien.

Als Karl Borromäus, der zuständige Visitator der Schweiz, den Zustand der Innerschweizer Kirche analysierte, sah er die Chance, mit den Kapuzinern (und den Jesuiten) die innere Erneuerung der Kirche voranzutreiben und der Reformation entgegenzutreten. Er fand in den politischen Vertretern der Innerschweiz Unterstützung, die – zum Teil gegen den Weltkleruns – eine ganze Reihe von Klöstern gründeten.

Ähnliche Initiativen gab es in Frankreich. Von Lyon her kamen die Kapuziner auch in die Westschweiz. Ihr Erfolg und ihr guter Ruf führten dazu, dass der damalige Generalvikar des Bistums Freiburg, Anton Dupaquier/von der Weid, an die Freiburger Regierung gelangte. Sie sollte Kapuziner aus Savoyen nach Freiburg berufen. Diese wollte aber nur Kapuziner aus der damals schon sehr grossen Deutschschweizer Kapuzinerprovinz. So kam es anfänglich zu Auseinandersetzungen zwischen den kirchlichen und staatlichen Obrigkeiten, aus denen die Regierung schliesslich siegreich hervorging.

Zuerst errichteten Savoyer Kapuziner 1609 im «Criblet» (zwischen Bahnhof und Bürgerspital gelegen) ein Kreuz. Die Kapelle St. Peter «auf dem Platz («Mont-Joux») wurde ihnen als geistlicher Mittelpunkt zugesprochen. In einem Haus in der Nähe richteten sie sich klösterlich ein. Auf Druck der Regierung mussten sie Freiburg wieder verlassen.

Deutschschweizer Kapuziner kamen; aber erst 1613 wurde ihnen die Niederlassung durch das Generalkapitel der Kapuziner zugewiesen. Ostern 1617 bezogen sie den neuen Klosterbau an der Murtengasse.

Damit ist das Fundament für eine segensreiche Seelsorgetätigkeit im Freiburgerland gelegt. Sie waren nicht nur beim Volk sehr geschätzt, sondern auch in der Bischofsleitung und bei der Regierung. Einer wurde sogar Bischof des Bistums: Maximus Guisolan, der grosse Fähigkeiten hatte, um zwischen Regierung und Kirche zu vermitteln.

Studienort des Ordens

Seit 1624 diente das Freiburger Kloster immer wieder als Studienort des Ordens. Berühmte Lehrer waren: der selige Apollinaris Morel von Posat (+1792), Anastasius Hartmann (+1866), späterer Bischof in Indien, und der weltweit renommierte Hilarin Felder (+1951).

Später folgten Mitbrüder, die an der Universität lehrten und heute noch bekannt sind: Laurentius Cassutt, Walbert Bühlmann, Dietrich Wiederkehr und Giovanni Pozzi. An der Universität lehrt heute noch Adrian Holderegger.

Viele Kapuziner aus der ganzen Welt kamen nach Freiburg zum Studium, einige von ihnen haben in Orden und Kirche Karriere gemacht und wurden Bischof oder Ordensgeneral, darunter auch Schweizer Kapuziner: Paul Hinder, heute Bischof von Arabien, und Mauro Jöhri, heutiger Ordensgeneral.

Wirken im Sensebezirk

Auch im Sensebezirk wirkten die Kapuziner in der Vergangenheit. In den 60er und 70er Jahren waren immer noch ca. 12 bis 15 deutschsprachige Kapuziner im Kloster. Die meisten studierten an der Universität Theologie oder andere Wissenschaften, um an den damaligen Klosterschulen (Stans, Appenzell, Näfels und Andermatt) zu wirken. Sonntag für Sonntag traten sie in den Pfarreien des Sensebezirks auf, hielten die Predigten zum «Vierzigstündigen Gebet».

Nach dem Konzil wirkten sie als Erneuerer der Liturgie, als Referenten, welche die Neuerungen des Konzils erklärten. Sie waren Pioniere bei der Einführung der Bussfeiern, bei denen das Sündenbekenntnis freilich noch individuell erfolgte. Die starke Präsenz der Kapuziner ist in den letzten Jahrzehnten völlig erloschen.

Kapuziner heute

Heute leben gegen 15 Mitbrüder im Kloster, darunter Universitätsstudenten aus Indien, Indonesien, Madagaskar. Es ist geplant, noch mehr Kapuziner aus der weiten Welt zum Studium nach Freiburg zu locken. Damit eröffnen sich für das Kloster Freiburg auch wieder neue Perspektiven.

Der Kapuzinerpater Anton Rotzetter ist Spezialist für Spiritualität.

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