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«Etwas besser machen auf der Welt»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Charles Nguela verströmt einfach gute Laune: Diese steckt während dem Interview sogar durch das Telefon an. Geboren im Kongo, aufgewachsen im Aargau, erobert er seit 2011 mit seinem aberwitzigen Humor die Bühnen.

Charles Nguela, nach einer Corona-Pause treten Sie wieder vor Publikum auf.

Ich freue mich sehr. Es ist für mich aber noch ein bisschen ungewohnt, im Publikum nur Gesichter mit Masken zu sehen. Das erschwert die Kommunikation stark. Man kann aber auch von den Augen viel ablesen. Ich konzentriere mich nun darauf und kann so sehen, ob die Zuschauer mein Programm spannend finden oder nicht.

Wie haben Sie den Lockdown erlebt?

Die ersten beiden Wochen habe ich genossen. Ich dachte, das ist wie Ferien. Dann habe ich realisiert: Das ist etwas, was länger bleibt. Nach dem Ende des Lockdown ging es für alle einigermassen weiter, nur für mich nicht. Der Kultursektor wird noch ein, zwei Jahre betroffen sein. Das tut schon weh. Der Lockdown hatte aber auch seine guten Seiten. Die Leute wurden zum Beispiel zu Hause wieder kreativ.

Hilft Humor in einer Krise, wie wir sie aktuell mit Corona erfahren?

Auf jeden Fall. Humor hilft, eine solche Situation besser zu verarbeiten. Es ist auch gut, einmal darüber zu lachen. Wir müssen lachen, und das Leben geniessen.

Sie haben als Kind schwere Traumata erlebt. Ihre Familie flüchtete vor Verfolgern aus dem Kongo und Südafrika. Ihr Vater wurde in einem Massaker erschossen. Wie konnten Sie sich Ihre positive Lebenseinstellung bewahren?

Durch den Familienzusammenhalt. Zuerst war ich lange Zeit hässig. Dann habe ich gelernt, dass Verzeihen einen verändert. Es ändert zwar nicht die Vergangenheit, aber es bereichert die Zukunft. Schlussendlich hat mir auch der Humor geholfen. Ich habe trotz allem versucht, unsere Situation irgendwie positiv zu sehen.

Hat es damit zu tun, dass Sie heute Comedian sind?

Zum Teil. Am Anfang war es nur ein Hobby. Damals war ich der einzige schwarze Comedian in der Schweiz. Ich habe eine Verantwortung. Ich möchte eine Brücke bauen zwischen den Kulturen. Es ist ein Weg, irgendwas besser zu machen auf der Welt. Das ist mein Antrieb. Ich möchte die Leute zum Nachdenken, aber vor allem auch zum Lachen bringen. Ich denke auf der Bühne immer, vielleicht hatte jemand im Publikum einen schlimmeren Tag als ich.

Sie spielen in Ihrem Programm oft mit Klischees, die Sie auch auf sich selbst beziehen.

Ja, Selbstironie ist ein wichtiger Bestandteil. Ohne sie würde Comedy nicht funktionieren.

Können Sie andere Witze machen als ein Weisser?

Jeder kann gewisse Witze machen, aber es kommt darauf an, wie. Die Art, wie ich es sage, macht es okay. Aber es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass ich mir mehr erlauben kann als andere, ich habe immer ein bisschen eine Jokerkarte.

Sie sagen, Sie gehen mit Ihrem Humor oft zu weit. Was geht auch Ihnen zu weit?

Vieles. Ich habe zwar ein bisschen einen härteren Humor als der Durchschnittsschweizer. Witze, die Hass schüren, beleidigend oder gegen Frauen gerichtet sind, sind für mich jedoch tabu.

Ihr Programm heisst «Helvetia’s Secret». Verraten Sie uns das Geheimnis?

Es ist eigentlich kein Geheimnis der Schweiz, aber eine Art Geheimrezept für die Schweiz, das ich teilen möchte. Es ist von meiner Mutter: Sie hat mich gelehrt, wie ich es mit anderen Menschen gut haben kann. Nämlich mit Respekt und Empathie. Es ist ein Rezept für den Frieden. Als Comedian spreche ich viele Themen auf eine humorvolle Art an und möchte so darauf aufmerksam machen.

Die ersten Monate in der Schweiz haben Sie in Freiburg verbracht. Erinnern Sie sich?

Ja, klar. Ich habe bei meiner Mutter gewohnt, die zwei Jahre vor uns Südafrika verlassen hatte. Sie lebte mit einer Cousine oberhalb eines Möbelhauses, das ein bisschen ausserhalb der Stadt lag. Mein erster Eindruck der Schweiz war: Hier ist es mega grün! So viele Pflanzen! Die Schweizer nehmen das gar nicht wahr. Ich kann mich noch erinnern, dass ich viel umhergelaufen bin. Die Menschen sprachen Französisch, eine Sprache, die ich konnte. Ich spreche mit meiner Mutter Französisch und Lingala und mit meinen Geschwistern Englisch, da wir in Südafrika aufgewachsen sind.

Festisport-Halle, Courtepin. Sa., 10. Oktober, 20.45 Uhr. Tickets: www.ticketcorner.ch

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