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Etwas lernen und Spass haben

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Etwas lernen und Spass haben

Der Ferienpass Murten ist gestartet

Der Ferienpass Murten sorgt mit seinen 70 Veranstaltungen dafür, dass es den Kindern während der Herbstferien nicht langweilig wird. Bei zwei Angeboten haben die FN einen Blick hineingeworfen.

Von PATRICK HIRSCHI und
CORINNE AEBERHARD

Am vergangenen Montag ist der Ferienpass Murten gestartet. Anstatt zu faulenzen sind viele Schülerinnen und Schüler an diesem Tag bereits früh aufgestanden und haben sich auf den Weg zu ihrer Ferienpass-Veranstaltung gemacht. Für die Mitfahrt mit dem Kehrichtauto beispielsweise mussten sie schon um sieben Uhr vor Ort sein. Angeboten wurden an diesem Tag unter anderem aber auch basteln, Judo, Holz bearbeiten, Erste Hilfe sowie ein Besuch beim Tierarzt.

Der Ferienpass bietet den Kindern die Gelegenheit in verschiedene Berufe Einblick zu bekommen. Das Angebot soll aber auch Spass machen. Zudem können die Teilnehmenden bei vielen Angeboten etwas lernen.

Kinder hüten mit Ausweis

Erstmals hat der Ferienpass Murten in seinem Programm den Kurs «Babysitting mit Rotkreuz-Ausweis» aufgeführt. 16 Mädchen liessen sich an zwei Tagen ausbilden, um das begehrte Papier zu erhalten.

«Ist das echtes Material?», will ein Mädchen von Kursleiterin Susanne Buchs wissen. «Natürlich sind die Windeln echt», entgegnet diese. Das ganze Material, das im Kurs «Babysitting mit Rotkreuz-Ausweis» verwendet wird, könnte auch in einem Haushalt zu finden sein, in welchem es ein Kleinkind hat. Nicht echt hingegen sind die Babies. Um zu lernen, wie ein solches gepflegt und gewickelt wird, kommen Puppen zum Einsatz. Diese haben den Vorteil, dass sie während des theoretischen Teils stumm und geduldig in einem Korb sitzen und auf ihren «Einsatz» warten.

Die Platzverhältnisse im Lokal der Mütter- und Väterberatung an der Meylandstrasse in Murten sind etwas eng, aber das stört die 16 Mädchen keineswegs.

Sie sind sehr motiviert und machen mit. Fast alle hüten in ihrer Freizeit bereits Kinder und wollen mit dem Kurs sozusagen das «Diplom» dafür erhalten. Sie wollen aber auch ihr bereits vorhandenes Wissen vertiefen, um so als Babysitterin noch gefragter zu sein, wie eines der teilnehmenden Mädchen sagt.

Gemäss der ausgebildeten Kinderkrankenschwester Susanne Buchs, welche diesen Kurs auch anderswo anbietet, nehmen oft auch zwei bis drei Buben teil.

220 Mio. Windeln

Im Kurs lernen die Mädchen sogar noch, wie eine Stoffwindel gefaltet wird. Da aber heutzutage fast nur noch Wegwerfwindeln zum Einsatz kommen, können sie auch mit diesen üben. Im Theorieteil erfahren sie, dass in der Schweiz jährlich 220 Millionen Stück Windeln verbraucht werden.

Weiter ist auch die Ernährung ein Thema sowie die Gefahren beim Babysitten. «Seid ehrlich, wenn euch einmal etwas passiert», fordert die Kursleiterin die Mädchen auf.

Umso vorsichtiger wird im praktischen Teil mit den Puppen geübt. Daneben wird in Gruppen ein Kasperlitheaterstück einstudiert. Die gehüteten Kinder wollen schliesslich auch unterhalten werden. Weiter müssen sich die Mädchen damit befassen, wie und was man mit den Kleinkindern spielen könnte.

Für die Kurse stellt das Rote Kreuz viel Material, aber auch Unterlagen zur Verfügung, welche die Mädchen behalten dürfen. Am Ende des Kurses dürfen sie von Susanne Buchs den Ausweis in Empfang nehmen. Vorher wird aber noch «richtig» geübt. Am zweiten Kurstag durften die Mädchen ein Kind, das sie hüten, mit in den Kurs nehmen.

Raus aus der Opferrolle

«Mut tut gut für Kids» nennt sich der Kurs von Selbstverteidigungsexpertin Nathalie Uhlmann. Zwölf Ferienpass-Kinder von der dritten bis zur fünften Klasse erhielten am Dienstag eine Anleitung für mehr Selbstvertrauen.

Hast du Angst? Wie reagierst du darauf; ziehst du denn Kopf ein oder gibst du laut zurück? – Mit solchen Fragen leitete Nathalie Uhlmann am Dienstagmorgen im Dojo Musashi des Karateklubs Murten den Kurs «Mut tut gut für Kids» ein. Neun Mädchen und drei Knaben haben sich dafür angemeldet.

Hänseleien, Pöbeleien und Schläge

Von der Kursleiterin befragt, ob die Kinder schon spezielle Situationen erlebt haben, auf die sie an diesem Vormittag gerne eingehen würden, reagierten die meisten etwas ratlos. Sie seien offen für alles, lautete der Grundtenor.

Ein Mädchen aber nannte einen ganz konkreten Grund, warum sie hier sei. Sie werde von anderen Kindern oft gehänselt und «Säuli» gerufen. «Siehst du, jetzt hast du schon sehr viel Mut bewiesen, in dem du uns das erzählt hast», lobte Nathalie Uhlmann. Und flugs wussten auch die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Beispiel. Zwei Mädchen berichteten von Pöbeleien und Schlägen im Schulbus, und ein Junge erzählte vom mulmigen Gefühl, allein durch den grossen Bahnhof von Freiburg zu gehen.

Körperhaltung als Basis

Obwohl Nathalie Uhlmann in mehreren Kampfsportarten den Schwarzen Gürtel besitzt, ging es im Kurs nicht darum, eine Handvoll Selbstverteidigungsgriffe aus Judo oder Karate zu erlernen. Eine wichtige Voraussetzung, um Konfliktsituationen meistern zu können, ist beispielsweise die Körperhaltung. Beim Sitzen und beim Laufen zogen sich die Kinder an einem imaginären «Fädeli» hoch: Gerader Rücken, Bauch heraus, aber nicht zu «blöffig». So wirkt man gleich viel selbstbewusster als mit geducktem Gang.

Doch auch der Ton macht die Musik. Der Reihe nach mimte ein Kind in der Mitte des Kreises den Bösewicht. Die anderen traten auf ihn zu und sagten: «Hör uf!». Der «Bösewicht» musste dann entscheiden, ob der Befehl forsch genug war oder ob er doch etwas zaghaft daherkam, gar von einem Grinsen begleitet oder mit unsicherer Körperhaltung.

Programm ist Kindern angepasst

Wie Nathalie Uhlmann in einer Pause gegenüber den FN sagt, lege sie im Vorfeld nicht allzu stark fest, was sie an einem Kurs bringen will und was nicht. «Wenn ein Kind erzählt, dass es regelmässig verprügelt wird, dann würde ich ihm schon ein paar Verteidigungsgriffe beibringen.» Heute wolle sie aber vielmehr eine Basis schaffen, damit es gar nicht erst zu solchen Situationen kommt. «Raus aus der Opferrolle» laute das Grundprinzip.

Nach der Pause und ein paar Runden «Fangis» ging der Kurs weiter. Die Kinder übten den Blickkontakt zu ihren potenziellen Widersachern. Ausserdem beschäftigten sie sich mit dem Thema Solidarität. Einschreiten, wenn andere bedroht werden, lautete die Devise. «Die schweigende Mehrheit aktivieren» nennt es Nathalie Uhlmann.

Kampfsportkniffe für die Älteren

Für ältere Schulkinder bietet der Ferienpass Selbstverteidigungskurse an. Die Knaben werden von Martin Bula vom Karateklub Murten instruiert. Bula ist ausserdem auch Jugendarbeiter. Für Mädchen werden diese Kurse von Nathalie Uhlmann angeboten.

Uhlmann stammt ursprünglich aus Murten und wohnt in Freiburg. Sie bietet selbständig Selbstverteidigungskurse an, unter anderem beim Bundesamt für Sport und an Schulen. Sie ist Regionalleiterin der Interessengemeinschaft Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen «Pallas». Ausserdem arbeitet sie zu etwa 30 Prozent im Frauenhaus in Freiburg.

Weitere Auskünfte: K

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