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EU-Lehrlinge für Freiburger Betriebe

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Viele Kantone leiden immer stärker an einem Mangel an Lehrlingen, die Lehrmeister können ihre Stellen nicht mehr besetzen. Dies zeigt eine unlängst publizierte Studie der emeritierten Freiburger Professorin Margrit Stamm. Schweizweit werden mehr Lehrstellen angeboten, als zukünftige Lehrlinge vorhanden sind. «Denn in einigen Kantonen sinkt die Zahl der Schüler», erläutert der Direktor des Berufsbildungsamtes Christophe Nydegger. Er denke da namentlich an Bern.

Auch in Freiburg zeigten sich Mangelerscheinungen, allerdings erst in einigen Berufen. «Immer wieder beklagen sich bei uns Lehrmeister über Bewerbermangel.» Besonders um Lehrlinge bemühen müssen sich laut Nydegger zum Beispiel Metzger, Spengler und Bauern. Die Folge des Lehrstellenmangels ist ein Mangel an Fachkräften, nicht zuletzt in diesen Berufen.

Viele mögliche Ansätze

Das Missverhältnis habe viele Gründe: der Einfluss der Umgebung zugunsten bestimmter Berufe zum Beispiel oder der fehlende Wille zur Mobilität: «Freiburger Schüler bleiben für ihre Ausbildung halt lieber in Freiburg. Das ist schade.» Dazu kommt das Desinteresse von jungen Frauen für «typische» Männerberufe wie eben den Metzger oder den Automechaniker. «Eine Frau kann den Metzgerberuf genau so gut ausüben wie ein Mann», so Nydegger, «sie kann auch Zimmerfrau lernen. Es ist nicht kompliziert, sie muss nicht so schwer tragen wie früher.» Dafür gebe es Berufe, in denen kaum Männer arbeiten, zum Beispiel im Modebereich.

Attraktiver Nachbarkanton

Mehr noch: Es gibt laut Nydegger Anzeichen, dass der Lehrlingsmangel im Nachbarkanton Bern dazu führt, dass vermehrt Deutschfreiburger Jugendliche ihre Lehre dort machen. «Das ist etwas Neues für uns. Vielleicht haben wir in den deutschsprachigen Bezirken in einigen Jahren einen ähnlichen Mangel wie in Bern.» Allerdings habe er noch keine Beweise dafür.

Parallel zur Abwanderung der Deutschfreiburger Richtung Bern haben die Verantwortlichen bemerkt, dass der Anteil der Deutschsprachigen in den Berufsschulen gegenüber den welschen Schülern sinkt. Zum Vergleich: Früher stellten die Deutschfreiburger einen Viertel der Berufsschüler im Kanton, heute ist es ein Fünftel. «Wir müssen nun schauen, was das konkret für uns heisst», so Nydegger.

Metzger, Spengler, Bauer

Der Kanton Freiburg ist nun bereit, sich einem Projekt des Bundes anzuschliessen (Kasten), das die Ausbildung von arbeitslosen Lehrlingen aus dem Ausland–vor allem aus Südeuropa–vorsieht. Doch nur in jenen Berufen, in welchen ein Mangel herrsche: «Für einen Metzger könnte das interessant sein, wenn er keinen Lehrling aus dem Kanton Freiburg findet.» «Ich halte fest: Das ist erst ein Projekt, und noch ist gar nichts entschieden», betont Nydegger.

Die ausländischen Jugendlichen dürften für die einheimischen Schüler keine Konkurrenz sein. Im Übrigen sei das Konzept nicht neu, in den Kantonen Tessin und Jura habe man schon Erfahrungen gemacht mit Jugendlichen, die im Ausland wohnen und für ihre schulische sowie berufliche Ausbildung in die Schweiz kommen. «Der Lohn ist ähnlich, sie lernen die Landessprachen, und die Schüler machen die gleiche Ausbildung wir unsere Schüler.»

Neues Lehrjahr beginnt

Noch ist der Mangel auf einzelne Berufe und Branchen beschränkt. Insgesamt hat sich die Lehrstellenlage im Kanton Freiburg kaum verändert: Mit dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres werden wieder rund 300 junge Menschen keinen Lehrvertrag haben, schätzt Nydegger. Die Statistik sei aber noch nicht offiziell. Es gebe nach wie vor mehr Interessenten als Lehrstellen, nicht zuletzt, weil der Kanton rasant wächst und einen hohen Anteil an jungen Menschen aufweist. Und das werde vorläufig auch so bleiben, so Nydegger.

Zum Projekt

Der Bund geht zwei Probleme zugleich an

Das Staatssekretariat für Bildung prüft laut Medienberichten ein Projekt: Arbeitslose Jugendliche aus der EU sollen in der Schweiz eine Lehre absolvieren. Damit will der Bund dem Lehrlingsmangel im Inland und der Jugendarbeitslosigkeit im Ausland entgegentreten. Noch sind viele Fragen offen, wie jene nach der Finanzierung. Der Leiter des Freiburger Berufsbildungsamts, Christophe Nydegger, schätzt, dass schweizweit rund 100 Jugendliche aufgenommen würden. Auf Freiburg würden 15 bis 20 Jugendliche entfallen.fca

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