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Europapremiere auf der Brücke

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Projektleiter Hans-Peter Beyeler wohnt in Kerzers und weiss, welche Klagen aus der Nachbarschaft des Kerzerser Viadukts wegen des Lärms eingehen. Er evaluiert als Belagsspezialist den europaweit ersten Freilandtest mit einem lärmreduzierenden Belag speziell für Brücken. Für diesen Versuch werden sechs verschiedene Abstreusplitt-Muster gleichmässig über die ganzen circa 750 Meter Länge des Viadukts aufgetragen–jedoch nur auf der Fahrbahn Richtung Müntschemier/Ins. «Die sechs Abschnitte unterscheiden sich farblich», erläuterte Beyeler gestern bei einem Augenschein vor Ort. «Die Automobilisten sehen das und fragen sich, was das soll.» Deshalb wolle das Bundesamt für Strassen (Astra), für welches er tätig ist, die Bevölkerung informieren.

Die eigentlichen Arbeiten für das Pilotprojekt auf der Brücke haben zwar gestern begonnen und werden voraussichtlich bereits heute Abend beendet sein, doch gestartet wurde es schon vor drei Jahren. Der Auslöser war die Erkenntnis, dass es zwar schon Flüsterbelag für jenen Asphalt gibt, der auf Strassen generell verwendet wird, kaum aber für jenen Spezialasphalt, der für Kunstbauten wie Brücken eingesetzt werden muss. «Dieser Gussasphalt ist absolut dicht, damit das Wasser nicht das Betonfundament angreift», erklärt Beyeler. Der üblicherweise verwendete Asphalt habe Hohlräume und sei durchlässig. Und weil das Gesetz eine Reduktion des Strassenlärms auch auf Autobahnbrücken vorschreibt, habe er sich für das Astra auf die Suche nach einer Lösung gemacht.

Die Beschaffenheit der Oberfläche ist ein wesentlicher Lärmfaktor neben dem Motorenlärm, vor allem bei hoher Geschwindigkeit.

Im Labor getestet

Für den Flüstereffekt sei eine Mischung aus Material und Technik verantwortlich, führte Beyeler aus. Ein spezialisiertes Forscherteam in Deutschland habe im Auftrag des Astra etwa zehn verschiedene Muster in einem Labor ausführlich getestet. Daraus habe man sechs für einen Freilandversuch ausgewählt. «Denn im Labor kann ein Ergebnis ganz anders sein als draussen auf dem Feld», so Beyeler. Und auf der Suche nach einem Standort sei man auf die Sanierung des Kerzerser Viadukts gestossen. Das ganze Pilotprojekt kostet den Bund rund eine halbe Million Franken.

Je 124 Meter Länge

Eine Maschine kriecht zurzeit mit einer Geschwindigkeit von rund 35 Metern pro Stunde auf Schienen über den Viadukt. Sie verteilt das rund 210 Grad heisse Material, das ständig mit Lastwagen herangekarrt und ausgeleert wird. Die Abschnitte haben eine Länge von 124 Metern, die betreffende Testschicht ist lediglich drei Zentimeter dick, insgesamt werden etwa 7000 Quadratmeter Belag aufgetragen. Auf der anderen Fahrbahn rollt der Verkehr in beiden Richtungen. Die Begleitkommission aus Experten sieht sich die Arbeiten aus nächster Nähe an.

Soll 15 Jahre halten

In einem zweiten Schritt werden ab dem Frühling auf dem Viadukt Lärmuntersuchungen gemacht. Dafür wird ein spezielles Fahrzeug über die Brücke gezogen, das mit Mikrofonen den Lärm aufzeichnet und somit die Flüsterwirkung angeben kann. Das Ziel sei, dass der Belag in einem ersten Schritt eine Reduktion von fünf Dezibel bei Lastwagen und von drei Dezibel bei Autos ermögliche und die Flüsterwirkung in 15 Jahren noch anhalte. Denn etwa dann sei die nächste Belagssanierung aufgegleist.

Die Tests dauern laut Beyeler bis 2018. Er hofft, dass das Astra in der Folge einen Patentbelag für zukünftige Belagserneuerungen auf Kunstbauten findet. Der Spezialasphalt ist teurer als der normale–Beyeler nimmt aber nicht an, dass der neue Spezialbelag gegenüber dem aktuellen viel teurer wird.

In der Zwischenzeit stehen die Sanierungsarbeiten auf dem Viadukt vor dem Abschluss (siehe Kasten). Sie müssen bis Ende Oktober beendet und die Autobahn muss wieder ohne Einschränkungen eröffnet sein. Denn bei der aktuellen Verkehrsführung sei der Winterdienst nicht gewährleistet. Die Räumfahrzeuge kämen nicht durch.

Zur Geschichte

Ein Grossprojekt im Autobahnnetz

Das Bundesamt für Strassen (Astra) begann mit der Sanierung der Autobahn A1 zwischen Kerzers und Faoug im Herbst 2013. Ein Teil der Arbeiten war die Sanierung des baufälligen Autobahnviadukts und der Murtenstrasse in Kerzers. Allein die Arbeiten an der Kunstbaute aus den Siebzigerjahren kosten 24 Millionen Franken. Die Arbeiten wurden ursprünglich nur auf ein Jahr ausgelegt, nun dauern sie mit Unterbrüchen im Winter zwei Jahre. Auf der Autobahn selber standen Arbeiten in den Tunnels an. Die aktuellen Arbeiten haben im April dieses Jahres begonnen. Seither wird der Verkehr aufwendig über den Kreisel Moosgasse geführt. Nach Abschluss aller Arbeiten sollte der Abschnitt zwischen Faoug und dem Viadukt in Kerzers für die nächsten 15 Jahre keiner grösseren Reparaturen bedürfen.fca

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