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Exodus aus der Markthalle Murten

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Sechs von elf Geschäften verlassen die Markthalle in Murten per Ende 2017 – nur ein Jahr nach Eröffnung. Nebst der Käserei/Molkerei, der Metzgerei und der Vinothek ziehen auch der Früchte- und Gemüsehändler sowie die Schuhmacherei mit Schlüsselservice aus. Seine Türe bereits geschlossen hat der Kinderhütedienst Heprolino – obwohl dessen Mietvertrag noch ein Jahr läuft. «In der Markthalle sind viel zu wenig Leute unterwegs, damit wir genügend Umsatz machen und rentabel arbeiten könnten», begründet die Geschäftsleiterin Cornelia Schmid ihren Entscheid.

Sie ist mit ihrem Urteil nicht alleine. Die Verantwortlichen aller aussteigenden Geschäfte beklagen sich über zu wenig Kundschaft. Ein zweistündiger Besuch in der Markthalle am Mittwochnachmittag bestätigt diese Aussage: Während dieser Zeit traten bloss drei Personen ein, von denen nur eine etwas kaufte.

Zu wenig Potenzial

«Das ist unter der Woche immer so – seit Monaten», sagt Sonja Hänni, die in der Markthalle ein Chocolat-Atelier führt. Auf diesen Zustand hatte Gérald Pittet bereits im März in den FN hingewiesen. Der Inhaber der Molkerei Milchkanne, die in der Markthalle einen Stand betreibt, sagte damals: «Die Markthalle muss zwingend mehr Besucher anziehen». Er habe an den Erfolg seines Standes geglaubt, das sei aber eine Fehleinschätzung gewesen, resümiert Pittet heute.

 

«In der Markthalle sind viel zu wenig Leute unterwegs, damit wir rentabel arbeiten könnten.»

Cornelia Schmid

Geschäftsleiterin Heprolino

Verschätzt hat sich auch Gilbert Montani, der Besitzer der Markthalle. «Hier werden die Leute voller Gefühle einkaufen», sagte der Murtner Gastrounternehmer vor einem Jahr bei der Eröffnung. Heute sieht er das anders: «Wir haben in einer wirtschaftlich ungünstigen Krisenzeit eröffnet», sagt Montani zur Kundenflaute.

Auf die Frage, ob es für die Angebote der Markthalle überhaupt eine Nachfrage gebe, reagiert er gereizt. Er verscheucht den kritischen Gedanken wie eine lästige Fliege mit einer wischenden Handbewegung. «Ich ziehe vor mir den Hut dafür, dass ich es überhaupt probiert habe», sagt Montani.

Diesen unternehmerischen Mut honoriert auch Rolf Hügli. Doch das Vorstandsmitglied des Gewerbevereins Murten und Umgebung verweist auf ein für die Gastronomie grundsätzliches Problem: «Das kleine Murten hat schlicht zu wenig Potenzial für die Markthalle», glaubt er. In dieser Hinsicht seien Montani und die Betreiber der Geschäfte in der Markthalle zu optimistisch gewesen.

Deftig bürgerliche Küche

Doch Gilbert Montani wäre nicht Gilbert Montani, wenn er nicht bereits optimistisch in die Zukunft blicken würde. Er stellte am Mittwoch das überarbeitete Betriebskonzept der Markthalle vor. Er will den mediterranen Stil und den Verkauf von Käse, Früchten und Gemüse im Erdgeschoss beibehalten. Wenn auch neu an einer einzigen Verkaufstheke, die zudem Salate und Sandwiches zum Mitnehmen anbietet.

 

«Die alten ­Gerichte einer Brasserie wie Pot au Feu oder Kalbskopf findet man heutzutage nicht mehr. Das ist eine Marktlücke.»

Gilbert Montani

Inhaber der Markthalle

 

Hingegen will Montani die Cafeteria mit heute 30 Plätzen völlig verändern. Sie wird auf 90 Plätze vergrössert und künftig als Brasserie geführt – mit rustikaler Einrichtung und rustikalen Gerichten. «Es wird deftig bürgerliche Küche von früher geben wie Pot au Feu, Kalbskopf oder Schmorbraten. Solche alten Gerichte findet man heutzutage nicht mehr. Das ist eine Marktlücke», ist Montani überzeugt.

Nebst den fleischlastigen Gerichten der Brasserie können in einem Teil des Restaurants auch vegetarische, glutenfreie und laktosefreie Mahlzeiten gegessen werden. «Ich will traditionelle mit gesunder Küche verbinden», so Montani. Er sagt, eine solche Brasserie sei ursprünglich sein gastronomisches Konzept für die Markthalle gewesen. «Dass ich die Idee nicht umsetzte, war vielleicht ein Fehler. Nun komme ich aber darauf zurück.»

Alle Geschäfte als Einheit

Die Umbauarbeiten sollen Anfang nächsten Jahres beginnen. «Ich möchte die erneuerte Markthalle im April 2018 eröffnen», sagt Gilbert Montani.

Mit der Neueröffnung soll auch das Marketingkonzept der Markthalle angepasst werden. «In Zukunft werden alle Geschäfte gegen aussen als Einheit auftreten. Das war bisher nicht der Fall», sagt Geschäftsleiter Daniel Pfaffen.

Zahlen und Fakten

Elf Geschäfte auf zwei Etagen

Am 2. Dezember 2016 öffnete die Markthalle, die sich vom Dekor her an einem mediterranen Markt orientiert, an der Hauptgasse 12 in Murten ihre Türen. Auf zwei Etagen haben seither elf Geschäfte aus dem Food- und Non-Food-Bereich ihre Waren und Dienstleitungen angeboten. Inhaber der Markthalle ist Gilbert Montani. Der Murtner Gastrounternehmer und Besitzer mehrerer Gebäude in und ausserhalb von Murten hatte die Räume der Manor abgekauft und für rund eine halbe Million Franken umgebaut. Der 67-jährige als Beizenkönig von Murten bekannte Gilbert Montani ist nicht bloss in Murten, sondern auch in anderen Teilen der Schweiz, in Osteuropa und sogar in Asien beruflich tätig. Der dreifache Vater wuchs in Murten auf, wo er noch immer wohnt.

rst

 

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