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Exotische Pflanze im Seeländer Boden

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Weltweit hatte am Mittwoch der Kürbis im Rahmen von Halloween seinen grossen Auftritt. In Fräschels diente er auf dem Hof von Gemüsebauer Christian Hurni nebst Kastanien und Herbstblättern aber nur als zusätzliches Dekoelement. Der Star des Tages lag gleich daneben auf den weissen Tischdecken in Hurnis Halle: Es war die Süsskartoffel, auch Batate genannt, welche Hurni und sein Partner Simon van der Veer aus dem bernischen Sutz-Lattrigen seit 2014 anbauen. Im Herbst letzten Jahres folgte die Eintragung des Markennamens «Batati». Im Rahmen des landwirtschaftlichen Innovationspreises 2018, der von der freiburgischen Landwirtschaftsdirektion verliehen wird, versuchte das Zweiergespann mit «Batati» sein Glück und setzte sich letztlich gegen sechs Mitbewerber durch.

«Das Siegerprojekt bringt den Wunsch des Konsumenten nach hoher Qualität zusammen mit dem Ziel des Produzenten, im Anbau einen Mehrwert zu schaffen», lobte Staatsrat Didier Castella (FDP) anlässlich der Preisverleihung. Der Preis ist mit 15 000 Franken dotiert.

Einheimisch und sozial

Jurymitglied Christian Moser erklärte, inwiefern das Projekt «Batati» bei den Bewertungskriterien Innovation, Machbarkeit sowie wirtschaftliche, ökologische und technische Aspekte die Nase vorn hatte. Es sei innovativ, diese Nutzpflanze in der Schweiz anzubauen, schliesslich würden die hier verspeisten Süsskartoffeln immer noch zum allergrössten Teil importiert.

Ein weiteres Plus: «Die Süsskartoffel fügt sich gut in die intensive Fruchtfolge im Seeland ein.» Die Referenten hoben zudem die soziale Komponente des Projekts hervor: Der arbeitsintensive Anbau der Süsskartoffel wird in Zusammenarbeit mit dem Landschaftswerk Biel-Seeland bewältigt. Dieses Sozialunternehmen vermittelt Flüchtlinge, die von der Batati GmbH direkt angestellt und bei ihren Einsätzen unterstützt und betreut werden. Gerade bei der Ernte sei die Handarbeit wichtig, erklärte Hurni auf Nach­frage: Die empfindlichen Süsskartoffeln bilden ihre Schale erst während der Lagerung in einem warmen Raum. Die Lagerbedingungen stellten für Hurni und van der Veer – wie so vieles andere im Zusammenhang mit dem exotischen Gewächs – Neuland dar: «Zu Beginn haben wir den Lagerraum zu stark beheizt, und die Süsskartoffeln sind zusammengeschrumpft.» Zu niedrig stand das Quecksilber hingegen bei Hurnis erstem Anbauversuch: «Die angesäten Pflanzen sind bei einem leichten herbstlichen Bodenfrost glatt erfroren.» In den Folgejahren habe man auch bezüglich Setzhöhe und Bewässerungsmenge viel gelernt.

Dieses «learning by doing» entsprach der Philosophie des Duos. «Zu Beginn hatten wir kein genaues Konzept und wollten das Ganze einfach mal ausprobieren», gibt Simon van der Veer in einem vorgeführten Spot der Migros zu Protokoll. Der Erfolg gibt den beiden recht, mittlerweile wird ihre «Batati» auch von sechs anderen Bauern angepflanzt. Die Seeländer Süsskartoffeln werden aktuell vom Grossverteiler in den Kantonen Freiburg, Aargau, Luzern, Basel-Stadt sowie Zürich angeboten. Junge und reisefreudige Leute würden die trendige Süsskartoffel bereits kennen, meinte Christian Hurni im Gespräch. Nun wolle man die breite Bevölkerung ansprechen: «Wir möchten Herrn und Frau Schweizer die Süsskartoffel vorstellen.»

Neben «Batati» wurden am Mittwoch zwei weitere Projekte mit einem Förderpreis von je 2500 Franken ausgezeichnet: Mathias Maroux und Valentin Chappuis hatten die Idee eines neuen Schweinefleischvermarktungssystems entwickelt. Dank fixen Preisen soll eine fairere Bezahlung aller Akteure sichergestellt werden. Grünen-Grossrätin und Meisterlandwirtin Sylvie Bonvin-Sansonnens erhielt den Preis für den Anbau von Esparsetten in Reinkultur und Bioqualität. Daraus werden Tierfutter-Pellets hergestellt.

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